Ein Bagel, zwei Kugeln Eis, Kloß mit Soß, Bier, Kaffee, Croissant, eine kleine Stulle und ein Stück Zitronenkuchen: Für 16,50 Euro lässt sich seit wenigen Tagen eine kulinarische Runde durch Fürth zusammenstellen. Hinter dem neuen „Schnabulier-Kärtla“ der Tourist-Information stehen acht Cafés und Gaststätten. Der Gegenwert der enthaltenen Speisen und Getränke liegt nach Angaben der Tourist-Information bei insgesamt rund 40 Euro.
Das neue Angebot ist am 24. August gestartet. Die erste Auflage umfasst 300 Exemplare. Bereits am Morgen des 26. August waren nach Angaben der Tourist-Information rund 110 Kärtla verkauft und damit mehr als ein Drittel der ursprünglichen Auflage. Wegen der hohen Nachfrage werde bereits eine Nachproduktion vorbereitet.
Acht Stationen, acht Kostproben
Das Prinzip ist einfach: Das Schnabulier-Kärtla wird für 16,50 Euro in der Tourist-Information am Bahnhofplatz gekauft. Dort wird das Kaufdatum eingetragen. Anschließend können die acht teilnehmenden Betriebe einzeln besucht werden. Bei jeder Station wird das Kärtla vorgelegt und die jeweilige Kostprobe eingelöst.
In der Bagelbude gibt es einen Bagel nach Wahl. Zur Auswahl stehen unter anderem Varianten mit Lachs, Bacon, Gemüse, Chicken oder Hummus sowie süße und ungefüllte Bagels.
Bei der kleinen Eismanufaktur sind zwei Kugeln Eis nach Wahl enthalten. Das Angebot gilt ausschließlich in der Fürther Filiale.
Im Grünen Baum in der Gustavstraße gibt es eine Portion Kloß mit Soß sowie ein kleines Getränk. Zur Wahl steht ein alkoholfreies Getränk oder Bier.
Im Humbser ist ein halber Liter Humbser Lager vom Fass enthalten. Alternativ kann ein alkoholfreies Flaschenbier gewählt werden.
Das Kaffeesurium bietet ein Heiß- oder Kaltgetränk nach Wahl im Wert von bis zu fünf Euro an.
Bei La Petite gibt es ein ungefülltes Croissant, in der Stullerei eine Mini-Stulle nach Wahl.
Die achte Station ist das Mary S. Rosenberg Café im Jüdischen Museum Franken. Dort ist ein Stück Zitronenkuchen enthalten. Ein Museumseintritt ist dafür nicht erforderlich. Der Eintritt in die Ausstellung selbst gehört allerdings nicht zum Schnabulier-Kärtla.
Rund 40 Euro Gegenwert
Was alle acht Leistungen einzeln regulär kosten würden, lässt sich nicht exakt beziffern. Einige der Kostproben seien speziell für das Schnabulier-Kärtla zusammengestellt worden und stünden in dieser Form nicht auf den regulären Speise- und Getränkekarten, erklärt die Tourist-Information auf Anfrage von Fürth Aktuell.
Je nach Auswahl liege der gesamte Gegenwert der acht Angebote bei rund 40 Euro. Dem steht ein Kaufpreis von 16,50 Euro gegenüber. Rechnerisch liegen damit rund 23,50 Euro zwischen Kaufpreis und dem von der Tourist-Information genannten Gesamtwert.
Die teilnehmenden Gastronomen müssen die ausgegebenen Speisen und Getränke dabei nicht vollständig selbst finanzieren. Nach Angaben der Tourist-Information erhalten die Betriebe eine Vergütung. Wie hoch diese ausfällt, wurde nicht genannt.
Betriebe wurden gezielt ausgewählt
Bewerben konnten sich Fürther Gastronomen für die erste Runde nicht. Die Tourist-Information hat die acht Betriebe gezielt angesprochen. Entscheidend sei gewesen, ein möglichst vielfältiges Angebot zusammenzustellen. Vertreten sind deshalb sowohl fränkische Küche und Bier als auch Cafés, Eis, französisches Gebäck und modernere Gastronomiekonzepte.
Die Idee stammt nicht allein aus Fürth. Als Vorbild diente der „Linzer Häppchenpass“. Nach Angaben von Sarah Böhm, die bei der Tourist-Information für Projektmanagement und Marketing zuständig ist, stand das Fürther Tourismusamt zu Beginn der Planungen auch mit den Kollegen in Linz in Kontakt. Initiiert wurde das Fürther Projekt von Tourismusamtsleiterin Kathrin Kreß, umgesetzt wurde es gemeinsam mit Böhm.
Mit dem Angebot sollen nicht nur Besucher der Stadt auf Fürther Lokale aufmerksam werden. Ziel sei auch, Einheimische dazu zu bringen, bislang unbekannte Betriebe auszuprobieren. Für die Gastronomen soll daraus im besten Fall mehr entstehen als die einmalige Kostprobe: Die Tourist-Information setzt darauf, dass Gäste zusätzlich etwas bestellen oder später erneut kommen.
Drei Monate Zeit zum Einlösen
Das Schnabulier-Kärtla ist jeweils drei Monate ab Kaufdatum gültig. Es soll zunächst bis Ende Dezember in der Tourist-Information verkauft werden. Die letzten ausgegebenen Kärtla können entsprechend noch bis Ende März 2027 eingelöst werden. Die einzelnen Kostproben stehen unter dem Vorbehalt der Verfügbarkeit. Außerdem gelten die jeweiligen Öffnungszeiten der Betriebe.
Ob es bei dieser ersten Runde bleibt, ist noch offen. Ende des Jahres will die Tourist-Information gemeinsam mit den beteiligten Gastronomen Bilanz ziehen. Eine Neuauflage im Jahr 2027 sei gut vorstellbar. Dabei könnten auch einzelne Betriebe ausgetauscht werden, damit eine weitere Runde andere Stationen und Angebote enthält.

