Seit Generationen gehört die Bäckerei Gräf zu Seukendorf, ihre Geschichte reicht nach Angaben des Familienbetriebs bis ins Jahr 1763 zurück. Nun steht das Unternehmen vor einer ungewissen Zukunft: Die Bäckerei Gräf Betriebs GmbH hat einen Insolvenzantrag gestellt. Das Amtsgericht Fürth ordnete am 15. September 2026 die vorläufige Insolvenzverwaltung an.
Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Gericht Rechtsanwalt Michael Wirth aus Nürnberg. Gleichzeitig wurde festgelegt, dass Verfügungen der Gesellschaft nur noch mit seiner Zustimmung wirksam sind. Dies gilt laut Gericht auch für das Einziehen offener Forderungen.
Der Beschluss bedeutet allerdings noch nicht, dass das Insolvenzverfahren bereits eröffnet worden ist. Das Unternehmen befindet sich zunächst im sogenannten Insolvenzeröffnungsverfahren. In dieser Phase werden die wirtschaftlichen Verhältnisse geprüft. Zugleich soll das vorhandene Vermögen gesichert werden, damit sich die Situation für mögliche Gläubiger bis zur Entscheidung des Gerichts nicht verschlechtert.
Der Insolvenzantrag betrifft die Bäckerei Gräf Betriebs GmbH mit Sitz in der Fürther Straße in Seukendorf. Dort befindet sich auch die Backstube des Unternehmens. Auf seiner Internetseite führt Gräf derzeit insgesamt vier Fachgeschäfte auf. Neben dem Stammhaus in Seukendorf gibt es drei Standorte in Fürth: nahe dem Klinikum in der Friedrich-Ebert-Straße, in der Cadolzburger Straße beim Fürthermare sowie am OBI Annaberg.
Über die Hintergründe des Insolvenzantrags macht der Gerichtsbeschluss keine Angaben. Auch mögliche Folgen für die Beschäftigten oder die einzelnen Geschäfte lassen sich daraus nicht ableiten. Offen ist derzeit ebenso, ob und unter welchen Voraussetzungen der Betrieb langfristig fortgeführt werden kann.

