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Neue Dorfbücherei für Obermichelbach? Das ist der aktuelle Stand

3. Oktober 2026, 09:30 Uhr ,
Der frühere Jugendtreff «Ofenrohr» in Obermichelbach könnte künftig eine Dorfbücherei beherbergen. (Foto: Symbolbild)Der frühere Jugendtreff «Ofenrohr» in Obermichelbach könnte künftig eine Dorfbücherei beherbergen. (Foto: Symbolbild)

Noch stehen dort keine Bücherregale, und auch ein Termin für die Eröffnung existiert nicht. Trotzdem gibt es für den früheren Jugendtreff «Ofenrohr» in Obermichelbach eine neue Idee: Aus den Räumen an der Kirche könnte eine Dorfbücherei werden. Ob daraus tatsächlich etwas wird, entscheidet sich jedoch zunächst an einer ganz anderen Stelle. Die Gemeinde muss mit der Evangelischen Kirchengemeinde klären, ob sie das Gebäude überhaupt nutzen kann.

Ausgangspunkt ist ein Antrag der CSU. Der Gemeinderat beschloss daraufhin, prüfen zu lassen, ob sich das frühere «Ofenrohr» für eine Dorfbücherei eignet. Bürgermeister Bernd Zimmermann will nun zunächst mit dem Kirchenvorstand sprechen. Dabei gehe es vor allem um die Frage, «ob seitens des Kirchenvorstandes grundsätzlich die Bereitschaft besteht, die Räumlichkeiten der Gemeinde für die Einrichtung einer Dorfbücherei zu überlassen».

Selbst die Eigentumsfrage ist noch nicht vollständig geklärt. Nach dem derzeitigen Kenntnisstand der Gemeinde gehört das Grundstück vermutlich der Evangelischen Kirchengemeinde Obermichelbach. Erst wenn die Eigentumsverhältnisse abschließend geprüft sind und die Kirche einer Nutzung grundsätzlich zustimmt, kann über die Bedingungen gesprochen werden. Infrage kommen nach Angaben Zimmermanns etwa ein Mietvertrag oder eine andere Nutzungsvereinbarung.

Das «Ofenrohr» war über Jahre mit der kirchlichen Jugendarbeit verbunden. Der heutige kommunale Jugendtreff ist davon unabhängig. Er befindet sich in der Straße Zum Eichweiher 2–4 und wird weiterhin für die offene Kinder- und Jugendarbeit genutzt.

Was für die Bücherei spricht: Nach einer ersten Besichtigung sieht Zimmermann offenbar keinen großen Sanierungsbedarf. Umfangreiche Renovierungsarbeiten seien nach seinem derzeitigen Eindruck nicht erforderlich. Kleinere Ausbesserungen und Malerarbeiten könnten genügen. Für eine Bücherei müssten die Räume allerdings neu eingerichtet werden. Benötigt würden vor allem Regale und geeignetes Mobiliar.

Damit ist allerdings noch nicht geklärt, was das Vorhaben kosten würde. Eine konkrete Schätzung gibt es bisher nicht. Die Gemeinde will deshalb zunächst abwarten, wie das Gespräch mit dem Kirchenvorstand ausgeht. Ist eine Nutzung möglich, soll eine genauere Bestandsaufnahme vor Ort folgen. Erst danach lassen sich Kosten berechnen und mögliche Förderprogramme prüfen.

Auch die Dimension des Projekts zeichnet sich erst langsam ab. Aus der Idee eines «Dorf-Wohnzimmers», also eines Treffpunkts mit mehreren Funktionen, könnte zunächst eine klassische Dorfbücherei werden. Zimmermann hält aufgrund der Größe und des Zuschnitts des Gebäudes derzeit vor allem diese Nutzung für realistisch. Ob später noch Veranstaltungen oder andere Begegnungsangebote hinzukommen können, sei offen.

Für den laufenden Betrieb dürfte die Gemeinde auf freiwilliges Engagement angewiesen sein. Schon im Gemeinderat wurde die Möglichkeit angesprochen, Ehrenamtliche einzubinden. Zimmermann erwartet, dass diese bei einer späteren Dorfbücherei «eine entscheidende Rolle spielen» werden.

Viele praktische Fragen kommen deshalb erst später auf den Tisch. Welche Bücher und anderen Medien angeboten werden, wann geöffnet wird und wann die ersten Bücher tatsächlich ausgeliehen werden könnten, steht noch nicht fest. Der nächste Schritt führt vielmehr zunächst zum Kirchenvorstand. Danach soll der Gemeinderat erfahren, ob die Räume grundsätzlich zur Verfügung stehen. Erst dann entscheidet sich, ob aus der Idee für das alte «Ofenrohr» tatsächlich eine neue Dorfbücherei wird.

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