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Elektroauto mieten in Seukendorf: Das kostet das neue Carsharing

8. Oktober 2026, 12:25 Uhr
Am Veitsbronner Weg in Seukendorf steht das erste E-Carsharing-Fahrzeug der Zenngrundallianz zur gemeinschaftlichen Nutzung bereit. (Foto: Ronald Heinrich)Am Veitsbronner Weg in Seukendorf steht das erste E-Carsharing-Fahrzeug der Zenngrundallianz zur gemeinschaftlichen Nutzung bereit. (Foto: Ronald Heinrich)

Ein Auto nutzen, ohne selbst eines besitzen zu müssen: Was in größeren Städten längst verbreitet ist, soll nun auch im Landkreis Fürth stärker Fuß fassen. In Seukendorf ist die erste E-Carsharing-Station der Zenngrundallianz vorgestellt worden. Am Veitsbronner Weg steht ein Elektroauto zur gemeinschaftlichen Nutzung bereit. Weitere Standorte in der Region sind bereits geplant.

Hinter dem Projekt stehen die Zenngrundallianz und das Unternehmen deer aus dem baden-württembergischen Calw. Die Planungen reichen bis ins Jahr 2023 zurück. Bei der Vorstellung erläuterte Bürgermeister Sebastian Rocholl gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Zenngrundallianz, Marco Kistner, und einer Vertreterin des Landratsamtes Fürth das neue Angebot.

Das Prinzip ist einfach: Wer ein Auto benötigt, kann über eine App ein Elektrofahrzeug buchen, ohne sich dauerhaft um Anschaffung, Versicherung oder Wartung kümmern zu müssen. Nach der einmaligen Registrierung werden verfügbare Fahrzeuge angezeigt. Die Buchung, das Öffnen und der Start erfolgen über die App. Abgerechnet wird nach der Nutzungsdauer. Versicherung, Wartung und Strom sind im Mietpreis enthalten.

Besonders im ländlichen Raum könnte das Angebot eine Lücke schließen. Anders als in größeren Städten sind Bus- und Bahnverbindungen dort nicht für jede Fahrt eine passende Alternative. Carsharing kann deshalb vor allem für Menschen interessant sein, die nur gelegentlich ein Auto benötigen oder auf einen Zweitwagen verzichten möchten. In Seukendorf befindet sich die neue Station in der Nähe einer Bushaltestelle. Das Angebot soll den öffentlichen Nahverkehr ergänzen, nicht ersetzen.

Nach den bisherigen Planungen sollen weitere Stationen in Langenzenn, Puschendorf und am Landratsamt Fürth entstehen. Auch Veitsbronn ist als künftiger Standort vorgesehen. Obermichelbach zeigt ebenfalls Interesse an einer Beteiligung. Darüber hinaus wird das Konzept in der kommunalen Allianz Biberttal-Dillenberg diskutiert. Bereits im Frühjahr hatten die beteiligten Gemeinden Seukendorf, Puschendorf und Langenzenn die Einführung des elektrischen Carsharings gemeinsam vorbereitet.

Bis zur Eröffnung waren allerdings einige Hürden zu überwinden. Allein die Einrichtung der Ladestation kostete nach Angaben von Bürgermeister Rocholl rund 7000 Euro. Hinzu kamen Ausgaben für Erdarbeiten und die Verlegung der Stromkabel. Kurz vor der Fertigstellung stellte sich zudem heraus, dass die eingebauten Stromzähler nicht mit den technischen Vorgaben des örtlichen Netzbetreibers kompatibel waren. Das Problem konnte jedoch gelöst werden.

Die Lademöglichkeit steht nicht ausschließlich dem Carsharing-Fahrzeug zur Verfügung, sondern kann auch privat genutzt werden. Nach Angaben des Bürgermeisters ist das Angebot bereits für Fahranfänger ab 18 Jahren zugänglich. Sollte das Fahrzeug am Standort gerade vermietet sein, stellt deer innerhalb von 24 Stunden ein weiteres Fahrzeug bereit.

Wie viel eine Fahrt kostet, hängt von der Nutzungsdauer und der Fahrzeugklasse ab. Laut dem seit März 2026 geltenden Preisblatt des Anbieters werden für ein Fahrzeug der Basic Line 7,90 Euro für die erste halbe Stunde berechnet. Eine Nutzung über 24 Stunden kostet regulär 69,90 Euro. Die einmalige Registrierung schlägt mit 4,90 Euro zu Buche. Für längere Mietzeiten sowie andere Fahrzeugklassen gelten weitere Tarife.

Ob das Modell langfristig erfolgreich sein wird, hängt vor allem davon ab, wie häufig die Fahrzeuge tatsächlich gebucht werden. Für Bürgermeister Rocholl ist die neue Station zugleich ein Beitrag zu einer klimafreundlicheren Mobilität. Dabei gehe es nicht darum, den Individualverkehr vollständig zu ersetzen, sondern zusätzliche Möglichkeiten zu schaffen und den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern.

«Es sind die kleinen Schritte, die wichtig sind, etwas für die Umwelt zu tun», sagte Rocholl. Mit der ersten Station ist nun ein solcher Schritt gemacht. Wie stark das Angebot im Alltag genutzt wird, werden die kommenden Monate zeigen.

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