Die Auferstehungskirche im Fürther Stadtpark wird 200 Jahre alt. Was einst als Kirche auf einem Friedhof entstand, ist heute nicht nur ein Ort des Glaubens, sondern auch ein Stück Fürther Stadtgeschichte. Zum Jubiläum stehen mehrere Veranstaltungen auf dem Programm. Höhepunkt ist ein Festgottesdienst am Sonntag, 18. Oktober, mit dem bayerischen Landesbischof Christian Kopp. Auch ungewöhnliche Kunstinstallationen prägen das Jubiläumsjahr.
Am 15. Oktober 1826 wurde die klassizistische Kirche eingeweiht. Damals sah ihre Umgebung noch völlig anders aus. Wo sich heute Spaziergänger im Stadtpark aufhalten, lag einst ein Friedhof. Letzterer war bereits 1802 angelegt worden, weil die wachsende Stadt zusätzliche Begräbnisflächen benötigte. Anfangs war auf dem Gelände lediglich eine Friedhofskapelle vorgesehen. Doch mit der zunehmenden Einwohnerzahl stieg auch der Bedarf an einem weiteren evangelischen Gotteshaus.
Der Fürther Magistrat beschloss am 1. April 1824 den Kirchenbau. Ein Jahr später, am 14. April 1825, wurde der Grundstein gelegt. Die Pläne stammten vom königlich-bayerischen Bauinspektor Brüger. Er entwarf ein Gebäude im Stil des Klassizismus, dessen klare Formen und zurückhaltende Gestaltung bis heute das Erscheinungsbild prägen.
Die Baukosten beliefen sich auf 23.611 Gulden. Bemerkenswert ist, dass ein erheblicher Teil durch freiwillige Beiträge finanziert wurde. Auch Angehörige der katholischen und jüdischen Gemeinde beteiligten sich an den Spenden. Damit war die Entstehung der Kirche bereits vor zwei Jahrhunderten nicht allein eine Angelegenheit der evangelischen Gemeinde.
Die Umgebung veränderte sich später grundlegend. Der frühere Friedhof wurde aufgelassen, aus dem Gelände entwickelte sich der heutige Stadtpark. Einzelne historische Grabmäler erinnern noch an die ursprüngliche Nutzung. Die Auferstehungskirche blieb bestehen und gehört inzwischen zu den ältesten erhaltenen Kirchengebäuden Fürths.
Das Jubiläumsjahr steht unter dem Motto «Eine Reise durch das Meer der Zeit». Bereits im März wurde mit einem historischen Gottesdienst an die Anfangszeit erinnert. Im Mai folgte eine Ausstellung, bei der sich 18 Künstler mit dem Verhältnis zwischen Himmel und Erde auseinandersetzten.
Auch zwei ungewöhnliche Installationen gehören zum Jubiläumsprogramm. Von der Kirchendecke hängt eine filigrane «Himmelsleiter» der Künstlerin Ruth Effer in den Raum. Sie greift symbolisch die Verbindung zwischen Himmel und Erde auf. Sabine Deifel beschäftigt sich dagegen mit Seifenblasen und ihren schillernden Oberflächen. In einem ihrer großformatigen Objekte spiegelt sich sogar die Auferstehungskirche selbst.
Der zentrale Festgottesdienst findet am Sonntag, 18. Oktober, um 9.30 Uhr statt. Gemeinsam mit Fürths Dekan Jörg Sichelstiel gestaltet Landesbischof Christian Kopp die Feier.
Unter dem Leitgedanken «Auferstehen – Kirche und Zukunft» richtet sich der Blick auf die kommenden Jahrzehnte. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach der Rolle der Kirche in einer Gesellschaft, die sich verändert, sowie nach der Bedeutung von Glauben, Gemeinschaft und Hoffnung für künftige Generationen.
Genau 200 Jahre nach der Einweihung findet am Donnerstag, 15. Oktober, um 19.30 Uhr ein Geburtstagskonzert statt. Unter dem Titel «Die Königin gratuliert» spielt Kirchenmusikdirektorin Sirka Schwartz-Uppendieck an der Orgel der Auferstehungskirche.
Das Programm umfasst Musik aus zwei Jahrhunderten. Zu hören sind unter anderem Werke von Fanny Mendelssohn, César Franck, Max Reger, Mélanie Bonis und Olivier Messiaen.
Ein weiterer Bestandteil des Jubiläums ist die Teilnahme an den Fürther Glanzlichtern am 6. und 7. November. Jeweils von 17 bis 22 Uhr wird die Kirche mit Lichtinstallationen in Szene gesetzt. Auf weißen Ausstellungskörpern, sogenannten White Cubes, sollen Vorstellungen davon gezeigt werden, wie die Auferstehungskirche in weiteren 200 Jahren aussehen könnte. Auch das Ostfenster wird beleuchtet.

