Politik im Sitzungssaal, Tanzmusik auf den Fluren und Gespräche mit der Polizei im Innenhof: Im Fürther Rathaus wird es am Freitag, 16. Oktober, deutlich lebhafter zugehen als an einem gewöhnlichen Arbeitstag. Für vier Stunden gehört das Gebäude nicht den Sitzungen und der Verwaltung, sondern den Menschen, die dort miteinander diskutieren, spielen und feiern wollen. Anlass ist die «Lange Nacht der Demokratie», an der sich mehr als 25 Organisationen und Initiativen beteiligen.
Von 18 bis 22 Uhr stehen die Türen offen. Das Motto «Das Rathaus gehört uns!» ist dabei durchaus wörtlich zu verstehen. Die Besucher können sich durch verschiedene Räume bewegen, mit anderen ins Gespräch kommen oder selbst an Aktionen teilnehmen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Demokratie im Alltag funktioniert und was sie für das Zusammenleben bedeutet.
Ein zentraler Programmpunkt ist «Hart aber Fürth». Das Diskussionsformat wird zwischen 19 und 21 Uhr live im Großen Sitzungssaal veranstaltet. Wer sich lieber unmittelbar mit gesellschaftlichen Fragen beschäftigen möchte, findet dazu zahlreiche weitere Möglichkeiten. Beim «Blaulicht-Dialog» steht die Polizei für Gespräche bereit. Mit «Shengo – Der Rat im Rathaus» wandert ein Diskussionsangebot durch das Gebäude.
Daneben geht es spielerisch zu. Eine Demokratie-Pizza, ein Escape-Game und verschiedene Gesellschaftsspiele gehören ebenso zum Programm wie kreative Aktionen. Auch der Fürther Jugendrat ist vertreten und stellt seine Kandidaten vor. Damit sollen insbesondere junge Menschen Gelegenheit bekommen, sich mit politischen Themen auseinanderzusetzen.
Für einen ungewöhnlichen Kontrast zur politischen Arbeit im Rathaus sorgt ab 19.30 Uhr eine Silent Disco. Statt Musik aus Lautsprechern gibt es Kopfhörer, über die die Teilnehmer ihre Musik hören und dazu tanzen können. Lesungen zum Thema «Mut» und gemeinsames Singen mit dem Menschenrechte-Chor ergänzen das Angebot. Wer Fürth einmal aus einer anderen Perspektive erleben möchte, hat bei zwei geplanten Turmbesteigungen um 19.30 und 20.30 Uhr Gelegenheit dazu.
Den offiziellen Auftakt übernimmt Oberbürgermeister Thomas Jung um 18 Uhr. Schon eine Stunde zuvor beginnt eine Führung durch das Ludwig-Erhard-Zentrum. Hinter dem Abend steht ein breites Bündnis aus Einrichtungen, Vereinen und Initiativen. Dazu gehören neben der Volkshochschule unter anderem die Diakonie Fürth, das Freiwilligenzentrum, der Integrationsbeirat und das Welthaus Fürth.
Die Idee stammt aus einer bayernweiten Initiative, die 2018 ins Leben gerufen wurde und inzwischen in mehr als 30 Kommunen vertreten ist. Dass die Lange Nacht in Fürth erst Mitte Oktober stattfindet, hängt mit der Michaelis-Kirchweih zusammen. Der reguläre Termin Anfang Oktober wurde deshalb um zwei Wochen verschoben.
Der Eintritt ist kostenlos, eine Anmeldung ist mit Ausnahme des Escape-Games nicht notwendig.

