Die Stadt Fürth erhält elf Millionen Euro aus einem staatlichen Hilfsprogramm für finanziell belastete Kommunen. Auch der Markt Cadolzburg im Landkreis Fürth profitiert von den Zuschüssen und bekommt 285.000 Euro, wie der Fürther SPD-Landtagsabgeordnete Horst Arnold mitteilte. Die Entscheidung fiel am Freitag, 30. Oktober 2026, im Rahmen der Verteilung der bayerischen Bedarfszuweisungen und Stabilisierungshilfen. Fürth erhält damit die höchste Einzelzuweisung in ganz Mittelfranken.
„Mit den Bedarfszuweisungen und Stabilisierungshilfen unterstützt der Freistaat dort, wo finanzielle Belastungen besonders groß sind“, erklärte der örtliche CSU-Landtagsabgeordnete Werner Stieglitz. „Die Mittel verschaffen den Landkreisen, Städten und Gemeinden zusätzlichen Spielraum und helfen dabei, zentrale Aufgaben weiterhin zuverlässig zu erfüllen.“
Insgesamt stellt der Freistaat Bayern in diesem Jahr 250 Millionen Euro für die Unterstützung finanzschwacher Städte, Gemeinden und Landkreise bereit. Das sind 150 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Allerdings stammen 100 Millionen Euro aus dem Sondervermögen des Bundes für Infrastrukturinvestitionen. Die übrigen zusätzlichen 50 Millionen Euro finanziert Bayern aus eigenen Mitteln.
In Mittelfranken werden zehn Kommunen mit insgesamt rund 26,4 Millionen Euro unterstützt. Neben Fürth und Cadolzburg erhält unter anderem die Stadt Erlangen 8.275.400 Euro.
Die staatlichen Hilfen sollen Kommunen entlasten, deren finanzielle Möglichkeiten stark eingeschränkt sind. Während klassische Bedarfszuweisungen außergewöhnliche finanzielle Belastungen abfedern können, richten sich Stabilisierungshilfen insbesondere an strukturschwache Kommunen, die ihre Haushaltslage verbessern wollen. Das Geld kann je nach Art der bewilligten Hilfe beispielsweise zur Schuldentilgung oder für notwendige Investitionen eingesetzt werden.
Horst Arnold sieht in den zusätzlichen Mitteln eine notwendige Unterstützung für die Kommunen. Zugleich warnt er vor deren weiterhin angespannter Finanzlage. Nach seinen Angaben ist die Verschuldung der bayerischen Kommunen zwischen 2021 und 2025 um rund 9,3 Milliarden Euro auf 21,7 Milliarden Euro gestiegen. Das entspricht einem Zuwachs von etwa 75 Prozent.
Die SPD-Landtagsfraktion fordert deshalb, den kommunalen Anteil an den Steuereinnahmen des Freistaats von derzeit 13,3 auf 15 Prozent zu erhöhen. Nach ihrer Berechnung hätten die Kommunen dadurch im Jahr 2026 rund 850 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung.
Arnold spricht sich außerdem für einfachere Förderprogramme und eine stärkere finanzielle Unterstützung bei kommunalen Investitionen aus.

