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Flusswärmepumpe an der Rednitz geplant: Stadtwerke Stein wollen Nahwärme gewinnen

3. Februar 2026 ,
An der Rednitz in Stein soll eine Flusswasserwärmepumpe entstehen, die künftig Wohngebäude in der Umgebung über ein Nahwärmenetz versorgt. (Foto: Fürth Aktuell)An der Rednitz in Stein soll eine Flusswasserwärmepumpe entstehen, die künftig Wohngebäude in der Umgebung über ein Nahwärmenetz versorgt. (Foto: Fürth Aktuell)

Die Stadtwerke Stein planen den Bau und Betrieb einer Flusswasserwärmepumpe an der Rednitz. Die Anlage soll auf dem sogenannten Wanderparkplatz an der Gerasmühler Straße entstehen und künftig mehrere Wohngebäude in diesem Bereich über eine Nahwärmeleitung versorgen. Grundlage ist eine Bauvoranfrage, die am 12. Februar 2026 im Bau-, Verkehrs- und Umweltausschuss der Stadt öffentlich behandelt wird.

Vorgesehen ist eine zweigeschossige Containeranlage mit Streifenfundament, Außentreppe und einem zylindrischen Pufferspeicher. Das Bauwerk soll rund sechs Meter hoch werden. Das Flusswasser wird über einen Entnahmeschacht auf dem Grundstück neben dem Eislaufweiher aus der Rednitz entnommen und über eine Leitung zum Pumpwerk geführt. Von dort erfolgt die Verteilung der erzeugten Wärme über eine Nahwärmeleitung in die angrenzende Wohnbebauung der Gerasmühler Straße.

Eine Flusswärmepumpe nutzt die im Flusswasser gespeicherte Umweltwärme zur Beheizung von Gebäuden, indem über einen Entnahmeschacht Wasser aus dem Fluss zu einem Wärmetauscher geführt wird, wo es seine Wärme an ein geschlossenes Kältemittelsystem abgibt, ohne sich mit diesem zu vermischen.

Das Kältemittel verdampft bereits bei niedrigen Temperaturen, wird anschließend durch einen elektrisch betriebenen Verdichter komprimiert, wodurch seine Temperatur stark ansteigt, und gibt diese gewonnene Wärme an einen Pufferspeicher sowie ein Nahwärmenetz ab, bevor das nur leicht abgekühlte Flusswasser wieder in den Fluss zurückgeleitet wird, wobei der Strom nicht direkt zum Heizen dient, sondern lediglich den Verdichter antreibt, sodass aus einer Kilowattstunde Strom ein Mehrfaches an nutzbarer Wärme entsteht.

Der geplante Standort liegt auf einer als Parkplatz für Wanderer und Naherholung festgesetzten öffentlichen Verkehrsfläche. Nach den vorliegenden Unterlagen würden durch die Anlage sieben Stellplätze entfallen, sodass dort künftig noch zwölf Parkplätze zur Verfügung stünden. Die Stadt Stein befürwortet das Projekt nach den vorliegenden Unterlagen ausdrücklich, da damit Ziele der kommunalen Wärmeplanung umgesetzt würden. Die Verwaltung schlägt dem Ausschuss die Zustimmung zu dem Projekt vor.