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Woolworth-Gebäude in Fürth: Richtfest für neues Leben am südlichen Eingang der Fußgängerzone

5. Mai 2026
v.l.n.r.: Michael Ehret, Gründer von ehret+klein; Dr. Thomas Jung, Oberbürgermeister der Stadt Fürth; Teresa Hennig, technische Standortleiterin bei ZECH Bau SE NL Nürnberg; Christian Willert, stellvertretender Geschäftsführer des Versorgungswerks der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein. Foto: Roland Beckv.l.n.r.: Michael Ehret, Gründer von ehret+klein; Dr. Thomas Jung, Oberbürgermeister der Stadt Fürth; Teresa Hennig, technische Standortleiterin bei ZECH Bau SE NL Nürnberg; Christian Willert, stellvertretender Geschäftsführer des Versorgungswerks der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein. Foto: Roland Beck

Am südlichen Eingang der Fürther Fußgängerzone soll bald wieder mehr Leben einkehren. Der Umbau des sogenannten Woolworth-Gebäudes an der Schwabacher Straße 54 hat einen entscheidenden Baufortschritt erreicht. Die Ehret+Klein AG feierte dort am Dienstag mit rund 80 Gästen Richtfest. Der Rohbau des Erweiterungsbaus ist abgeschlossen, im Inneren des Gebäudes laufen bereits weitere Arbeiten. Bis Ende 2026 soll das Gesamtprojekt fertiggestellt sein – Woolworth soll pünktlich vor dem Weihnachtsgeschäft wieder einziehen und neu eröffnen .

Das Gebäude an der Ecke Schwabacher Straße und Maxstraße gehört zu den markanten Bauten der Fürther Innenstadt. Viele kennen es vor allem als Woolworth-Kaufhaus. Errichtet wurde es Mitte der 1950er Jahre nach Plänen des Architekten Hans Paul Schmohl. Das frühere Kaufhaus steht teilweise unter Denkmalschutz und wird nun umfassend saniert, umgebaut und im Innenhof ergänzt. Nach Angaben von Ehret+Klein umfasst das Projekt künftig rund 8.600 Quadratmeter Gesamtfläche.

Eine Besonderheit am Bau ist der tonnenschwere Kran, der in die Mitte des Gebäudes gehievt wurde. Dadurch konnten Straßensperrungen vermieden werden.

Die Pläne verbinden mehrere Nutzungen. Im Erdgeschoss und Untergeschoss soll Woolworth wieder einziehen. In den Obergeschossen des Bestands und im Neubau im Innenhof entstehen 100 Serviced Apartments des Anbieters ipartment. Dafür sind rund 3.600 Quadratmeter vorgesehen. Der Anbieter hat bereits langfristig Flächen in dem Gebäude angemietet. Damit sollen an einem zentralen Punkt der Innenstadt Handel und Wohnen wieder enger zusammenrücken.

Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung wertete das Richtfest als wichtiges Signal für die Innenstadt. Die umfassende Sanierung sei eine «großartige Stärkung für die Innen- und Einkaufsstadt Fürth». Jung hob vor allem die Bedeutung für den südlichen Teil der Fußgängerzone hervor. Dieser Abschnitt habe durch neue Laufwege in der Innenstadt an Aufmerksamkeit verloren. Mit der Wiederbelebung des Gebäudes solle dort wieder mehr Bewegung entstehen.

Auch Wirtschaftsreferent Horst Müller setzt auf die Wirkung des Projekts. Er sprach von einem «echten Frequenzbringer für den südlichen Ast der Fußgängerzone». Bei dem Termin fiel dazu der Satz: «Frequenz ist nicht alles, aber ohne Frequenz ist alles nichts.» Gemeint ist: Wenn wieder mehr Menschen diesen Bereich der Innenstadt nutzen, kann das auch den umliegenden Geschäften helfen.

Das Projekt hat eine längere Vorgeschichte. Das Gebäude war über Jahre mit Unsicherheit verbunden, Eigentümer wechselten, große Teile standen leer. Nun befinde man sich aber nach gemeinsamen Kraftanstrengungen auf einer Baustelle, die laufe, hieß es vor Ort. Zugleich wurde betont, dass das Haus bereits zu 100 Prozent vermietet sei. Das sei in dieser frühen Phase und in der aktuellen Lage der Branche nicht selbstverständlich.

Christian Willert, stellvertretender Geschäftsführer des Versorgungswerks der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein, zeigte sich erfreut über den schnellen Fortschritt. Das Versorgungswerk ist Eigentümer des Gebäudes. Nach langjährigem Stillstand habe Ehret+Klein neue Dynamik in das Vorhaben gebracht. Willert sieht in dem Gebäude einen wichtigen Stadtbaustein, der eine Scharnierfunktion in der Innenstadt übernehmen solle.

Michael Ehret, Gründer von ehret+klein, ordnete das Projekt als «Stadtreparatur» ein. Alte Büro- und Ladenflächen würden teilweise in Wohnraum umgewandelt und erweitert. Dadurch entstehe neuer innerstädtischer Wohnraum, ohne dass zusätzliche Flächen versiegelt würden. Der Mix aus Handel im Erdgeschoss und Wohnen in den Obergeschossen solle die Innenstadt beleben.

Auch die Bauweise spielte beim Richtfest eine Rolle. Teresa Hennig, technische Standortleiterin bei ZECH Bau SE Niederlassung Nürnberg, erklärte, dass eine genaue Vorbereitung bei solchen Bestandsprojekten entscheidend sei. Durch eine vorgeschaltete PreConstruction-Phase habe der ursprünglich geplante Abriss der Innenhofdecke vermieden werden können.

Nach Unternehmensangaben wurden dadurch rund 700 Tonnen Abbruchmasse sowie etwa die gleiche Menge an neuem Material eingespart.

Für die Innenstadt dürfte besonders die Rückkehr von Woolworth von Bedeutung sein. Nach den beim Richtfest genannten Angaben soll die Filiale rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft öffnen, genannt wurde ein Zeitraum im Oktober oder Anfang November.