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Mehr Platz für den Ernstfall: BRK Fürth baut Standort in Atzenhof aus

7. Mai 2026 ,
Das BRK-Katastrophenschutzzentrum in Fürth-Atzenhof soll in den kommenden Jahren erweitert werden. Auf einer zusätzlichen Fläche von rund 7.150 Quadratmetern sind unter anderem Übungsflächen, ein Trainingsbereich für Rettungshunde und neue Stellplätze für Einsatzfahrzeuge geplant. Foto: Roland BeckDas BRK-Katastrophenschutzzentrum in Fürth-Atzenhof soll in den kommenden Jahren erweitert werden. Auf einer zusätzlichen Fläche von rund 7.150 Quadratmetern sind unter anderem Übungsflächen, ein Trainingsbereich für Rettungshunde und neue Stellplätze für Einsatzfahrzeuge geplant. Foto: Roland Beck

Auf dem Gelände an der Flugplatzstraße in Fürth-Atzenhof soll in den kommenden Jahren deutlich mehr Raum für den Katastrophenschutz entstehen. Der BRK-Kreisverband Fürth hat eine angrenzende Fläche von rund 7.150 Quadratmetern erworben und will sein Katastrophenschutzzentrum Schritt für Schritt erweitern. Das Grundstück kostete nach Angaben des BRK rund 1,4 Millionen Euro. Geplant sind zusätzliche Übungsflächen, ein Trainingsbereich für Rettungshunde, neue Kapazitäten für Einsatzfahrzeuge und langfristig ein modernes Ausbildungszentrum.

Der Standort ist für das BRK von zentraler Bedeutung. Das Katastrophenschutzzentrum in Atzenhof dient nicht nur als Ausbildungsstätte, sondern auch als Stützpunkt für Einsatzkräfte, Material und Fahrzeuge. Im Ernstfall kann von dort aus Unterstützung für Stadt und Landkreis Fürth organisiert werden. Genau diese Rolle soll durch den Ankauf der Nachbarfläche gestärkt werden.

Landrat Bernd Obst, Vorsitzender des BRK-Kreisverbands Fürth, bezeichnete die Erweiterung bei einem Pressetermin als Meilenstein. Der Standort sei für Stadt und Landkreis gut erreichbar und damit nahezu ideal. Das BRK betreue beide Gebietskörperschaften, sagte Obst. Gerade deshalb sei es wichtig, in Atzenhof weiter zu investieren. «Wir investieren hier ganz konkret in die Sicherheit unserer Bürger, indem wir die moderne Infrastruktur schaffen, die unsere ehrenamtlichen Rotkreuzler für immer komplexer werdende Einsatzlagen brauchen», so Obst.

Konkret soll das neue Gelände zunächst für mehrere praktische Verbesserungen genutzt werden. Ein Schwerpunkt liegt auf der Rettungshundestaffel. Nach den Erläuterungen von Arthur Sieder, Krisenmanager und Baubeauftragter des BRK Fürth, ist der bisherige Übungsbereich für die Hunde nur bedingt geeignet.

Dort werde bislang auf einer Betonfläche trainiert. Künftig sollen die Teams auf einem naturnäheren Gelände üben können. Dazu sollen Hindernisse, Barrieren und trümmerähnliche Elemente entstehen.

Auch die Sanitäts- und Katastrophenschutzeinheiten sollen mehr Möglichkeiten für realistische Übungen erhalten. Auf dem neuen Areal könnten Einsatzlagen nachgestellt werden, die im Alltag nicht ohne Weiteres trainiert werden können. Dazu zählen etwa Verkehrsunfälle, der Aufbau eines Behandlungsplatzes oder die Versorgung mehrerer Verletzter. Sieder machte deutlich, dass dabei mit jener Ausrüstung gearbeitet werden soll, die auch bei echten Schadenslagen gebraucht wird.

Der aufwendigste Teil der ersten Ausbaustufe wird voraussichtlich eine neue Fahrzeughalle. Das BRK plant dort nach den bisherigen Angaben Stellplätze für etwa 20 bis 25 Fahrzeuge. Der Bedarf ist nach Angaben des Kreisverbands in den vergangenen Jahren gewachsen. Unter anderem seien zusätzliche Fahrzeuge und Materialien vom Bund zugewiesen worden. Die bestehende Fahrzeughalle sei bereits voll belegt. Bei der neuen Halle gehe es auch um große Fahrzeuge und Gespanne, die entsprechend viel Platz benötigen.

Ganz ohne Vorarbeiten kann auf dem Gelände aber nicht gebaut werden. Da der Bereich früher militärisch genutzt wurde, müssen zunächst Untersuchungen stattfinden. Dabei geht es um mögliche Altlasten und Kampfmittel. Parallel dazu läuft die Planung mit einem Architekten. Sieder sagte, er hoffe, dass bis Ende des Jahres erste sichtbare Maßnahmen beginnen könnten.

Die erste Phase soll bis 2028 umgesetzt werden. Danach ist eine zweite, deutlich langfristigere Entwicklung vorgesehen. Sie ist nach Angaben des BRK auf etwa zehn bis 15 Jahre angelegt. In dieser Phase könnte ein modernes Ausbildungszentrum mit Simulations- und Übungsmöglichkeiten entstehen. Außerdem denkt das BRK über zusätzliche Lager- und Umschlagkapazitäten für Hilfsgüter nach. Sieder sagte laut den vorliegenden Angaben: «Wir können uns eine Entwicklung zu einem nordbayerischen Lagerzentrum für Hilfsgüter gut vorstellen.»

Wie wichtig ein solcher Standort sein kann, zeigte sich nach Angaben des BRK während der Corona-Pandemie. Damals wurde das Katastrophenschutzzentrum zeitweise als Umschlagplatz für Schutzausrüstung genutzt. Solche Erfahrungen fließen nun in die weitere Planung ein. Auch Extremwetter, Überschwemmungen und Stromausfälle nennt der Kreisverband als Beispiele für Lagen, auf die man sich besser vorbereiten will.

Fürths Bürgermeister Markus Braun begrüßte die Investition bei dem Termin. Er sprach von einer wichtigen Zukunftsinvestition in die Sicherheit der Stadt. Das Rote Kreuz sei ein starker Partner, wenn es um Versorgung und Hilfe in schwierigen Lagen gehe.