Normalerweise zählt für die Nachwuchsspieler der SpVgg Greuther Fürth vor allem, was auf dem Platz passiert. Im Spitalwald in Langenzenn war das am Aktionstag anders. Dort ging es nicht um Ballkontakte, Laufwege oder Zweikämpfe, sondern um Pflöcke, Reisigbündel und die Frage, wie Wasser länger im Wald gehalten werden kann. Gemeinsam mit dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern, kurz LBV, beteiligten sich Fußballer aus dem Nachwuchsleistungszentrum der Spielvereinigung an einem praktischen Naturschutzeinsatz.
Der Ort des Einsatzes war ein Graben im unteren Bereich des Spitalwaldes der Hospitalstiftung Langenzenn. Nach Angaben des LBV ist dieser Graben in den vergangenen Jahren ausgewaschen worden. Bei Starkregen kann Wasser dort schneller abfließen. Das ist für den Wald problematisch, weil weniger Wasser im Boden versickert. Zugleich können Wurzeln umliegender Bäume freigespült werden, wodurch die Stabilität der Bäume beeinträchtigt werden kann.
Um den Abfluss zu bremsen, schlugen die Nachwuchsspieler Pflöcke ein und befestigten daran sogenannte Faschinen. Diese Bündel aus Ästen und Reisig wurden quer zur Fließrichtung eingebaut. Sie sollen dafür sorgen, dass Wasser nicht ungebremst durch den Graben läuft. Mit der Zeit können sich an den Faschinen Sand und Sedimente sammeln. Dadurch entstehen kleine Ablagerungszonen und natürliche Barrieren. Das Gewässerbett kann sich nach Angaben des LBV nach und nach anheben, die Fließgeschwindigkeit sinkt.
Die Arbeit im Wald ist Teil einer Kooperation, die der LBV und die SpVgg Greuther Fürth seit 2024 aufgebaut haben. Der LBV ist seit Juli 2024 Naturschutzpartner des Vereins. Beide Seiten wollen regelmäßig Aktionen ermöglichen, bei denen junge Sportler erleben, welche Wirkung praktische Arbeit im Natur- und Umweltschutz haben kann. Im Spitalwald wurde dieser Ansatz konkret sichtbar: Aus einem sportlichen Team wurde für einige Stunden ein Arbeitstrupp für den Wasserrückhalt.
LBV-Geschäftsführer Helmut Beran zog dabei eine Verbindung zwischen Sport und Naturschutz. «Naturschutz und das Streben nach Nachhaltigkeit sind unsere DNA. Wie bei einem Fußballspiel ist auch beim Naturschutz Teamarbeit der Schlüssel zum Erfolg. Gemeinsam kann man in beiden Bereichen Großes erreichen», sagte Beran. Zugleich verwies er auf die Reichweite des Fußballs. Der Sport bringe Menschen zusammen. Für den LBV sei es wichtig, diese Aufmerksamkeit zu nutzen, um auf den Verlust der Artenvielfalt hinzuweisen und junge Menschen zum Handeln zu motivieren.
Der Einsatz ist zugleich Teil des Gewässerbiotopverbundprojekts der Stadt Langenzenn und des LBV. Dieses Projekt wird durch den Bayerischen Naturschutzfonds gefördert. Nach Angaben des Bayerischen Umweltministeriums sollen in Langenzenn kleinere Fließgewässer, Stillgewässer, angrenzende Flächen und Auen geschützt und ökologisch verbessert werden. Damit soll auch die vorhandene Artenvielfalt erhalten und gefördert werden.
Im Spitalwald können die eingebauten Faschinen zusätzlich sogenannte Trittsteinbiotope schaffen. Solche kleineren Lebensräume dienen Amphibien als Zwischenstationen zwischen größeren Lebensräumen. Die Maßnahme verbindet damit mehrere Ziele: Sie soll Wasser im Wald halten, Folgen von Starkregen abmildern und Lebensräume für Tiere verbessern.
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