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Oberasbach: Stehende Ovationen für 48 Jahre Stadtrat – und für die bisherige Rathauschefin

7. Mai 2026
Mit stehenden Ovationen verabschiedet: Oberasbach würdigt die scheidende Bürgermeisterin Birgit Huber und mehrere Stadtratsmitglieder. - darunter Lothar Schmidt von der CSU. (Foto: Stadt Oberasbach)Mit stehenden Ovationen verabschiedet: Oberasbach würdigt die scheidende Bürgermeisterin Birgit Huber und mehrere Stadtratsmitglieder. - darunter Lothar Schmidt von der CSU. (Foto: Stadt Oberasbach)

Mit stehenden Ovationen, persönlichen Worten und einem Rückblick auf viele Jahre kommunalpolitischer Arbeit hat Oberasbach mehrere scheidende Mitglieder des Stadtrats sowie die bisherige Erste Bürgermeisterin Birgit Huber verabschiedet. Die Ehrungen standen am Ende der letzten Stadtratssitzung unter Hubers Leitung. Nach Angaben der Stadt verlief der öffentliche Teil der Sitzung zuvor kurz und einvernehmlich. Neben weiteren Tagesordnungspunkten standen die Sportlerehrung sowie die Verabschiedung der Amtsträger im Mittelpunkt.

Besonders gewürdigt wurde Lothar Schmitt, der nach 48 Jahren aktiver Mitarbeit nicht mehr dem Gremium angehört. Laut Stadt war er in nahezu jedem Ausschuss aktiv, beteiligte sich an der Stadterhebung Oberasbachs und an der Gründung des Jugendhauses. Schmitt hatte die Stadtpolitik auch mit seinen als «Meilenstein» bezeichneten Streitschriften beeinflusst. Bereits 2024 war er für sein langjähriges kommunalpolitisches Engagement mit der Kommunalen Verdienstmedaille in Silber ausgezeichnet worden. Damals verwies die Stadt darauf, dass Schmitt seit 1978 Mitglied im ehemaligen Gemeinde- und späteren Stadtrat war.

Auch weitere scheidende Stadtratsmitglieder wurden von Huber persönlich verabschiedet. Dana Koch war im September 2025 für Bodo Wiegandt nachgerückt und konnte in ihrer kurzen Zeit im Stadtrat nach Darstellung der Stadt dennoch Einblicke in die Arbeit des Gremiums gewinnen. Doris Bauer schied nach sechs Jahren aus dem Stadtrat aus. Ihr seien besonders die Schulen wichtig gewesen. Zudem hatte sie 2008 eine Kandidatur Hubers als Bürgermeisterin angeregt.

Markus Gerstner wurde für seine Arbeit als Sportreferent hervorgehoben. Seit 2017 habe er sich vor allem für die Sportvereine eingesetzt. Gernot Höflinger begleitete Huber während ihrer gesamten Amtszeit in verschiedenen Ausschüssen. Huber würdigte seine durchdachten und kritischen Beiträge in den Diskussionen. Peter Heinl gehörte dem Stadtrat mehr als ein Vierteljahrhundert an. Er stand nach den Worten Hubers für klare Ansagen der SPD und für Einschätzungen zur Machbarkeit mancher Anfragen.

Thomas Peter brachte sich insgesamt 30 Jahre lang in zwei Abschnitten in die Stadtratsarbeit ein. Genannt wurden insbesondere seine Tätigkeit in Ausschüssen, seine Arbeit als Referent, seine Einschätzungen aus landwirtschaftlicher Sicht und sein «Gefühl für die Fläche». Außerdem war Peter zweimal Dritter Bürgermeister und hatte ein Aufsichtsratsmandat bei den Rangauwerken.

Zum Abschluss rückte auch die Amtszeit von Birgit Huber selbst in den Mittelpunkt. Sie hatte das Amt der Ersten Bürgermeisterin 18 Jahre lang inne. Seit dem 1. Mai 2026 ist Thomas Diebenbusch Erster Bürgermeister der Stadt Oberasbach.

Huber dankte in ihrem Rückblick auch Norbert Schikora und Marco Haas, ihrem Zweiten und Dritten Bürgermeister. Sie erinnerte an die Corona-Zeit, den Ukrainekrieg und an die Erfahrung einer Welt, «in der nichts mehr sicher scheint». Zugleich nannte sie Erfolge ihrer Amtszeit, darunter den Bau der Asbachhalle, die Fortschreibung des ISEK-Konzepts, die Zertifizierung als fahrradfreundliche Kommune und die Verpachtung der Sportplätze. Über alle Amtszeiten hinweg bezeichnete Huber ihre Aufgabe als «Herzensangelegenheit» für die Gestaltung und Weiterentwicklung der Stadt. Sie dankte für das «Miteinander, den politischen Disput und die Kompromisse».

Norbert Schikora hob in seiner Replik Hubers großen Einsatz hervor. Eine ihrer ersten Amtshandlungen sei gewesen, auf ein Dienstauto zu verzichten. Ihre Wege mit dem Fahrrad hätten eine besondere Nahbarkeit gezeigt. Am Ende gab es auch für Huber stehende Ovationen. Sie beendete den Moment nach Angaben der Stadt in ihrer gewohnten Bescheidenheit und bat zum Empfang.