Nach mehreren Stromausfällen in Fürth seit Samstag sieht die infra die außergewöhnliche Hitze als mögliche Ursache für die Häufung der Störungen. Betroffen waren am Wochenende und am Montagmorgen unter anderem die Hardhöhe, Poppenreuth, Ronhof und die Südstadt.
Nach Angaben der infra heizen sich bei hohen Außentemperaturen und intensiver Sonneneinstrahlung Böden und Trafostationen stark auf. Unter ungünstigen Bedingungen könne die entstehende Wärme nicht mehr ausreichend abgeführt werden, etwa bei Kabelhäufungen an Engstellen oder stark ausgelasteten Trafostationen in direkter Sonne. Kommen dann weitere Störungen hinzu, die Umschaltmaßnahmen erforderlich machen, könnten Belastungsgrenzen des Materials erreicht oder überschritten werden.
Dies könnte nach Einschätzung der infra auch eine Erklärung für den Dominoeffekt im Stadtteil Ronhof sein. Dort hatten sich am Sonntagnachmittag mehrere zunächst voneinander unabhängige Kabelschäden zu einer größeren Störung entwickelt. Zusätzlich könnten Bodenbewegungen durch Austrocknung Kabelfehler begünstigen. Die genauen Ursachen würden derzeit im Detail untersucht.
Die erste Störung war laut infra in der Nacht von Freitag auf Samstag um 0.01 Uhr im Bereich Hardhöhe aufgetreten. Rund 50 Kunden waren dort etwa 40 Minuten ohne Strom. Am Samstag und Sonntag folgten weitere Kabelausfälle. Insgesamt fielen nach Angaben des Unternehmens fünf Kabelstrecken und zwei Transformatoren aus. Rund 800 Kunden waren knapp 30 Minuten betroffen. Die Stromversorgung konnte jeweils durch Umschaltmaßnahmen wiederhergestellt werden.
Am Sonntagmorgen kam es um 2.03 Uhr zu einem weiteren Kabelschaden in Poppenreuth. Rund 3300 Haushalte waren bis etwa 3 Uhr von der Stromversorgung betroffen. Auch hier gelang es der infra nach eigenen Angaben, die Versorgung durch Umschaltmaßnahmen wiederherzustellen.
Am Sonntagnachmittag entwickelte sich im Bereich Ronhof die aufwendigste Störung. Zwischen 12.50 Uhr und etwa 17 Uhr kumulierten sich drei zunächst voneinander unabhängige Kabelschäden zu einem größeren Stromausfall. Rund 2000 Haushalte waren betroffen. Zu den betroffenen Netzbereichen gehörten nach Angaben der infra Laubenweg, Kronacher Straße, Erlanger Straße, Boenerstraße, Flurstraße, Carlo-Schmid-Straße und Rudolf-Schiestl-Straße.
Parallel dazu kam es zwischen 15.06 Uhr und 15.44 Uhr zu einer weiteren Störung in der Coseler Straße auf der Hardhöhe. Rund 700 Haushalte waren betroffen. Auch dort konnte die Stromversorgung durch Umschaltmaßnahmen wiederhergestellt werden.
Die Arbeiten zur vollständigen Reparatur der beschädigten Mittelspannungskabel dauern an. Teilweise konnten Schadstellen bereits lokalisiert und freigelegt werden. Weitere Reparaturen sollen in den kommenden Tagen erfolgen.
Die Behebung der Störungen erforderte nach Angaben der infra einen außergewöhnlich hohen Personaleinsatz, der deutlich über den regulären Bereitschaftsdienst hinausging. Insgesamt waren 15 Mitarbeiter sowie zwei Tiefbaufirmen im Einsatz.
Auch am Montagmorgen kam es erneut zu einem kurzen Stromausfall. Um 9.12 Uhr waren für vier Minuten rund 1200 Haushalte in der Fürther Südstadt betroffen, unter anderem in den Bereichen Herrnstraße, Flößaustraße und Neumannstraße. Die infra stellte die Versorgung erneut durch Umschaltmaßnahmen wieder her.

