Die neue Asbachhalle sollte den Oberasbacher Vereinen dringend benötigten Platz bieten. Doch nicht einmal ein Jahr nach der Eröffnung zeigt sich ein erhebliches Problem: Die Halle wird deutlich seltener genutzt als bei der Kalkulation angenommen.
Im Kultur-, Sport- und Sozialausschuss legte der Geschäftsleitende Beamte Markus Träger am Montag eine erste Bilanz zum Betrieb der Asbachhalle und der Jahnhalle vor. Nach seinen Angaben liegt die Auslastung derzeit bei lediglich rund 25 Prozent. Kalkuliert worden war ursprünglich mit 90 Prozent.
Das macht sich bei der Kalkulation bemerkbar. Nach den vorgestellten Zahlen liegen die Kosten je 45 Minuten und Hallenteil bei einer Auslastung von 90 Prozent inzwischen bei 23,74 Euro in der Jahnhalle und 26,50 Euro in der Asbachhalle. Für eine vollständige Kostendeckung wurden in der Sitzung noch deutlich höhere Werte genannt: 41,33 Euro für die Jahnhalle und 45,48 Euro für die Asbachhalle.
Die bisherigen Entgelte reichen damit nach Darstellung der Verwaltung nicht aus. Für 2025 wurde in der Sitzung ein Defizit von rund 77.700 Euro bei der Jahnhalle und rund 60.000 Euro bei der Asbachhalle genannt. Rechnerisch lege die Stadt derzeit bei einer Nutzungseinheit von 45 Minuten einen erheblichen Betrag dazu.
Dass Sportstätten in Oberasbach inzwischen auch eine Haushaltsfrage sind, ist nicht neu. Bereits 2025 hatte die Rechtsaufsicht die finanzielle Situation der Stadt zum Anlass genommen, eine Deckung zumindest der Betriebskosten zu verlangen. Damals waren für Vereine noch Betriebskosten von 16,19 Euro für die Jahnhalle und 16,72 Euro für die Asbachhalle je Hallenteil und 45 Minuten kalkuliert worden. Baukosten, Abschreibungen und Zinsen waren darin nicht enthalten.
Nun zeichnet sich eine erneute Anpassung ab. Träger machte im Ausschuss deutlich, dass aus Sicht der Verwaltung sowohl die Auslastung steigen als auch über höhere Nutzungsentgelte gesprochen werden müsse. Details sollen nach der Sommerpause erarbeitet werden. Die Beratungen sind ab September vorgesehen. Nach den bisherigen Überlegungen könnten neue Entgelte zum 1. Januar 2027 in Kraft treten. Eine Entscheidung darüber ist noch nicht gefallen.
Die Diskussion im Ausschuss zeigte allerdings, dass höhere Preise allein kaum als Lösung gesehen werden. Ausschussmitglied Bastian Gill (Freie Wähler) schlug vor, Leerzeiten zwischen verschiedenen Vereinsbelegungen möglichst zu vermeiden. Zudem müsse berücksichtigt werden, dass manche Sportarten ihre Trainingseinheiten nur während der Wintermonate in Hallen verlagerten.
Auch die Frage, welche der beiden großen Hallen künftig stärker genutzt werden soll, beschäftigte das Gremium. Heike Barth (Grüne) stellte zur Diskussion, zunächst möglichst viele Belegungen in der Asbachhalle zu bündeln. Dabei verwies sie auch auf den Sanierungsbedarf der älteren Jahnhalle. Gleichzeitig berichtete sie von Rückmeldungen aus Vereinen, wonach Nutzungsentgelte zu hoch seien und deshalb Buchungen nicht zustande kämen.
Träger widersprach allerdings der Vorstellung, das Problem allein durch eine Verlagerung bestehender Nutzer von der Jahnhalle in die Asbachhalle lösen zu können. Dadurch erhöhe sich die Gesamtauslastung der städtischen Hallen nicht. Vielmehr müssten zusätzliche Nutzer gewonnen werden. Die Stadt habe zudem einen Steuerberater eingeschaltet und lasse prüfen, wie der gemeinsame Betrieb der beiden Hallen steuerlich zu bewerten sei.
Deutliche Worte fand Andreas Fleischmann (Grüne). Er bezeichnete die Entwicklung als «Desaster». Vereine hätten ursprünglich zusätzlichen Hallenbedarf angemeldet, nutzten die vorhandenen Möglichkeiten nun aber nicht in dem erwarteten Umfang. Gleichzeitig wies er den Eindruck zurück, die Stadt betreibe keine Sportförderung. Aus seiner Sicht müsse das gesamte Modell gemeinsam mit den Vereinen neu gedacht werden. Dabei verwies er darauf, dass Vereine zum Teil Hallen in Cadolzburg oder Zirndorf nutzten.
Eine weitere Frage lautet deshalb, ob die Stadt ihre Hallen künftig aktiver vermarkten muss. Im Ausschuss wurde die Entwicklung eines Vermarktungskonzepts angesprochen. Als eine Möglichkeit brachte Fleischmann ein, Studierende an einem solchen Konzept mitarbeiten zu lassen.
Eine schnelle Lösung zeichnet sich damit nicht ab. Klar ist jedoch bereits, dass das bisherige Modell wirtschaftlich nicht funktioniert wie erwartet.
Die Verwaltung will nach der Sommerpause konkreter darlegen, wie Auslastung und Einnahmen gesteigert werden können.

