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Eltern retten Kita Blumenwiese in Großhabersdorf: Neustart mit zehn Kindern

17. September 2026, 07:17 Uhr , ,
Eltern haben für die Kita Blumenwiese in Großhabersdorf einen eigenen Trägerverein gegründet und die Einrichtung wieder eröffnet. (Foto: Roland Beck)Eltern haben für die Kita Blumenwiese in Großhabersdorf einen eigenen Trägerverein gegründet und die Einrichtung wieder eröffnet. Eltern haben für die Kita Blumenwiese in Großhabersdorf einen eigenen Trägerverein gegründet und die Einrichtung wieder eröffnet. (Foto: Roland Beck)

Noch vor wenigen Monaten stand die Zukunft der Kita Blumenwiese in Großhabersdorf auf der Kippe. Der bisherige Träger AWO wollte die Einrichtung nicht weiterführen. Statt die Schließung hinzunehmen, gründeten Eltern einen eigenen Verein und bauten innerhalb weniger Monate praktisch einen neuen Kita-Träger auf. Seit dem 7. September ist die Blumenwiese wieder geöffnet. Doch der Neustart erfolgt unter anspruchsvollen wirtschaftlichen Bedingungen.

Zehn Kinder werden derzeit in der Einrichtung betreut. Die neue Betriebserlaubnis umfasst insgesamt 20 Plätze für Kinder ab zwei Jahren bis zum Schuleintritt. Drei Mitarbeiterinnen arbeiten aktuell in der Kita. Zwei von ihnen waren bereits unter der bisherigen Trägerschaft dort beschäftigt und konnten übernommen werden. Ergänzend stehen Springerkräfte zur Verfügung, wie der Vorstand auf Anfrage von Fürth Aktuell schildert.

Träger ist nun der neu gegründete Verein «Unsere Blumenwiese Großhabersdorf e.V.». Die Idee, die Einrichtung als Elterninitiative weiterzuführen, entstand nach Angaben des Vereins Anfang Mai. Damals sei für die Eltern konkret geworden, dass die bisherige Trägerschaft nicht fortgesetzt werden sollte. Der Verein schreibt, vielen Eltern sei zuvor nicht bewusst gewesen, wie ernst die wirtschaftlichen Probleme der Einrichtung bereits gewesen seien.

Von diesem Zeitpunkt an blieb nur wenig Zeit. Innerhalb weniger Monate mussten unter anderem der Verein aufgebaut, die Finanzierung geklärt, Personal gesichert, Verträge und Versicherungen organisiert und die Voraussetzungen für eine neue Betriebserlaubnis geschaffen werden.

Dafür waren zahlreiche Unterlagen notwendig. Eingereicht werden mussten unter anderem ein Finanzierungsplan, die pädagogische Konzeption, ein Schutzkonzept gegen Gewalt, Vereinbarungen zum Kinderschutz, Betreuungsverträge sowie Nachweise über die fachliche und persönliche Eignung des Personals. Nach Darstellung des Vereins verlief die Zusammenarbeit mit der Kita-Aufsicht des Landratsamtes Fürth konstruktiv.

Noch im August war allerdings nicht sicher, ob der Neustart finanziell wie geplant gelingen würde. Die Spendenaktion sei während der Urlaubszeit ins Stocken geraten. Daraufhin hätten Eltern unter anderem Unternehmen angesprochen und persönlich um Unterstützung geworben.

Das Ziel für die Startphase liegt bei einer finanziellen Reserve von rund 20.000 Euro. Hintergrund ist unter anderem eine zeitliche Lücke bei der Finanzierung: Die Einrichtung nahm Anfang September ihren Betrieb auf, die ersten regulären Zahlungen nach dem Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz erwartet der Verein nach eigenen Angaben im November. Personal- und Betriebskosten fallen jedoch bereits vorher an.

Langfristig soll sich die Kita aus den regulären Einnahmen tragen. Dazu gehören die öffentliche Förderung, Elternbeiträge und weitere Einnahmen der Einrichtung. Zusätzliche laufende Ausgleichszahlungen sollen nach der Finanzplanung des Vereins nicht erforderlich sein. Spenden sollen vor allem die Anlaufphase und zusätzliche Anschaffungen finanzieren.

Gerade diese Frage ist für die Zukunft der Blumenwiese von Bedeutung. Denn wirtschaftliche Probleme waren der entscheidende Grund für den Ausstieg der AWO.

Der AWO-Kreisverband Fürth-Land erklärte auf Anfrage von Fürth Aktuell, die Blumenwiese habe zuletzt rund 30 Kinder im Alter von einem Jahr bis zur Einschulung betreut. Wegen sinkender Kinderzahlen sei die Einrichtung dennoch dauerhaft unterbelegt gewesen. Ein wirtschaftlicher Betrieb sei bereits seit Jahren nicht mehr möglich gewesen.

In den vergangenen drei Jahren habe die AWO nach eigenen Angaben rund 210.000 Euro Eigenmittel eingesetzt, um den Standort weiterzuführen. Als der Gemeinderat den Antrag auf Übernahme des prognostizierten Defizits für das Kita-Jahr 2025/26 ablehnte, habe der Verband die Einrichtung nicht mehr weiterbetreiben können.

«Wir haben alles in unserer Macht Stehende getan, um die Kita Blumenwiese trotz der schwierigen Rahmenbedingungen zu erhalten», erklärte AWO-Finanzvorstand Yasmin Seeliger gegenüber Fürth Aktuell. Als gemeinnütziger Träger könne die AWO die weiterhin erwartete Finanzierungslücke ohne Unterstützung der Gemeinde nicht mehr tragen.

Die AWO hatte die Trägerschaft der Blumenwiese erst Ende 2023 übernommen. Die Gemeinde hatte damals eine entsprechende Betriebsträgervereinbarung abgeschlossen. Ende April 2026 stand schließlich fest, dass die AWO ausscheiden würde. Zum 31. August endete ihre Trägerschaft.

Bürgermeister Thomas Zehmeister zeigt sich erleichtert, dass für die Einrichtung eine neue Lösung gefunden wurde. «Ich bin sehr froh darüber, dass wir mit diesem privat organisierten Träger nun weiterhin ein plurales Kita-Angebot in Großhabersdorf vorhalten können, und wünsche unserem neuen Trägerverein viel Erfolg», sagte er gegenüber Fürth Aktuell.

Die Gemeinde unterstützt das Projekt vor allem über das Gebäude. Dieses werde dem neuen Träger zu einer sehr geringen Miete überlassen, erklärte Zehmeister.

Gleichzeitig weist der Bürgermeister auf ein grundsätzliches Problem hin: Großhabersdorf verfüge mittlerweile über ein deutliches Überangebot an Betreuungsplätzen. Das werde die Finanzierung der einzelnen Einrichtungen künftig vor besondere Herausforderungen stellen. Nach seiner Einschätzung dürfte sich die Entwicklung sehr wahrscheinlich auch auf die Elternbeiträge auswirken.

Die Elterninitiative unterscheidet sich bewusst von klassischen Trägermodellen. Eltern sind Vereinsmitglieder und beteiligen sich auch organisatorisch an der Einrichtung. Die pädagogische Verantwortung liegt weiterhin beim Fachpersonal.

Für die Eltern sei es von Beginn an nicht darum gegangen, unbedingt selbst einen Kindergarten betreiben zu wollen, erklärt der Vorstand. Ausschlaggebend sei vielmehr der Wunsch gewesen, die Betreuung ihrer Kinder und die kleine Struktur der Blumenwiese zu erhalten.

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