Ein historisches Gebäude entdecken, die nächste Quizfrage beantworten und danach herausfinden, wohin es weitergeht: In sieben Städten und Gemeinden des Landkreises Fürth wird der Spaziergang durch den Ortskern zur digitalen Schnitzeljagd. Statt Hinweisen auf Papier führt die kostenlose App Actionbound durch die Orte. Dabei geht es nicht nur um Rätsel und Punkte, sondern auch um Geschichte und die Frage, wie sich die Ortszentren künftig entwickeln können.
Die neuen Touren gehören zu den «Aktionstagen Innenorte 2026» des Regionalmanagements Landkreis Fürth. Beteiligt sind Cadolzburg, Langenzenn, Oberasbach, Roßtal, Stein, Wilhermsdorf und Zirndorf. Zwischen dem 13. und 27. September finden dort insgesamt rund 30 Veranstaltungen statt. Zum Programm gehören Rundgänge, Vorträge, Ausstellungen und Besichtigungen. Anders als diese Termine bleiben die digitalen Touren unabhängig von einer festen Uhrzeit nutzbar. Die Schnitzeljagden stehen auch nach Ende der Aktionstage weiter zur Verfügung.
Actionbound funktioniert dabei wie eine Mischung aus Stadtführung und Schnitzeljagd. Die kostenlose App wird auf Smartphone oder Tablet installiert, anschließend kann die gewünschte Tour ausgewählt werden. Vor Ort lässt sich über die Standortfunktion ebenfalls nach verfügbaren Bounds suchen.
Die App führt anschließend von Station zu Station. Dort gibt es Informationen über Gebäude und Plätze, dazu kommen Quizfragen, Rätsel und kleinere Aufgaben. Für gelöste Aufgaben können Punkte gesammelt werden. Die Geschwindigkeit bestimmt jeder selbst. Die Touren lassen sich allein oder gemeinsam absolvieren.
Vom Asbachgrund bis zum Wilhermsdorfer Bahnhof
Jede der sieben beteiligten Kommunen hat dabei einen eigenen Schwerpunkt gewählt. In Oberasbach führt die «Entdeckertour – rund um den Asbachgrund» durch den Altort und seine Umgebung. Historische Orte und ihre Entwicklung werden dort mit Fragen und Aufgaben verbunden.
In Langenzenn heißt die Runde «Kultur, Bier & kühle Becher». Der Titel deutet bereits an, dass neben der Stadtgeschichte auch die örtliche Kultur- und Genussgeschichte eine Rolle spielt.
Roßtal ist mit dem «Spaziergang – Zwischen Klang und Begegnung» dabei. Auch dort sollen verschiedene Orte des historischen Ortskerns nicht nur betrachtet, sondern über die App aktiv erkundet werden.
In Stein führt die «Spurensuche – Innenstadt entdecken» zu historischen Orten und Gebäuden. Dabei geht es zugleich um die Frage, wie bestehende Gebäude und Flächen weiter genutzt und entwickelt werden können.
Genau darin liegt der Hintergrund der Aktionstage. Der Fachbegriff dafür lautet Innenentwicklung. Vereinfacht gesagt geht es darum, zunächst bestehende Häuser, Baulücken und bereits bebaute Flächen innerhalb eines Ortes sinnvoll zu nutzen, statt für neue Projekte immer weiter in bislang unbebaute Bereiche auszuweichen.
Cadolzburg greift diese Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart besonders deutlich auf. «Cadolzburg on Tour – Bauwerke: historisch & heute» stellt historische Bauwerke und ihre heutige Rolle gegenüber.
In Wilhermsdorf führt die «Zeitreise – Vom alten Spital zum Bahnhof». Mehrere Stationen erzählen dabei von der Entwicklung des Ortes.
Zirndorf widmet sich unter dem Titel «Wandel – Alte Stadt, neues Leben» der Frage, wie sich eine gewachsene Stadt verändert und bestehende Strukturen neue Funktionen bekommen können.
Aus einer gewöhnlichen Ortsrunde wird damit eine kleine mobile Ausstellung. Die Informationen stehen nicht gesammelt auf Tafeln, sondern erscheinen passend zum jeweiligen Standort auf dem Smartphone.
Punkte sammeln und Gutscheine gewinnen
Bis zum 13. Oktober ist mit den Touren zusätzlich ein Wettbewerb verbunden. In jeder der sieben Kommunen werden unter den punktbesten Teilnehmern drei Landkreis-Gutscheine im Wert von jeweils 20 Euro verlost. Nach Abschluss der Tour muss dafür eine E-Mail-Adresse oder Telefonnummer angegeben werden.
Fürth setzt auf «Wo ist Gustav?»
Digitale Schnitzeljagden sind in der Region allerdings nicht völlig neu. Die Stadt Fürth verfügt mit «Wo ist Gustav?» bereits über ein eigenes Angebot. Die kostenlose App stammt aus dem touristischen Angebot der Stadt und funktioniert unabhängig von Actionbound.
Dabei können zwei Touren zu Fuß und zwei mit dem Fahrrad gespielt werden. Die kürzere Fußroute beginnt am Grünen Markt und führt über 3,2 Kilometer. Acht Rätsel sind zu lösen, die vorgesehene Dauer liegt bei zwei bis drei Stunden. Die längere Fußtour umfasst 4,2 Kilometer und zehn Aufgaben. Dafür werden etwa drei bis vier Stunden angegeben.
Auch mit dem Fahrrad kann gerätselt werden. Eine Familienversion führt über zwölf Kilometer und neun Aufgaben, die längere Strecke über 19 Kilometer und elf Aufgaben. Startpunkt ist bei beiden Touren die Jakobinenstraße am Platz der Opfer des Faschismus.
Zusätzlich finden sich auch in Fürth öffentliche Actionbounds, die von unterschiedlichen Einrichtungen und Anbietern erstellt wurden. Das Evangelische Bildungswerk bietet beispielsweise Entdeckungstouren rund um St. Michael und die Auferstehungskirche an. Außerdem gibt es eine Rallye des Ludwig-Erhard-Zentrums zur Sozialen Marktwirtschaft und einen Bound unter dem Titel «Fürth von Ost nach West».
Die Idee der digitalen Schnitzeljagd ist damit sowohl in der Stadt als auch im Landkreis angekommen. Neu ist vor allem, dass nun sieben Landkreis-Kommunen gleichzeitig eigene Touren anbieten und damit Ortsgeschichte, Stadtentwicklung und Rätsel in einem gemeinsamen Projekt verbinden.

