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Führungswechsel bei Playmobil in Zirndorf: Das sagt Bürgermeister Spath

21. September 2026, 15:03 Uhr
Am Unternehmenssitz der Horst Brandstätter Group in Zirndorf steht Playmobil ein Wechsel an der Führungsspitze an. Ab 1. Oktober übernimmt Lars Wagner die Bereiche Marketing, Vertrieb und Entwicklung. Foto: Roland BeckAm Unternehmenssitz der Horst Brandstätter Group in Zirndorf steht Playmobil ein Wechsel an der Führungsspitze an. Ab 1. Oktober übernimmt Lars Wagner die Bereiche Marketing, Vertrieb und Entwicklung. Foto: Roland Beck

Playmobil und Zirndorf gehören seit Jahrzehnten zusammen. Umso genauer wird in der Stadt verfolgt, was derzeit in der Führungsetage des traditionsreichen Spielwarenherstellers geschieht. Nach dem Ausscheiden des Vorstands Bahri Kurter steht sein Nachfolger bereits fest: Lars Wagner übernimmt zum 1. Oktober die Verantwortung für Marketing, Vertrieb und Entwicklung. Nach Angaben der Horst Brandstätter Group soll der Wechsel keine Auswirkungen auf Arbeitsplätze oder Unternehmensbereiche in Zirndorf haben.

Erster Bürgermeister Marcus Spath fordert von der künftigen Unternehmensleitung eine klare Perspektive für den Standort. «Ich erwarte von der künftigen Unternehmensführung, dass sie sich ihrer besonderen Verantwortung für den traditionsreichen Standort Zirndorf bewusst ist», sagte Spath gegenüber Fürth Aktuell.

Für die Stadt gehe es dabei vor allem um die Zukunft der Arbeitsplätze und die langfristige Bedeutung des Stammsitzes. «Für die Stadt Zirndorf ist es wichtig, dass der Standort eine gute Zukunftsperspektive hat und möglichst viele Arbeitsplätze in Zirndorf erhalten bleiben», erklärte der Bürgermeister.

Konkrete Hinweise darauf, dass weitere Veränderungen bei den Arbeitsplätzen in Zirndorf bevorstehen, liegen der Stadt derzeit nicht vor. Spath will sich deshalb nicht an Spekulationen über mögliche Folgen des Führungswechsels beteiligen. Entscheidend sei vielmehr, mit dem Unternehmen in einem guten und direkten Austausch zu bleiben und die weitere Entwicklung aufmerksam zu verfolgen.

Dieser Kontakt soll in den kommenden Wochen vertieft werden. Für November ist nach Angaben Spaths ein gemeinsames Gespräch mit Landrat Bernd Obst und der Unternehmensleitung der Horst Brandstätter Group vorgesehen. Dabei soll es ausdrücklich um die weitere Entwicklung des Standorts Zirndorf und den künftigen Austausch zwischen Unternehmen, Stadt und Landkreis gehen.

Über das Ausscheiden des Vorstands Bahri Kurter war die Stadt im Vorfeld nicht informiert worden. Spath sieht darin allerdings keinen ungewöhnlichen Vorgang. Veränderungen in einer Unternehmensführung würden eigenverantwortlich vom jeweiligen Unternehmen entschieden und kommuniziert.

Auch die Horst Brandstätter Group versucht, Sorgen um den Standort zu dämpfen. Auf Anfrage von Fürth Aktuell erklärte das Unternehmen, Kurters Ausscheiden habe keine Auswirkungen auf Arbeitsplätze, Unternehmensbereiche oder geplante Veränderungen in Zirndorf.

Warum Kurter das Unternehmen verlässt, bleibt offen. Unternehmenssprecher Tim-Niklas Kubach erklärte, zu Personalangelegenheiten und den Hintergründen personeller Veränderungen äußere sich die Horst Brandstätter Group grundsätzlich nicht.

Fest steht dagegen bereits, wer Kurters bisherige Aufgaben übernimmt. Lars Wagner wird zum 1. Oktober Vorstand für Marketing, Vertrieb und Entwicklung. Damit kehrt ein Manager zu Playmobil zurück, der das Unternehmen bereits aus früheren Jahren kennt. Von 2018 bis 2021 war Wagner weltweiter Vorstand für Brand- und Produktmanagement sowie Chief Marketing Officer der Marke.

Der heute 54-Jährige arbeitete zuvor unter anderem für Disney, Warner und ProSieben. Zudem war er als Interim-Manager für den Spielwarenhersteller Schleich tätig.

Auch an der Produktplanung soll sich durch den Führungswechsel zunächst nichts ändern. «Unsere Neuentwicklungen und Produkte kommen wie geplant auf den Markt», teilte Kubach mit.

Der personelle Wechsel erfolgt in einer wirtschaftlich schwierigen Phase. Im Geschäftsjahr 2024/2025 erzielte die Horst Brandstätter Group mit Playmobil, Lechuza und dem FunPark einen Umsatz von 409 Millionen Euro. Im Jahr zuvor waren es noch 449 Millionen Euro. Das Unternehmen verweist darauf, dass sich der Umsatzrückgang gegenüber den vorherigen Jahren deutlich verlangsamt habe.

Besonders einschneidend war zuletzt das Ende der Produktion in Dietenhofen. Ende Juni wurde das Werk geschlossen, rund 350 Beschäftigte waren betroffen. Seit Juli werden Playmobil-Produkte ausschließlich in Malta und Tschechien hergestellt.

Vor diesem Hintergrund kommt der Entwicklung am Stammsitz Zirndorf besondere Bedeutung zu. Spath macht deutlich, dass die Stadt zwar die unternehmerische Verantwortung respektiert, zugleich aber ein großes Interesse an Stabilität am Standort hat.

Für ihn steht deshalb vor allem der direkte Austausch im Mittelpunkt. Playmobil und die Horst Brandstätter Group hätten Zirndorf über Jahrzehnte geprägt und seien für die Stadt wirtschaftlich von großer Bedeutung. Mit dem geplanten Gespräch im November soll nun auch über die weitere Perspektive des Standorts gesprochen werden.

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