Der falsche Becher beim Frühstück, das Ende eines schönen Nachmittags oder ein Wunsch, der sich nicht erfüllen lässt: Für Erwachsene können es Kleinigkeiten sein. Für ein Kind kann sich derselbe Moment wie eine kleine Katastrophe anfühlen. Wut, Tränen oder Angst folgen manchmal innerhalb weniger Sekunden. Was dann helfen kann, ist Thema eines «Elterntalks» am Dienstag, 29. September, in Stein.
Von 17 bis 19 Uhr dreht sich in der Cafeteria der Quartiersarbeit in der Goethestraße 1 alles um den «Umgang mit Gefühlen». Nach einem Vortrag ist eine Gesprächsrunde vorgesehen, in der auch Erfahrungen aus dem Familienalltag zur Sprache kommen können.
Im Zentrum steht zunächst die Frage, warum Kinder Gefühle häufig so intensiv erleben. Wut, Angst, Trauer und Enttäuschung gehören zur Entwicklung. Die Fähigkeit, solche Emotionen zu erkennen, zu benennen und zu regulieren, entsteht nicht von einem Tag auf den anderen.
Kinder erwerben diese Fähigkeiten schrittweise. Fachinformationen zur kindlichen Entwicklung beschreiben die Emotionsregulation deshalb als eine wichtige Entwicklungsaufgabe. Gerade jüngere Kinder sind bei starken Gefühlen häufig noch auf Unterstützung angewiesen.
Genau an diesem Punkt setzt die Veranstaltung in Stein an. Der Vortrag soll erklären, wie Gefühle entstehen, welche Funktion sie haben und weshalb selbst heftige Reaktionen nicht automatisch bedeuten, dass etwas mit einem Kind nicht stimmt. Gleichzeitig geht es um Möglichkeiten, Kindern in solchen Situationen Sicherheit und Orientierung zu geben.
Dabei soll es ausdrücklich nicht um einfache Rezepte nach dem Muster «Wenn das Kind X macht, muss der Erwachsene Y tun» gehen. Ziel ist vielmehr, besser zu verstehen, was sich hinter einer Reaktion verbergen kann und wie eine einfühlsame Begleitung aussehen kann.
Ein wichtiger Punkt dabei ist die Trennung zwischen Gefühl und Verhalten. Ein Kind darf wütend sein. Das bedeutet jedoch nicht, dass Schlagen, Beleidigen oder Zerstören akzeptiert werden müssen. Fachinformationen empfehlen deshalb, Gefühle ernst zu nehmen und gleichzeitig klare Grenzen für problematisches Verhalten zu setzen.
Auch Gespräche spielen eine Rolle. Kinder können nach und nach lernen, Worte für das zu finden, was in ihnen passiert. Ein offener Umgang mit Emotionen innerhalb der Familie kann dazu beitragen, Gefühle besser einzuordnen und Möglichkeiten im Umgang mit ihnen zu entwickeln.
Der Abend soll deshalb nicht mit dem Vortrag enden. In einer anschließenden Gesprächsrunde können Erfahrungen aus dem Familienleben aufgegriffen werden. Damit bleibt Raum für Situationen, in denen theoretische Ratschläge schnell an ihre Grenzen geraten: das Kind, das nicht mehr ansprechbar scheint, der heftige Wutanfall oder die Traurigkeit, deren Ursache zunächst niemand versteht.
Der «Elterntalk – Umgang mit Gefühlen» findet am Dienstag, 29. September, von 17 bis 19 Uhr in der Cafeteria der Quartiersarbeit Stein, Goethestraße 1, Eingang SoFa, statt. Eine vorherige Anmeldung per E-Mail an kerstin.hegner@caritas-fuerth.de ist erwünscht, aber nicht Voraussetzung für die Teilnahme. Auch ein spontaner Besuch ist möglich.

