Gerade kleine private Waldstücke fallen bei Förderprogrammen häufig durchs Raster. Im Landkreis Fürth soll sich das nun ändern. Mit dem neuen Programm «Im Schulterschluss zum Klimawald» können Besitzer von Waldflächen bis zu zwei Hektar pauschal 500 Euro erhalten, wenn sie ihren Bestand nach einem anerkannten Konzept klimaresilient umbauen. Für größere Flächen ist ein zusätzlicher Zuschuss vorgesehen.
Hintergrund ist der zunehmend schlechte Zustand vor allem von Kiefernbeständen in der Region. Trockenheit und Hitze setzen den Bäumen zu. Im Landkreis Fürth sterben nach Angaben des Landratsamts bereits Kiefernbestände flächig ab. Ziel ist deshalb, einseitig aufgebaute Wälder schrittweise zu widerstandsfähigeren Mischwäldern umzubauen.
Dass die Kiefer gerade in Mittelfranken unter erheblichem Druck steht, zeigen auch Daten der Bayerischen Forstverwaltung. Bei der Waldzustandserhebung 2025 lag der mittlere Nadelverlust der Kiefer in Mittelfranken bei 36,6 Prozent. Damit wurde in der Region der höchste Wert aller bayerischen Regierungsbezirke festgestellt. Bayernweit waren es 34,2 Prozent.
Viele kleine Privatwälder bislang ohne Förderung
Das neue Programm richtet sich insbesondere an eine Gruppe, für die bisher nur eingeschränkte finanzielle Unterstützung zur Verfügung stand. Im Landkreis Fürth gibt es rund 4.000 Privatwaldbesitzer. Die Mehrheit von ihnen bewirtschaftet Flächen von weniger als zwei Hektar. Diese kleinen Grundstücke liegen laut Landratsamt unterhalb der Bagatellgrenze bestehender staatlicher Förderprogramme.
Für Flächen von höchstens zwei Hektar sieht das neue Programm nun eine Pauschale von 500 Euro vor. Voraussetzung ist, dass der Wald nach einem anerkannten Konzept umgebaut wird. Besitzer größerer Waldflächen können ebenfalls profitieren: Wurde für sie bereits eine Förderung bewilligt, zahlt das neue Programm zusätzlich zehn Prozent der bewilligten Summe. Anträge sind bis zum 30. August 2030 möglich.
Landrat Bernd Obst sieht darin einen Anreiz für den notwendigen Umbau der Bestände. «Der Klimawandel ist real», erklärte Obst. Mit dem Programm solle der Baumbestand widerstandsfähiger gegen Trockenheit werden.
Nur 33 junge Bäume auf rund 200 Quadratmetern
Eine besondere Rolle spielt bei dem Projekt das sogenannte Nelderrad. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürth-Uffenheim erprobt dieses Pflanzschema im Rahmen der Förderung. Auf einer Fläche von rund 200 Quadratmetern werden lediglich 33 Pflanzen in festgelegten Abständen gesetzt. Vorgesehen sind unter anderem Baumarten wie Esskastanie, Zerreiche und Winterlinde.
Der Name beschreibt zugleich den Aufbau: Die Pflanzen werden nach einem radförmigen Schema angeordnet. Acht Exemplare der später gewünschten Hauptbaumart stehen im inneren Bereich. Dazu kommen 25 sogenannte Hilfsbäume. Am Ende soll sich einer der zunächst acht Hauptbäume besonders gut entwickeln und langfristig den Platz einnehmen. Die übrigen Bäume übernehmen während des Wachstums unter anderem die Aufgabe, Schatten zu spenden und die Entwicklung des Stammes zu fördern. Das AELF sieht einen Vorteil vor allem im geringen Pflanzenbedarf und im überschaubaren Pflegeaufwand.
Welche Baumarten für eine konkrete Fläche geeignet sind, hängt allerdings vom jeweiligen Standort ab. Waldbesitzer können sich dazu kostenlos von den zuständigen Revierförstern des AELF beraten lassen. Das Amt berät nach eigenen Angaben unter anderem zur Waldpflege, zu standortgerechten Baumarten und zu Fördermöglichkeiten. Für Ammerndorf, Großhabersdorf, Oberasbach, Roßtal, Stein, Zirndorf und Wilhermsdorf ist beispielsweise das Forstrevier Roßtal zuständig.
Initiiert wurde das neue Förderprogramm von der Regional- und Wirtschaftsförderung des Landkreises gemeinsam mit dem AELF Fürth-Uffenheim. Finanziert wird es mit Mitteln des Fonds für Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung der Europäischen Metropolregion Nürnberg sowie der Sparkasse Fürth.
Für Fragen zum Programm nennt das Landratsamt die Koordinationsstelle Nachhaltigkeit als Ansprechpartner.

