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Zirndorf ist jetzt «Demenzfreundliche Kommune»

30. September 2026, 14:15 Uhr ,
Zirndorf wurde vom Landkreis Fürth als «Demenzfreundliche Kommune» ausgezeichnet. (Foto: Stadt Zirndorf)Zirndorf wurde vom Landkreis Fürth als «Demenzfreundliche Kommune» ausgezeichnet. (Foto: Stadt Zirndorf)

Ein vertrauter Weg zum Einkaufen, ein Gespräch im Verein oder ein selbstständiger Gang durch die Innenstadt: Was selbstverständlich klingt, kann für Menschen mit Demenz zunehmend schwierig werden. In Zirndorf sollen Betroffene deshalb möglichst lange Teil des alltäglichen Lebens bleiben können. Für die Arbeit an diesem Ziel hat der Landkreis Fürth die Stadt jetzt als «Demenzfreundliche Kommune» ausgezeichnet.

Hinter dem Titel steht weniger ein einzelnes Projekt als vielmehr eine grundsätzliche Idee. Menschen mit Demenz sollen Unterstützung dort finden, wo sie leben. Gleichzeitig sollen Angehörige Ansprechpartner haben und die Bevölkerung besser verstehen, wie sich die Erkrankung auf den Alltag auswirkt. Im Landkreis Fürth wird dieses Konzept bereits seit mehreren Jahren verfolgt.

Bürgermeister Marcus Spath verbindet damit einen Anspruch an das Zusammenleben in der Stadt. «Eine lebenswerte Stadt muss für alle Menschen da sein – auch für diejenigen, deren Alltag durch eine Demenzerkrankung schwieriger geworden ist», erklärte er anlässlich der Auszeichnung. Der Titel stehe aus seiner Sicht zugleich für die Verantwortung, das Thema dauerhaft im Blick zu behalten.

Ansprechpartner statt anonymer Strukturen

Eine wichtige Rolle spielte dabei Elke Zahl. Der Stadtrat bestimmte sie im Juni einstimmig zur Demenzbeauftragten und entsandte sie in die entsprechende Projektgruppe. Schon bei diesem Beschluss wurde die Auszeichnung als demenzfreundliche Kommune als Ziel genannt. Auch nach der Verleihung soll Zahl Ansprechpartnerin für das Thema bleiben.

Gleichzeitig wurde das Thema innerhalb der Verwaltung verankert. Dort übernimmt Stefan Sächerl die Funktion des Demenzbeauftragten. Zu den weiteren Beteiligten gehören die VdK-Vorsitzende Adelheid Seifert und Kerstin Zechentmayer als Referentin für Senioren. Damit bestehen mehrere Anlaufstellen, die unterschiedliche Bereiche des gesellschaftlichen Lebens abdecken.

Wie solche Strukturen praktisch aussehen können, zeigte sich erst wenige Tage vor der Auszeichnung. Während der Demenzwoche fand am 24. September in der Paul-Metz-Halle ein gemeinsamer Nachmittag statt. Dort konnten sich Besucher über Demenz, Unterstützungsangebote und Hilfsmöglichkeiten informieren. Zugleich sollte die Veranstaltung Begegnungen ermöglichen und Berührungsängste abbauen.

Ein Projekt, das im Landkreis schon länger läuft

Zirndorf beginnt dabei nicht bei null. Der Landkreis Fürth hatte sich von 2020 bis 2023 am Bundesprogramm «Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz» beteiligt. Daraus entwickelten sich Arbeitsgruppen, Beratungsangebote und Netzwerke in mehreren Gemeinden. Eine Vorreiterrolle übernahm Oberasbach: Die Stadt wurde bereits 2017 als erste Kommune im Landkreis Fürth und als zweite in Mittelfranken für ihr Engagement ausgezeichnet.

In den folgenden Jahren kamen weitere Orte hinzu. Entscheidend ist dabei nicht allein eine Urkunde. Demenzfreundliche Kommunen sollen Strukturen schaffen, die Betroffenen und Familien im Alltag tatsächlich helfen. Dazu können Beratungen ebenso gehören wie Informationsveranstaltungen, geschulte Ansprechpartner oder lokale Netzwerke. Die Arbeitskreise im Landkreis werden weiterhin miteinander vernetzt.

Auch in Zirndorf soll es deshalb nach der Auszeichnung weitergehen. Die Stadt will das Bewusstsein für Demenz stärken, Unterstützung vermitteln und verhindern, dass Menschen wegen ihrer Erkrankung aus dem gesellschaftlichen Leben gedrängt werden. Der Titel ist damit weniger Zielpunkt als Verpflichtung, die begonnenen Strukturen dauerhaft weiterzuführen.

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