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Neue Eisbahn in Zirndorf? Förderverein plant ungewöhnliches Energiekonzept

5. Oktober 2026, 15:47 Uhr ,
Die Zirndorfer Eisbahn steht seit 2022 still. Nun soll eine Machbarkeitsstudie die Chancen einer neuen Eissporthalle mit Abwärmenutzung für das Bibertbad prüfen. (Foto: Privat)Die Zirndorfer Eisbahn steht seit 2022 still. Nun soll eine Machbarkeitsstudie die Chancen einer neuen Eissporthalle mit Abwärmenutzung für das Bibertbad prüfen. (Foto: Privat)

Seit Jahren steht die Zirndorfer Eisbahn still. Nun könnte ausgerechnet die Energiefrage, die einst zu ihrer Schließung beitrug, einen neuen Ansatz für die Zukunft liefern. Der neu aufgestellte Förderverein der Eisbahn will prüfen lassen, ob eine moderne Eissporthalle nicht nur Schlittschuhlaufen ermöglichen, sondern zugleich Wärme für das benachbarte Bibertbad liefern könnte.

Die Idee entstand im Zusammenhang mit dem Fernwärmekonzept der Stadtwerke Zirndorf. Bei der Vorstellung einer Flusswärmepumpe stellte sich Stadtrat Eike Krause die Frage, ob sich auch die Kältetechnik einer neuen Eisbahn energetisch nutzen ließe. Denn beim Herunterkühlen einer Eisfläche entsteht auf der anderen Seite des technischen Prozesses Wärme. Diese könnte möglicherweise für das Bibertbad verwendet werden.

Ganz so einfach wie die Vorstellung einer «Eishalle als Wärmepumpe» ist die Technik zwar nicht. Eine Kälteanlage entzieht der Eisfläche Wärme. Diese Energie muss anschließend wieder abgegeben werden. Statt sie ungenutzt an die Umgebung abzuführen, kann ein Teil davon zurückgewonnen werden. Reicht das Temperaturniveau nicht aus, lässt es sich mit Hilfe einer Wärmepumpe weiter anheben.

Das Prinzip wird andernorts bereits genutzt. Bei Eissport- und Schwimmbadanlagen lässt sich die bei der Kälteproduktion entstehende Wärme beispielsweise zur Beheizung von Wasser oder Gebäuden einsetzen. In Frankfurt ist eine entsprechende Verbindung zwischen Eissporthalle und Schwimmbad vorgesehen. Für Zirndorf bedeutet das allerdings zunächst nur: Die Idee ist technisch grundsätzlich plausibel. Ob sie am Bibertbad funktioniert und wirtschaftlich sinnvoll wäre, muss erst untersucht werden.

Dass es überhaupt weitergeht, war zuletzt keineswegs selbstverständlich. Der Förderverein suchte dringend Nachfolger für die bisherige Führung. Ohne einen neuen Vorstand hätte die Auflösung im Raum gestanden. Nun übernimmt Eike Krause den Vorsitz, Tim Neupert wird zweiter Vorstand und Daniel Schmidt wird Kassier. Denise Richter gehört als Schriftführerin zum Team. Christoph Müller, Jochen Felbinger und der frühere Vorsitzende Günther Lang unterstützen den Verein als Beiräte.

Mit dem Wechsel verbindet sich zugleich ein neuer Ansatz. Die frühere offene Eisbahn soll nicht einfach nachgebaut werden. Stattdessen geht es um die Frage, ob eine ganzjährig nutzbare Eishockey- und Eislaufhalle entstehen könnte, die zugleich sinnvoll in die Energieversorgung des Bibertbads eingebunden wird.

Die alte Anlage gehörte jahrzehntelang zum Freizeitangebot am Bibertbad. Sie wurde 1994 eröffnet und verfügte über rund 900 Quadratmeter Eisfläche unter freiem Himmel. Während der Energiekrise wurde entschieden, die Eisbahn 2022 nicht mehr in Betrieb zu nehmen.

Von einer beschlossenen neuen Eishalle ist das Projekt allerdings weit entfernt. Zunächst soll eine professionelle Machbarkeitsstudie Antworten liefern. Untersucht werden sollen unter anderem Größe und Bauart der Eisfläche, Strom- und Kältebedarf, die tatsächlich nutzbare Abwärme sowie Baukosten und mögliche Einnahmen. Auch Fördermöglichkeiten sollen geprüft werden. Die Stadtwerke seien über den Ansatz informiert, heißt es von Krause.

Erst auf dieser Grundlage soll entschieden werden, ob konkrete Planungen sinnvoll sind. Finanzierung und Betreibermodell sind ebenso offen wie die Frage, welche Dimension eine mögliche Halle haben könnte.

Der Förderverein denkt dabei über die Eisbahn hinaus. Langfristig soll das Bibertbad-Areal nach seinen Vorstellungen stärker als gemeinsamer Sport- und Freizeitstandort für Zirndorf und Oberasbach entwickelt werden.

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