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Mindestens seit 1949 auf der Fürther Kärwa: Die Geschichte der sozialen Losbude

8. Oktober 2026, 13:08 Uhr ,
An der Glücksbude der Wohlfahrtsverbände auf der Fürther Michaelis-Kirchweih werden Lose für soziale Zwecke verkauft. (Foto: BRK Fürth)An der Glücksbude der Wohlfahrtsverbände auf der Fürther Michaelis-Kirchweih werden Lose für soziale Zwecke verkauft. (Foto: BRK Fürth)

Manche Dinge gehören zur Fürther Michaelis-Kirchweih, auch wenn sich rundherum vieles verändert. Die Losbude der Wohlfahrtsverbände ist eines davon. Seit mindestens 77 Jahren werden auf der Fürther Kärwa Lose verkauft, deren Erlös sozialen Zwecken zugutekommt. Wie viel Geld dabei zusammenkommen kann, zeigen die Zahlen aus dem vergangenen Jahr: Rund 46.000 verkaufte Lose brachten einen Reingewinn von knapp 10.900 Euro.

Für die Michaelis-Kirchweih 2026 haben die Verantwortlichen insgesamt 60.000 Lose vorgesehen. Ob sie vollständig verkauft werden, lässt sich noch nicht sagen. Das Ergebnis wird erst nach dem Ende des Volksfestes am 14. Oktober feststehen.

Hinter dem Losverkauf steckt ein erheblicher ehrenamtlicher Aufwand. Insgesamt 269 Helfer aus den fünf Wohlfahrtsverbänden teilen sich in diesem Jahr die Verkaufsschichten. Zum Auftakt am 3. Oktober übernahmen traditionell die Vorstände und Geschäftsführer der Organisationen selbst den Dienst hinter dem Tresen.

Die Gewinne reichen von kleinen Artikeln wie Seifenblasen und Notizbüchern bis zu größeren Preisen. Dazu gehören in diesem Jahr unter anderem ein Skateboard, eine Karaoke-Anlage und eine Feuerschale. Die Waren werden auf Kommissionsbasis bereitgestellt. Sie werden den Organisatoren also nicht grundsätzlich kostenlos geschenkt, sondern im Rahmen einer entsprechenden Vereinbarung zur Verfügung gestellt.

Dabei reicht die Geschichte der Glücksbude weiter zurück, als selbst die Verantwortlichen beim BRK Fürth zunächst belegen konnten. Ein Blick in alte Zeitungsunterlagen brachte einen bemerkenswerten Fund ans Licht. Rudolf Kimberger, Vorstandsmitglied des BRK-Kreisverbandes, entdeckte in einer Fürther Kirchweihzeitung von 1949 einen Bericht über die damalige Losbude.

Schon vor 77 Jahren wurde demnach auf der Kirchweih für wohltätige Zwecke gelost. Den Gewinn teilten sich seinerzeit vier Organisationen: der St. Johanniszweigverein, die Fürther Nothilfe, das Bayerische Rote Kreuz und die Arbeiterwohlfahrt. Wann die Aktion ursprünglich ins Leben gerufen wurde, lässt sich nicht mehr feststellen. In der Kreisgeschäftsstelle des BRK sind aus der Anfangszeit keine Unterlagen erhalten.

Im Laufe der Jahrzehnte änderte sich die Zusammensetzung der beteiligten Organisationen. Ein Zeitungsbericht vom Oktober 1991 zeigt, dass damals neben dem St. Johanniter-Zweigverein bereits jene fünf Verbände beteiligt waren, die auch heute gemeinsam hinter der Aktion stehen: Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Diakonisches Werk, Lebenshilfe und Rotes Kreuz.

Die Glücksbude hat ihren festen Platz in der Königstraße auf Höhe des Jüdischen Museums. Dort werden auch während der diesjährigen Michaelis-Kirchweih wieder Lose für jeweils 50 Cent verkauft. Der Preis ist gegenüber dem Vorjahr unverändert geblieben.

2025 gingen rund 46.000 Lose über den Tresen. Nach Abzug der Kosten blieben 10.884,06 Euro übrig. Das Geld wurde gleichmäßig auf die fünf beteiligten Wohlfahrtsverbände verteilt. Jeder erhielt 2.176,81 Euro.

Wofür der jeweilige Anteil verwendet wird, entscheiden die Organisationen im Rahmen ihrer sozialen Arbeit. Beim BRK Fürth kommt das Geld insbesondere der Ausbildung und Fortbildung ehrenamtlicher Helfer zugute. Finanziert werden damit beispielsweise Erste-Hilfe-Kurse, Sanitätsausbildungen und Schulungen für Einsätze im Katastrophenschutz.

Der Bedarf ist groß. Mehr als 2.600 Menschen engagieren sich beim BRK-Kreisverband Fürth ehrenamtlich. Sie übernehmen Sanitätsdienste bei Veranstaltungen, helfen bei der Blutspende, unterstützen ältere Menschen und Bedürftige oder stehen bei Einsätzen der Berg- und Wasserwacht bereit. Hinzu kommen Aufgaben im Katastrophenschutz und in der sozialen Betreuung.

Die Einnahmen aus der Kirchweih-Losbude sind dabei ein zusätzlicher Beitrag zur Finanzierung der notwendigen Ausbildung. Denn viele dieser Tätigkeiten setzen spezielle Kenntnisse voraus, die regelmäßig aufgefrischt werden müssen.

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