Für die Fürther Innenstadt ist es eine enttäuschende Nachricht: Woolworth wird zum Weihnachtsgeschäft nicht wie geplant an die Schwabacher Straße zurückkehren. Die Sanierung des Gebäudes, in dem das traditionsreiche Kaufhaus bislang untergebracht war, dauert länger als erwartet. Statt Ende 2026 soll das Gebäude nun erst im Frühjahr 2027 fertig werden. Das bestätigt der Projektentwickler Ehret und Klein auf Anfrage von Fürth Aktuell. Die Verzögerung betrifft nicht nur das Kaufhaus, sondern auch die 100 möblierten Apartments, die darüber und in einem Neubau im Innenhof entstehen.
Dabei hatte beim Richtfest im Mai noch alles nach einem planmäßigen Abschluss ausgesehen. Der Rohbau des Erweiterungsbaus war fertig, im Inneren wurde bereits gearbeitet. Doch bei einem Gebäude, das inzwischen 70 Jahre alt ist, lassen sich offenbar nicht alle Schwierigkeiten im Voraus erkennen.
Petr Lehr von der Pressestelle des Projektentwicklers erklärt, dass die Sanierung der denkmalgeschützten Bausubstanz verschiedene Herausforderungen mit sich bringe. Manche Probleme würden erst während der laufenden Arbeiten sichtbar. Es sei deshalb nicht möglich, die Verzögerung auf einen einzelnen Grund zurückzuführen.
Inzwischen ist das Bauprojekt nach Darstellung des Unternehmens dennoch weit fortgeschritten. Die Arbeiten konzentrieren sich derzeit auf die historische Fassade und den Innenausbau. Im Erdgeschoss und Untergeschoss wird Woolworth wieder seine Verkaufsflächen erhalten. In den oberen Stockwerken und im Erweiterungsbau entstehen auf rund 3.600 Quadratmetern die Apartments des Betreibers ipartment. Die möblierten Unterkünfte richten sich vor allem an Menschen, die vorübergehend in Fürth wohnen möchten.
Auch Woolworth selbst bestätigt auf Anfrage von Fürth Aktuell, dass sich die Rückkehr an die Schwabacher Straße verschiebt. Als Grund nennt das Unternehmen bauliche Verzögerungen. Ein konkretes Datum für die Wiedereröffnung könne derzeit noch nicht genannt werden, teilt Kathrin Feit im Auftrag der Woolworth-Pressestelle mit. Sobald der Termin feststehe, werde das Unternehmen darüber informieren.
An den Plänen für den Standort hält Woolworth fest. Künftig sollen dort wieder Haushaltswaren, Dekorationsartikel, Bekleidung, Spielwaren und weitere Produkte des täglichen Bedarfs angeboten werden. Bis zur Wiedereröffnung verweist das Unternehmen auf seine Filialen im benachbarten Nürnberg.
Allerdings bedeutet die für das Frühjahr 2027 angekündigte Fertigstellung noch nicht, dass Woolworth zu diesem Zeitpunkt tatsächlich eröffnet. Die Verkaufsflächen und Apartments werden zunächst an die jeweiligen Betreiber übergeben. Diese müssen anschließend ihre Räume einrichten. Wie lange das dauern wird, lässt sich derzeit nicht sagen. Einen verbindlichen Eröffnungstermin gibt es deshalb noch nicht.
Für die südliche Fußgängerzone bedeutet das eine längere Wartezeit auf einen wichtigen Einzelhandelsstandort. Die Fürther Innenstadtbeauftragte Karin Hackbarth-Herrma sieht in der Rückkehr von Woolworth weiterhin eine große Chance. Im Gespräch mit Fürth Aktuell betont sie, wie wichtig es sei, dass das Kaufhaus grundsätzlich wieder eröffne. Sie erhoffe sich davon insbesondere eine Belebung des südlichen Abschnitts der Fußgängerzone. Auch sie rechne inzwischen mit dem Frühjahr 2027.
Über die Zusammenarbeit mit dem Bauträger findet Hackbarth-Herrma positive Worte. Ehret und Klein habe sich sehr kooperativ gezeigt und darauf geachtet, die Auswirkungen der Baustelle auf die Fußgängerzone möglichst gering zu halten. So sei der Baukran nicht auf der Einkaufsstraße, sondern im Inneren des Gebäudes aufgestellt worden.
Das Kaufhaus an der Ecke Schwabacher Straße und Maxstraße gehört seit Jahrzehnten zum Stadtbild. Errichtet wurde es 1956 nach Plänen des Architekten Hans Paul Schmohl für die Warenhauskette Bilka. Später übernahm Woolworth den Standort. Seit April 2025 wird das Gebäude umfassend saniert und um zusätzliche Flächen im Innenhof erweitert.
Künftig sollen Einzelhandel und möbliertes Wohnen unter einem Dach zusammenkommen. Für die Innenstadt ist damit die Hoffnung auf zusätzliche Besucher verbunden. Bis sich zeigt, ob das Konzept aufgeht, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Fest steht: Das Weihnachtsgeschäft 2026 findet in der südlichen Fußgängerzone ohne Woolworth statt.

