Mit präzisem Aufschlagspiel, mutigen Returns und bemerkenswerter Nervenstärke hat sich der Dachauer Qualifikant Sydney Zick bei den Cadolzburg Open in sein erstes Endspiel auf der ITF World Tennis Tour gespielt. Bei der mit 15.000 US-Dollar dotierten dritten Turnierauflage setzte sich der 19-Jährige im Halbfinale nach 1:46 Stunden gegen den Polen Karol Filar durch und bestätigte damit seinen Traumlauf im Tennis-Center Schwadermühle. Im zweiten Einzel-Halbfinale erreichte der Niederländer Daniel De Jonge ebenfalls erstmals ein Endspiel auf dieser Ebene. Im Doppel-Finale verpasste De Jonge an der Seite von Billy Suarez den Titel nur knapp.
Im sechsten Einzelmatch der Turnierwoche traf Zick, der sich über die Qualifikation ins Hauptfeld gespielt hatte, erstmals auf einen der erfahrensten Akteure des Feldes. Gegen den 27-jährigen Filar verlief der erste Satz ausgeglichen, beide Spieler ließen Breakchancen ungenutzt. Die Entscheidung fiel im Tiebreak, den Zick mit einer schnellen Führung für sich entschied. Auch im zweiten Durchgang blieb das Niveau hoch, ehe Filar nach einer Phase größerer Konstanz den Satzausgleich schaffte. Im dritten Satz übernahm Zick wieder die Initiative, setzte seinen Gegner mit aggressiven Returns unter Druck und entschied das Match mit 7:6 (5), 3:6, 6:1 für sich.
Nach der Partie ordnete Zick den Spielverlauf ein und verwies darauf, dass beide Spieler stark serviert hätten, beim Return aber nicht immer konstant gewesen seien. Von der Grundlinie habe er sich meist leicht überlegen gefühlt. Gegen einen so routinierten Gegner sei es jedoch schwer, dauerhaft die Kontrolle zu behalten. Erst gegen Ende habe er seine Qualität im Returnspiel deutlich steigern können.
Im zweiten Halbfinale trafen mit Daniel De Jonge und dem dänischen Davis-Cup-Spieler Oskar Poulsen zwei ausgewiesene Hard Hitter aufeinander. Die Zuschauer bekamen kurze Ballwechsel und druckvolle Grundschläge zu sehen. De Jonge erspielte sich im ersten Satz mehrere Breakchancen, musste aber dennoch in den Tiebreak, den er souverän gewann. Auch im zweiten Durchgang blieb der Niederländer bei eigenem Aufschlag stabil und nutzte schließlich seine fünfte Breakmöglichkeit zum 7:6 (3), 6:4-Erfolg nach 1:43 Stunden. Der ehemalige College-Spieler der Pepperdine University verwies anschließend auf seine positiven Erfahrungen auf Teppichbelag in Deutschland und erklärte, dass sein Aufschlag und das anschließende Spiel aus den Rallyes an diesem Tag den Ausschlag gegeben hätten.
Im Doppel-Finale musste De Jonge wenig später eine Enttäuschung hinnehmen. Gemeinsam mit dem US-Amerikaner Billy Suarez gewann er den ersten Satz gegen Karlis Ozolins und Piotr Pawlak deutlich. Das lettisch-polnische Duo steigerte sich jedoch im weiteren Verlauf, wehrte zwei Matchbälle ab und erzwang den Match-Tiebreak. Dort setzten sich Ozolins und Pawlak nach 94 Minuten mit 11:9 durch.
Als sportlicher Höhepunkt der Turnierwoche steht am Sonntag das Einzelfinale zwischen Sydney Zick und Daniel De Jonge auf dem Programm. Spielbeginn im Tennis-Center Schwadermühle war um 11 Uhr.
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