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Wirtschaftsreferent widerspricht Darstellung zur Flamme-Schließung in Fürth: Marktbereinigung statt Behördenwillkür

3. Februar 2026 ,
Das Möbelhaus Flamme auf der Fürther Hardhöhe schließt: Wirtschaftsreferent Horst Müller widerspricht der Darstellung, «behördliche Auflagen» seien ausschlaggebend gewesen. (Foto: Fürth Wiki/Archiv Kamran Salimi)Das Möbelhaus Flamme auf der Fürther Hardhöhe schließt: Wirtschaftsreferent Horst Müller widerspricht der Darstellung, «behördliche Auflagen» seien ausschlaggebend gewesen. (Foto: Fürth Wiki/Archiv Kamran Salimi)

Das Ende des Traditions-Möbelhauses Flamme auf der Fürther Hardhöhe ist besiegelt. Doch über die Gründe für das Aus herrschte zuletzt Uneinigkeit. Während das Unternehmen in Flyern für den Räumungsverkauf explizit auf «behördliche Auflagen» als Ursache verwies, tritt Fürths Wirtschaftsreferent Horst Müller dieser Darstellung nun deutlich entgegen. Im Gespräch mit „Fürth Aktuell“ ordnete Müller die Situation ein und verwies auf wirtschaftliche Hintergründe in einem hart umkämpften Marktumfeld.

Der Wirtschaftsreferent bezeichnete die ursprünglichen Vorwürfe der Filialleitung, die Stadt habe durch Auflagen die Schließung provoziert, als unzutreffend. Zwar habe es beim Brandschutz Handlungsbedarf gegeben, dies sei bei einem Gebäude aus den 1930er-Jahren jedoch nicht ungewöhnlich. Müller erklärte, dass insbesondere die treppenhausartige Turmkonstruktion im Ernstfall wie ein Kamin wirken könne, was brandschutztechnisch problematisch sei. Die Stadt habe hier jedoch keine sofortigen, drastischen Maßnahmen gefordert, sondern über Jahre hinweg eine Politik des «Augenmaßes» verfolgt. Es seien lediglich schrittweise Anpassungen verlangt worden.

Dass die Schließung nicht auf städtischen Druck zurückzuführen ist, sieht Müller durch aktuelle Entwicklungen bestätigt. Flamme Möbel hat mittlerweile bekannt gegeben, nicht nur den Standort Fürth, sondern alle verbliebenen Filialen in Deutschland zu schließen. Dies habe auch der zuständige Vermögensverwalter in einem Gespräch mit Müller bestätigt. Zudem hätten sich sowohl der Vermögensverwalter als auch Geschäftsführerin Tina Flamme mittlerweile für die irreführenden Aussagen der örtlichen Filialleitung bei der Stadt entschuldigt.

Als wahrscheinliche Ursache für das Aus sieht der Wirtschaftsreferent die schwierige Lage mittelständischer Möbelhäuser, die zwischen den großen Marktführern aufgerieben würden. Der Standort Fürth mit seiner Verkaufsfläche von rund 14.000 Quadratmetern sei im Vergleich zu den riesigen Flächen der großen Konkurrenten schwer wirtschaftlich zu betreiben.

Die Zukunft der Immobilie ist derweil noch völlig offen. Das Gebäude steht zwar nicht unter Denkmalschutz, besitzt als ehemalige Flugmotorenfabrik aber eine historische Relevanz. Ob eine Sanierung oder ein Abbruch wirtschaftlicher sei, hänge von der Nachnutzung ab. Müller erteilte jedoch Spekulationen über eine Umwandlung in Wohnraum eine klare Absage. Der Stadtrat habe den Grundsatzbeschluss gefasst, bestehende Gewerbegebiete nicht in Wohngebiete umzuwandeln, um Konflikte mit dem umliegenden Gewerbe zu vermeiden. Die Stadt und der Vermögensverwalter stünden in konstruktivem Austausch, um eine gewerbliche Nachfolgenutzung zu finden, wenngleich dies aufgrund der spezifischen Gebäudestruktur herausfordernd sei.

Für die rund 40 betroffenen Mitarbeiter hat die Stadt Unterstützung signalisiert. Über Transformationsforen soll versucht werden, Kontakte zu neuen Arbeitgebern herzustellen. Laut Müller haben einige Angestellte bereits neue Stellen gefunden. Der Räumungsverkauf ist derzeit bis Ende März geplant, die komplette Abwicklung des Standorts soll bis Mitte des Jahres abgeschlossen sein.