Die touristische Nachfrage in der Kleeblattstadt zeigte auch im Jahr 2025 eine positive Tendenz. Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik stieg die Zahl der Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben mit mehr als zehn Betten im Vergleich zum Vorjahr um 1,0 Prozent auf insgesamt 328.975 an. Auch bei den Gästeankünften verzeichnete die Stadt ein Plus von 1,6 Prozent auf 158.781. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Besucher lag dabei bei 2,1 Tagen.
Ein Blick auf die Herkunftsmärkte verdeutlicht die internationale Anziehungskraft der Stadt. Zu den fünf stärksten Nationen zählten im Jahr 2025 Österreich mit 8554 Übernachtungen, gefolgt von Spanien, den Niederlanden, den Vereinigten Staaten und Polen. Insbesondere der polnische Markt hat sich etabliert und zählt seit Jahren zu den Top-5, was zuletzt durch gezielte Marketingmaßnahmen in Warschau unterstützt wurde. Doch nicht nur die Zahlen standen in diesem Jahr im Fokus, sondern auch ein runder Geburtstag der touristischen Schaltzentrale.
Im Interview mit “Fürth Aktuell” spricht Kathrin Kreß, Leiterin des Amtes für Tourismus, über 30 Jahre Tourist-Information, die ungewöhnlichen Anfänge im Kaufhaus und die Pläne für einen Wohnmobilstellplatz.
Frau Kreß, die Statistik weist für 2025 leichte Zuwächse aus. Wie bewerten Sie die Saison insgesamt?
Kathrin Kreß: Aus touristischer Sicht sind wir mit dem Ergebnis zufrieden. Wir schließen mit einem leichten Plus bei den Übernachtungszahlen und den Ankünften ab. Das Jahr 2025 stand dabei ganz im Zeichen eines besonderen Meilensteins, denn wir feierten 30 Jahre Tourist-Information Fürth. Dieses Jubiläum haben wir nicht nur mit Stolz, sondern auch mit verschiedenen Aktionen begangen.
Ein gutes Stichwort. Wenn Sie auf die Gründung im Jahr 1995 zurückblicken: Wie startete die Tourismusarbeit in Fürth?

Kreß: Der damalige Verkehrsverein und die Hoteliers hatten den Wunsch geäußert, einen festen Ansprechpartner zu schaffen. Die Stadt leitete dies in die Wege, wollte aber zunächst keine großen Ausgaben tätigen. Irgendwie kam damals das Kaufhaus Hertie ins Gespräch. Bei der Eröffnung standen die Gäste buchstäblich zwischen Bettwäsche und Handtüchern. Danach folgten Stationen in der Königstraße, im Sparkassengebäude in der Maxstraße und am Bahnhofplatz 2.
Seitdem hat sich viel getan. Wie ist die Tourist-Information heute aufgestellt?
Kreß: Wir sind mittlerweile im Bahnhofsgebäude ansässig und meiner Ansicht nach haben wir eine der schönsten Tourist-Informationen in der Region. Das Team besteht aktuell aus vier Vollzeit- und sechs Teilzeitkräften, einer Auszubildenden sowie Servicekräften. Zu unseren Aufgaben gehört längst nicht mehr nur der Schalterdienst. Wir kümmern uns um professionelles Marketing, pflegen die Website und betreuen Social-Media-Kanäle wie Instagram oder TikTok.
Welche Angebote werden von den Gästen heute besonders stark nachgefragt?
Kreß: Unser wichtigstes Produkt sind nach wie vor die Stadtspaziergänge. Am beliebtesten ist der Klassiker «Die Altstadt und ihre Höfe». Auch unsere digitalen Produkte laufen sehr gut. Unsere Schnitzeljagd-App „Wo ist Gustav“ wurde 2025 fast 1.400 Mal heruntergeladen. Aber natürlich bleiben die Klassiker Zugpferde: Die Michaelis-Kirchweih ist ein Besuchermagnet, und für die Weihnachtsmärkte ist die Nachfrage nach englischsprachigen Infos stark gestiegen. Bei den Souvenirs setzen wir auf Regionalität. Fairtrade-Schokolade aus Cadolzburg oder Grischberli-Chips gehören zu den Rennern im Sortiment.
Sie sind seit 2018 dabei. Wenn Sie Bilanz ziehen: Wo steht Fürth strategisch?
Kreß: Ich bin stolz darauf, dass wir etwa 90 Prozent der Maßnahmen aus unserem touristischen Masterplan von 2018 inzwischen umgesetzt haben. Aber wir ruhen uns nicht aus. Ein zentrales Zukunftsthema ist für mich der Aufbau eines Tagungsbüros, um Fürth als Kongressstandort zu professionalisieren. Seit Jahren weisen wir darauf hin, dass wir für die Weiterentwicklung der Destination dringend einen Wohnmobilstellplatz, innenstadtnahe Busparkplätze und weitere öffentliche Toilettenanlagen benötigen. Die Realisierung und Vermarktung eines Wohnmobilstellplatzes ist daher eines unserer zentralen Zukunftsthemen.
Worauf dürfen sich Fürther und Gäste in der kommenden Saison 2026 besonders freuen?
Kreß: Wir planen ab Mai ein neues Highlight: Es wird abendliche Spaziergänge mit dem Fürther Nachtwächter geben. Das verspricht eine ganz besondere Atmosphäre. Zudem laufen im Hintergrund die Vorbereitungen, um die historische Bedeutung unserer Stadt als Eisenbahnstandort künftig visuell erlebbar zu machen. Es bleibt also auch im 31. Jahr der Tourist-Information spannend.
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