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Regionale Produkte rund um die Uhr in Zirndorf: Erste »Gruwen-Boxx« im Landkreis Fürth eröffnet

Eröffnung in der Zirndorfer Nordstadt: Die Initiatoren Jens Grundl und Stefan Wendland (zusammen Gruwen) präsentieren das Konzept der »Gruwen-Boxx«, die regionale Produkte rund um die Uhr verfügbar macht. Foto: Roland BeckEröffnung in der Zirndorfer Nordstadt: Die Initiatoren Jens Grundl und Stefan Wendland (zusammen Gruwen) präsentieren das Konzept der »Gruwen-Boxx«, die regionale Produkte rund um die Uhr verfügbar macht. Foto: Roland Beck

Frische Lebensmittel rund um die Uhr, ohne Personal, aber mit viel Regionalität: In der Zirndorfer Nordstadt (Siegfriedstraße 2) hat die erste sogenannte »Gruwen-Boxx« eröffnet. Das Konzept der Gründer Jens Grundl und Stefan Wendland zielt darauf ab, die Lücke in der Nahversorgung zu schließen, die durch den Wegfall klassischer Ladengeschäfte entstanden ist. Kunden können nun per Handy oder Bankkarte 24 Stunden am Tag Produkte von Direktvermarktern aus dem Landkreis Fürth und dem Umland erwerben.

Für die Bewohner der Zirndorfer Nordstadt war der Einkauf von Lebensmitteln zuletzt eine Herausforderung. Mit dem Wegfall der lokalen Metzger und Nahversorger fehlte gerade für weniger mobile Menschen eine fußläufige Einkaufsquelle. Diese Versorgungslücke soll nun durch den durchgängig geöffneten Verkaufsraum geschlossen werden: Die »Gruwen-Boxx«. Der Name setzt sich aus den Nachnamen der beiden Initiatoren zusammen – Grundl und Wendland.

Landrat Bernd Obst lobte bei der Eröffnung die Initiative als wichtige Maßnahme für Gebiete ohne Supermarkt. Für die Direktvermarkter im Landkreis Fürth, die oft auf gute Präsentationsflächen angewiesen sind, biete die Box eine neue Plattform, um ihre Waren an den Kunden zu bringen, so Obst.

Die Box ist dabei weit mehr als ein einfacher Automat: Es handelt sich um ein patentiertes, mobiles Raumsystem, das bei Bedarf inklusive der gesamten Technik per LKW versetzt werden kann. Grundl und Wendland vermarkten die Boxx bundesweit. Die Zirndorfer Verkaufsstelle dient zugleich als Showroom, um Interessenten zu zeigen, was das System kann.

Der Zutritt für Kunden ist dabei bewusst niedrigschwellig gehalten. Benötigt wird lediglich eine handelsübliche Bankkarte oder ein Smartphone mit NFC-Technologie. Ein Kartenleser an der Tür gewährt nach Prüfung den Einlass. Im Inneren wählen die Kunden ihre Produkte aus den Regalen, scannen die Strichcodes an einer Selbstbedienungskasse und bezahlen bargeldlos.

Das Sortiment umfasst Grundnahrungsmittel wie Eier, Kartoffeln, Nudeln, Säfte und Fruchtaufstriche, variiert jedoch nach Saison. »Wenn Spargelzeit oder Erdbeerzeit ist, dann ist das natürlich bei uns frisch zu haben«, betonen Grundl und Wendland.

Kooperationen heben das Angebot von einem Standard-Supermarkt ab. So sind etwa Produkte vom Biohof Decker aus Cadolzburg vertreten, darunter Essig, Öle, Sirup und Produkte der Haskap-Beere. Auch Fleisch- und Wurstspezialitäten – darunter Bratwürste – von der Landmetzgerei Emmert finden ihren Platz in der Box. Im Sommer soll Grillfleisch erhältlich sein.