Hohe Ehre für den Naturschutz in der Faberstadt: Der «Steiner Totholzgarten» am Schulweg gehört offiziell zu den zehn besten Projekten Deutschlands im Bereich der Renaturierung. Die Auszeichnung erfolgt im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs der UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen.
Die Vereinten Nationen haben die Jahre 2021 bis 2030 zur Dekade für die Wiederherstellung von Ökosystemen ausgerufen. In Deutschland setzen das Bundesumweltministerium (BMUKN) und das Bundesamt für Naturschutz (BfN) diesen Auftrag um und prämierten nun Projekte zum Jahresthema 2025 «Wiederherstellung von Stadtnatur». Dass eine mittelfränkische Kommune hierbei in der Kategorie «Renaturierung» einen Platz in den Top 10 belegt, unterstreicht die überregionale Relevanz der Steiner Anlage.
Das ausgezeichnete Areal in Unterweihersbuch umfasst über 2.000 Quadratmeter. Wo früher intensiv genutztes Grünland lag, finden sich heute Strukturen, die gezielt die Artenvielfalt fördern. Dazu gehören stehendes und liegendes Totholz, sogenannte Benjes-Hecken sowie eine artenreiche Streuobstwiese. Ein spezielles Sandarium dient Wildbienen als Nistplatz. Die Anlage wurde so konzipiert, dass sie nicht nur ökologisch wertvoll ist, sondern auch als Lernort fungiert. Beschilderungen erklären Besuchern die ökologischen Zusammenhänge und geben Anreize für den eigenen Garten.
Der Weg zur Auszeichnung begann mit der Aufnahme Steins als eine der ersten 100 Kommunen in den «Blühpakt Bayern». Mit einer Anschubfinanzierung von 5.000 Euro startete das Projekt. Entscheidend für den Erfolg war laut Stadtverwaltung die fachliche Begleitung. Die Bewerbung wurde durch die Blühpaktberatung des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz an der Regierung von Mittelfranken eingereicht.
Steins Erster Bürgermeister Kurt Krömer wertet die Platzierung unter den besten Zehn als «starkes Zeichen für gelebten Naturschutz in Stein». Er dankte insbesondere Jörg Jaroszewski, dem Leiter der Stadtgärtnerei, und dessen Team für die Umsetzung sowie Wolfgang Endres von der Blühpaktberatung für die jahrelange Zusammenarbeit. Die Auszeichnung zeige, dass auch Kommunen wie Stein bundesweit Maßstäbe im Artenschutz setzen können.
Der Totholzgarten hat sich inzwischen zu einem überregionalen Best-Practice-Beispiel entwickelt. Das Bayerische Umweltministerium führt das Projekt auf seiner Internetseite auf. Regelmäßig informieren sich Schulklassen vor Ort, und Mitarbeiter anderer bayerischer Kommunen nutzen den Steiner Garten, um Anregungen für eigene naturnahe Gestaltungen zu gewinnen.
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