Es ist eine Vorstellung, die viele Menschen teilen: friedlich einschlafen, im eigenen Bett, wenn die Zeit gekommen ist. Doch die Realität in deutschen Krankenhäusern und Pflegeheimen sieht oft anders aus. Hochleistungsmedizin macht vieles möglich, was das Leben verlängert – aber verlängert sie auch die Lebensqualität? Über den schmalen Grat zwischen medizinischer Machbarkeit und persönlicher Würde spricht Dr. med. Marion von Helmolt in der Volkshochschule Stein.
Die Fragen, die am Ende eines Lebens stehen, sind existenziell, und doch werden sie im Alltag oft verdrängt. Was geschieht, wenn Heilung nicht mehr das Ziel sein kann? Wie viel Selbstbestimmung bleibt einem Menschen, wenn der Körper versagt? Die VHS Stein widmet sich mit dem Vortrag «Selbstbestimmt bis zum Lebensende» am Donnerstag, den 26. Februar 2026, einem Thema, das gesellschaftlich brisant und zutiefst persönlich zugleich ist.
Als Referentin konnte die Volkshochschule Dr. med. Marion von Helmolt gewinnen. Die Medizinerin blickt nicht nur theoretisch auf das Thema, sondern bringt Erfahrungen aus der direkten Begleitung von Sterbewilligen und deren Angehörigen mit. Ihr Vortrag verspricht, den oft abstrakten Begriff der «Sterbehilfe» mit konkreten Inhalten zu füllen. Dabei geht es laut Ankündigung nicht um eine theoretische Debatte, sondern um die Praxis: Welche rechtlichen Rahmenbedingungen gelten aktuell in Deutschland? Welche Wege stehen offen, wenn ein Patient nicht weiter «kämpfen», sondern zur Ruhe kommen möchte?
Der Abend in Stein soll Raum bieten, hinzuhören und nachzudenken. Im Zentrum steht der Konflikt, den viele Angehörige und Betroffene erleben: Einerseits der Wunsch nach einem friedlichen Abschied, andererseits der Druck, alle medizinischen Optionen auszuschöpfen. Dr. von Helmolt wird erläutern, wie Selbstbestimmung auch in den letzten Phasen des Lebens gewahrt bleiben kann und warum die Auseinandersetzung mit dem Sterben oft zu einem bewussteren Verständnis des Lebens führt.
Die Veranstaltung richtet sich an alle, die sich abseits von ideologischen Gräben informieren möchten. Ziel ist ein sachlicher und respektvoller Dialog über Würde, Wohlbefinden und die Grenzen der Machbarkeit.
Der Vortrag findet am Donnerstag, den 26. Februar 2026, um 18:00 Uhr statt. Der Eintritt beträgt fünf Euro. Eine Anmeldung ist über die Webseite der Volkshochschule im Landkreis Fürth möglich.
Ort: Haus der Begegnung, Alexanderstr. 6, Stein. Anmeldung: https://www.vhs-landkreis-fuerth.de/kurssuche/einrichtung/vhs-stein/kurs/261-1316-s/filterbeibehalten/1
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