Wenige Wochen vor der Kommunalwahl am 8. März 2026 rücken die Themen Umwelt, Verkehr und Stadtentwicklung in den Fokus des Wahlkampfes. Die Ortsgruppe Oberasbach des Bund Naturschutz (BN) hat die Bewerber um das Bürgermeisteramt sowie die Spitzenkandidaten der Stadtratslisten mit einem Katalog an Wahlprüfsteinen konfrontiert. Während bei der grundsätzlichen Notwendigkeit von Klimaschutzmaßnahmen weitgehend Konsens herrscht, offenbaren die Antworten deutliche Unterschiede bei der Finanzierung und der konkreten Umsetzung.
Die Rückmeldungen, die bis zum Stichtag am 14. Februar eingingen, stammen von der Bürgerinitiative (BI) Oberasbach, den Freien Wählern (FW), Bündnis 90/Die Grünen, der CSU sowie der SPD. Keine Stellungnahme lag dem BN von der Linken, der FDP sowie dem parteilosen Bürgermeisterkandidaten Thomas Diebenbusch vor. Die Grünen und die Freien Wähler unterstützen Diebenbusch. Ihre Antworten sind enthalten.
Eine zentrale Frage des BN zielte auf den Erhalt der städtischen Stelle für Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Radverkehr sowie des Quartiermanagements ab. Stephan Zeilinger (BI) sprach sich für den Erhalt aus, forderte jedoch eine Erweiterung des Stellenprofils hin zu einem ganzheitlichen Verkehrskonzept. Felix Kißlinger (FW) bezeichnete die Koordinierungsstelle angesichts des Ziels der Klimaneutralität als «absolut notwendig». Auch Heike Barth (Grüne) und Harald Patzelt (SPD) befürworteten die Weiterführung, wobei Patzelt einschränkte, dass dies stark von der finanziellen Entwicklung der Stadt abhänge. Marco Haas (CSU) betonte, dass es sich um eine freiwillige Leistung handele, die aufgrund der Haushaltslage sorgfältig geprüft werden müsse. Das Quartiermanagement hingegen sei für die CSU unverzichtbar.
Mit Blick auf die für 2027 geplante Eröffnung des U-Bahnhofs Fürth-Süd diskutierten die Kandidaten die Anbindung Oberasbachs. Die BI schlug eine «Ringbuslinie» vor, die wichtige Knotenpunkte verbindet, sowie temporäre Busspuren auf der Rothenburger Straße im Berufsverkehr. Auch die Grünen verwiesen auf eine Ringbuslinie. Die CSU und die Freien Wähler unterstützten grundsätzlich eine Direktverbindung nach Fürth, sofern diese machbar und wirtschaftlich sei. Beim Thema Radschnellweg zeigte sich die angespannte Finanzlage der Stadt. Während die Grünen und die CSU das Projekt befürworteten, wiesen fast alle Fraktionen darauf hin, dass die Stadt Oberasbach Investitionen und Unterhalt nicht allein stemmen könne. Stephan Zeilinger (BI) erklärte, man unterstütze den Weg nur, wenn der Freistaat alle Kosten trage. Ähnlich äußerte sich Harald Patzelt (SPD), der Prioritäten eher bei Straßen, Schulen und Kindergärten sah.
Kontrovers wurde das Thema Baumschutzverordnung diskutiert. Die BI lehnte eine solche Verordnung als «Verordnung um der Verordnung willen» ab und setzte stattdessen auf Anreize für Eigentümer. Marco Haas (CSU) verwies auf rechtliche Grenzen bei Privatgrund und befürwortete Baumschutz auf städtischen Flächen. Heike Barth (Grüne) hingegen kündigte an, sich für die Wiedereinführung einer Baumschutzverordnung starkzumachen.
Weitgehend Einigkeit herrschte bei der Ablehnung einer Reaktivierung des 2005 per Bürgerentscheid abgelehnten Gewerbegebietes im Nordwesten. Die Kandidaten favorisierten stattdessen Areale am Kreisbauhof oder die Nutzung von Leerständen. Lediglich Harald Patzelt (SPD) wollte eine Prüfung nicht gänzlich ausschließen, da die Stadt dringend Einnahmen benötige.
Zur Idee der «Schwammstadt» (Wasserspeicherung vor Ort) signalisierten die Parteien Unterstützung, wenngleich die Finanzierung auch hier als Hürde genannt wurde. Die CSU verwies darauf, dass bereits geprüfte Schwammstadt-Ansätze – etwa im Rathausumfeld – wegen sehr hoher Kosten bislang nicht umsetzbar gewesen seien.
Bezüglich der Energiewende sprachen sich alle Parteien für den Ausbau von Photovoltaik aus. Bei der Windkraft betonten FW und Grüne die Wichtigkeit von Bürgerbeteiligungen und Energiegenossenschaften. Die BI mahnte bei Nahwärmekonzepten zur Vorsicht und forderte ehrliche Vollkostenrechnungen, während die CSU die Prüfung von Flusswasser-Wärmepumpen anregte.
Die ausführlichen Antworten der Kandidaten hat der Bund Naturschutz auf seiner Website veröffentlicht. https://fuerth-land.bund-naturschutz.de/ortsgruppen/oberasbach
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