Der Wahlzettel ist lang und anspruchsvoll, genau wie bei der anstehenden Kommunalwahl. Doch in Fürth bekommen Kinder und Jugendliche die Gelegenheit, den „Ernstfall“ an der Urne ganz praktisch zu proben. Zwischen dem 20. Februar und dem 27. Februar findet in der Stadt die sogenannte U18-Wahl statt.
Das Prinzip des Projekts bietet allen Einwohnern unter 18 Jahren die Möglichkeit, demokratische Prozesse vor Ort hautnah auszuprobieren. Dabei wird der reale Kommunalwahlmodus angewendet. Die jungen Wähler können ein klassisches Listenkreuz setzen oder gezielt Stimmen auf verschiedene Kandidaten verteilen, was als Panaschieren bezeichnet wird. Ebenso ist es möglich, einer Person mehrere Stimmen zu geben, das sogenannte Kumulieren. Nach Angaben der Organisatoren verlangt dies den Teilnehmern einiges ab, zwingt sie aber gleichzeitig dazu, sich intensiv mit den politischen Inhalten und den künftigen Gestaltern der Stadt auseinanderzusetzen.
Hinter der umfangreichen Aktion steht der Stadtjugendring Fürth, der das Projekt des Bayerischen Jugendrings federführend betreut. Unterstützt wird er dabei von einem breiten Netzwerk, zu dem der Fürther Jugendrat, die kommunale Jugendarbeit und die Evangelische Jugend St. Martin gehören. Gemeinsam setzen sie eine der größten Vor-Ort-Wahlen im Freistaat um und hoffen, an die hohen Beteiligungszahlen der vergangenen Jahre anzuknüpfen.
Der Startschuss fällt in nicht öffentlichen Wahllokalen, die unter anderem in Schulen oder im Fürther Stadion eingerichtet sind. Dort kann bis zum 26. Februar abgestimmt werden. Am 27. Februar öffnen schließlich öffentliche Wahllokale im gesamten Stadtgebiet. Zu den Standorten zählen bekannte Einrichtungen wie das Kinder- und Jugendhaus CatchUp, der Jugendtreff Bubbles, das Jugendhaus Hardhöhe, der Jugendtreff St. Martin, die Oase und das Zentrum Alpha1. Zur Vorbereitung steht allen Bürgern der digitale Wahlcheck «Voto» zur Verfügung, der einen detaillierten inhaltlichen Abgleich mit den Parteien ermöglicht.
Die Initiatoren betrachten die U18-Wahl als wichtiges Werkzeug für die politische Bildung. Die Heranwachsenden begreifen kommunalpolitische Strukturen besser und erleben, dass ihre Stimme zählt. Auch wenn die Ergebnisse rechtlich nicht bindend sind, sollen sie der Politik einen klaren Spiegel vorhalten. Der Stadtjugendring verbindet mit dem Projekt zudem die Forderung nach einer generellen Absenkung des Wahlalters. Details zu den Wahllokalen finden Interessierte auf der Internetseite www.u18-fuerth.de.
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