Vertreter der Stadt und der Klinikleitung haben den neuen Erweiterungsbau des Klinikums Fürth besichtigt. Das Großprojekt ist ein zentraler Baustein der Strategie «Klinikum 2030» und soll den wachsenden medizinischen Anforderungen gerecht werden. Der Klinikvorstand Dr. Alexander Mohr, Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung und Bürgermeister Markus Braun informierten sich bei einem Rundgang über den aktuellen Stand der Baustelle, auf der unter anderem ein erstes Musterzimmer vorgestellt wurde.
Die Inbetriebnahme des neuen Gebäudes ist für Anfang 2027 geplant. Herzstück des Neubaus wird der zentrale Operationsbereich sein, der künftig über elf statt bisher sieben Säle verfügt. Wie Dr. Mohr betonte, verzeichne das Klinikum seit dem Ende der Corona-Pandemie einen fulminanten Anstieg der Patientenzahlen, weshalb die bisherigen Operationskapazitäten an ihre Grenzen stießen. Neben den Operationssälen wird der Neubau zwei Normalstationen mit dreißig beziehungsweise vierzig Betten für die Unfallchirurgie, Orthopädie sowie die Gefäß-, Thorax- und Viszeralchirurgie beheimaten. Zusätzlich ist eine große Intensivstation mit dreißig Betten vorgesehen.
Insgesamt beläuft sich das Investitionsvolumen auf rund 180 bis fast 200 Millionen Euro. Oberbürgermeister Jung erklärte, dass der städtische Eigenanteil bei etwa zwanzig Prozent liege, was knapp vierzig Millionen Euro entspreche. Er bezeichnete das Vorhaben als eine Maßnahme, die «eigentlich nur einmal im Jahrhundert zu stemmen ist». Die technische Ausstattung umfasst unter anderem eine hochmoderne Lüftungsanlage im Obergeschoss, rund tausend Kilometer verbauter Kabel, einen Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach sowie eine komplett neue Laborstraße im Untergeschoss.
Die Vorbereitungsphase für den Einzug nimmt etwa anderthalb Jahre in Anspruch – und läuft bereits. Der ärztliche Leiter, Prof. Dr. med. Harald Dormann, erklärte, dass die Mitarbeiter erst nach der technischen Inbetriebnahme mit den neuen Geräten vertraut gemacht werden. Um einen reibungslosen Ablauf am Tag des Umzugs zu gewährleisten, finden im Vorfeld umfangreiche Simulationen statt.
Laut der Pflegedirektion Ute Jahnel planen interdisziplinäre Nutzergruppen bereits die künftigen Prozesse, die Logistik und die Ausstattung. Im neuen Gebäude werden später schätzungsweise vierhundert Pflegekräfte sowie etwa hundertfünfzig Ärzte tätig sein.
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