Die Parkplatzsuche in der dicht bebauten Fürther Südstadt stellt für viele Autofahrer eine tägliche Herausforderung dar. Um den hohen Parkdruck in diesem Viertel zu lindern, beschreitet die Stadt Fürth nun gemeinsam mit dem Einzelhandel neue Wege. Am Donnerstagvormittag haben Oberbürgermeister Thomas Jung und Vertreter der Supermarktkette Aldi Süd ein Pilotprojekt zum sogenannten Feierabendparken offiziell gestartet.
Auf dem Gelände der Aldi-Filiale in der Karolinenstraße 90 stehen ab sofort außerhalb der regulären Geschäftszeiten Stellplätze für die Anwohner zur Verfügung. Zum Auftakt des Projekts werden 20 Parkplätze freigegeben. Die Nutzungszeiten sind klar geregelt: Unter der Woche können die Flächen zwischen 20 Uhr abends und 7 Uhr morgens belegt werden. An den Wochenenden erstreckt sich der Zeitraum von Freitagabend um 20 Uhr durchgehend bis Montagmorgen um 7 Uhr.
Für die Nutzung des Angebots fallen Gebühren an. Eine einzelne Nacht kostet drei Euro, während für das gesamte Wochenende fünf Euro berechnet werden. Wer den Parkplatz regelmäßig nutzen möchte, kann ein Monatsabonnement für maximal 35 Euro abschließen. Die Abwicklung des Parkvorgangs erfolgt modern und digital. Die Buchung sowie die Bezahlung werden per Smartphone-App gesteuert. Vor Ort kommt eine automatische Kennzeichenerkennung zum Einsatz, die eine reibungslose Zufahrt und Abfahrt gewährleisten soll.
Nach Angaben der CSU-Stadtratsfraktion geht das Projekt auf eine politische Initiative der Fraktion zurück. Bereits im April 2025 habe sie unter der Leitung ihres Vorsitzenden Max Ammon einen umfassenden Antrag für eine «Parkraum-Offensive» in den Stadtrat eingebracht.
In dem Dokument wurde die Stadtverwaltung aufgefordert, Konzepte zur Entlastung des öffentlichen Raums zu erarbeiten. Explizit wurde dabei die abendliche und nächtliche Nutzung privater Parkflächen von Verbrauchermärkten als Lösungsansatz vorgeschlagen. Die CSU begründete ihren Vorstoß damals mit Verweis auf Verkehrsprognosen des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr, wonach das Auto auch in Zukunft ein maßgebliches Fortbewegungsmittel bleiben werde. Entsprechend müssten Fahrzeuge in einem vertretbaren Umfeld abgestellt werden können.
Zustimmung für das neue Parkangebot kommt auch aus den Reihen der AfD-Stadtratsgruppe. Deren Sprecher Andreas Haas bezeichnete das Pilotprojekt in einer ebenfalls am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung als attraktiv für die Anwohner der Südstadt, insbesondere angesichts der monatlichen Kosten von 35 Euro. Haas erinnerte in diesem Zusammenhang jedoch auch an die Vorgeschichte des konkreten Parkplatzes in der Karolinenstraße. In der Vergangenheit habe es dort Probleme mit dem beauftragten Parkraumbewirtschafter gegeben, der fehlerhafte Zahlungsaufforderungen an Supermarktkunden verschickt habe, so Haas.
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