Ein ruhiger Waldrand am Samstagmorgen im Landkreis Fürth. Doch statt unberührter Natur finden die ehrenamtlichen Helfer das, was andere achtlos zurückgelassen haben. Die 57. Auflage der «Aktion Saubere Landschaft» fördert von der leeren Flasche bis zur kompletten Tischtennisplatte alles zutage. Mehr als 2000 Freiwillige haben sich am Samstag im gesamten Landkreis auf den Weg gemacht, um die Natur von tonnenweise Müll zu befreien.
Landrat Bernd Obst hat sich am Bauhof der Marktgemeinde Cadolzburg eingefunden, um gemeinsam mit der örtlichen Ersten Bürgermeisterin Sarah Höfler das vorläufige Ergebnis der Aktion zu verkünden. Bis 11 Uhr sammeln die Freiwilligen allein 4,7 Tonnen Restmüll und Sperrmüll sowie knapp zwei Tonnen Altmetall. Die Liste der Fundstücke gleicht dem Inventar einer Mülldeponie. Ganze 31 ausrangierte Elektrogeräte, vom Haartrockner bis zum defekten Küchengerät, werden aus Büschen und Gräben gezogen. Besonders fassungslos macht die Menge an illegal entsorgtem Gummi: Die Helfer finden 495 normale Autoreifen und unglaubliche 41 massive Lastwagen- und Traktorreifen. Auch 39 Liter Altöl werden entdeckt und drei Autobatterien.

Allein in Cadolzburg, wo dieses Jahr der offizielle Abschluss des Aktionstages stattfand, beteiligten sich über 100 Bürgerinnen und Bürger, darunter auch viele Mitglieder von Vereinen – von BRK bis Pfadfinder. Aus Langenzenn meldeten die Koordinatoren sogar 300 engagierte Teilnehmer.
Bei seiner Rede am Bauhof findet der Landrat deutliche Worte für die Verursacher der Verschmutzung. Der Landkreis biete eine hervorragende Abfallwirtschaft. Die Wertstoffhöfe seien an fünf bis sechs Tagen pro Woche geöffnet. «Man hat überhaupt keinen Grund, Müll wegzuschmeißen», macht Obst klar. Es sei sehr schade, dass es noch immer Menschen gebe, die derart unachtsam mit der Umwelt umgehen.
Die Gefahr für Böden und Gewässer wird beim Blick auf die gefundenen Problemstoffe deutlich. Zwei Liter giftige Pflanzenschutzmittel und acht Eimer mit Wandfarbe werden eingesammelt. Neben zwei alten Feuerlöschern und Säcken voller Gipsabfälle sorgt ein Fundstück für Kopfschütteln. Irgendjemand hat sich die Mühe gemacht, eine komplette Tischtennisplatte in die Natur zu transportieren und dort abzuladen.
Trotz der frustrierenden Menge an Unrat gibt es einen Lichtblick. Im Vergleich zum Vorjahr scheint die Gesamtmenge des gesammelten Mülls leicht zurückgegangen zu sein. Ein Zeichen, dass das Umweltbewusstsein langsam in der Gesellschaft ankommt. Der Landrat lobt besonders die vielen Familien, die an diesem Samstagvormittag unterwegs sind, um genau dieses Bewusstsein an die nächste Generation weiterzugeben. Zur Belohnung für die harte Arbeit wartet am Ende eine warme Mahlzeit des Roten Kreuzes auf alle fleißigen Sammler. Obst und Höfler danken zum Abschluss allen, die sich dieses Jahr beteiligt haben.
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