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Ganz anders als Fitnessstudio: CrossFit gibt es jetzt auch in Fürth – den inneren Schweinehunde gemeinsam überwinden

15. April 2026 , ,
In der Fürther CrossFit-Halle PMA steht die Gemeinschaft im Vordergrund. Trainer begleiten hier Sportler aller Altersklassen intensiv bei jeder Übung. Foto: Roland BeckIn der Fürther CrossFit-Halle PMA steht die Gemeinschaft im Vordergrund. Trainer begleiten hier Sportler aller Altersklassen intensiv bei jeder Übung. Foto: Roland Beck

Die Hanteln klirren leise, aus den Lautsprechern kommt motivierende Musik und die Luft in der Halle ist erfüllt von konzentrierter Energie. In der Dieter-Streng-Straße in Fürth haben Kristina Kette und Jacqueline Starke einen Ort geschaffen, der mit einem herkömmlichen Fitnessstudio wenig gemein hat.

Unter dem Namen CrossFit PMA bieten sie funktionelles Training an, das sich auf das Wesentliche konzentriert: messbare Fitness, enge Betreuung und eine starke Gemeinschaft. Die Abkürzung PMA steht für «Positive Mental Attitude» und ist hier nicht nur ein Leitspruch, sondern gelebter Alltag.

Was beim Betreten der Halle sofort auffällt: Es gibt keine unzähligen, isolierten Kraftmaschinen, an denen Sportler anonym vor sich hin trainieren. Stattdessen dominieren Racks, freie Gewichte, Rudergeräte und viel freie Fläche den Raum.

Bis zu zwölf Personen trainieren hier gleichzeitig in einem Kurs, stets unter den wachsamen Augen der Trainerinnen. Kristina Kette bringt die Philosophie auf den Punkt, wenn sie erklärt, dass das Trainerteam die Workouts nicht selbst mitmacht. Der Fokus liege allein darauf, die Teilnehmer zu beobachten, zu korrigieren und das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Dieser intensive Betreuungsschlüssel erlaubt es, sogar hochkomplexe Bewegungen wie olympisches Gewichtheben sicher zu vermitteln.

Das Konzept zieht Menschen an, die in klassischen Studios oft den Antrieb verlieren. Die Altersspanne der Mitglieder reicht von zwei bis hin zu 83 Jahren. Für nahezu jede Lebenslage existiert das passende Angebot. Kleinkinder ab zwei Jahren entdecken in den Minis-Klassen spielerisch die Freude an der Bewegung, während Schulkinder altersgerecht an den Sport herangeführt werden. Bemerkenswert sind die Formate für ältere Menschen.

Jeden Donnerstagvormittag findet die Golden Class statt. Senioren über 65 Jahre trainieren hier bei reduzierter Lautstärke und mit stark angepassten Übungen. Gleichgewicht und Geschicklichkeit stehen im Fokus, um die Alltagstauglichkeit lange zu erhalten.

Die Inhaberinnen legen großen Wert auf Barrierefreiheit und Familienfreundlichkeit. Eine rollstuhlgerechte Toilette ist ebenso vorhanden wie eine eingerichtete Kinderecke mit Bausteinen und Carrerabahn. So können Eltern trainieren, während der Nachwuchs beschäftigt ist. Wer besonders früh in den Tag starten möchte, findet bereits um 5:30 Uhr morgens die ersten Kurse im Stundenplan.

Der Erfolg des Konzepts spiegelt sich in den Stimmen der Mitglieder wider. Tanja, die als Neueinsteigerin begann, ist von der professionellen Anleitung angetan und berichtet, dass körperliche Beschwerden spürbar zurückgehen. Die Mitglieder Moni und Melissa sehen vor allem in der Gemeinschaft den größten Vorteil. Wer im regulären Fitnessstudio die Scheuklappen aufsetze, verliere oft die Motivation, erklärt Moni. Bei CrossFit PMA hingegen freue man sich auf die anderen Kursteilnehmer und leide gemeinsam. Melissa ergänzt treffend: «Das Schöne an CrossFit ist, jeder kann es machen. Egal ob groß, ob klein, ob dick, ob dünn, ob fit oder nicht fit, eine Krankheit oder nicht.»

Mit kreativen Ergänzungen wie dem Metal Yoga beweisen die Gründerinnen zudem, dass Fitness in Fürth durchaus auch unkonventionelle Wege gehen darf.