Rund 200 Menschen haben Ende September den bundesweiten Aktionstag der Offenen Kinder- und Jugendarbeit auf dem Zirndorfer Marktplatz besucht. Zwischen Spielen, Kinderschminken und Gesprächen wurde dabei nicht nur gefeiert. Die Veranstaltung lenkte auch den Blick auf die angespannte Situation der Jugendarbeit in der Stadt.
Von 14 bis 19 Uhr standen unter anderem Tretfahrzeuge, Skateboards, Riesen-Jenga, ein überdimensionales Vier-Gewinnt-Spiel und eine Zirkuskiste bereit. Kinder konnten sich schminken lassen und eigene Buttons gestalten. Waffeln, Slush und Popcorn wurden gegen Spenden ausgegeben.
Nach Angaben der Stadt kamen rund 200 Besucher zu der Veranstaltung. Auch Bürgermeister Marcus Spath, Jugendreferentin Kerstin Zechentmayer und zwei Vertreterinnen des Jugendparlaments waren vor Ort. Sie beteiligten sich unter anderem an Gesprächen und einer Runde des Kartenspiels UNO.
Der Aktionstag gehörte zu einer bundesweiten Kampagne der Bundesarbeitsgemeinschaft Offene Kinder- und Jugendarbeit. Ziel ist es, stärker sichtbar zu machen, welche Rolle offene Angebote für Kinder und Jugendliche spielen. Sie sollen Orte schaffen, an denen junge Menschen ihre Freizeit selbst gestalten, Kontakte knüpfen, eigene Interessen entwickeln und sich beteiligen können. Auch Unterstützung bei Schwierigkeiten in Schule, Familie oder persönlicher Lebensplanung gehört zum Aufgabenspektrum.
In Zirndorf bekommt die Diskussion über die Bedeutung solcher Angebote allerdings einen konkreten finanziellen Hintergrund. Die Stadt verweist darauf, dass die Chillbox mit ihrem Kindertreff wiederbelebt worden sei. Zudem habe die Stelle eines Berufspraktikanten erneut besetzt werden können. Gleichzeitig mache sich die angespannte Haushaltslage bemerkbar: Mobile Jugendarbeit könne derzeit nicht mehr angeboten werden.
Damit trifft auch Zirndorf ein Problem, das die Offene Kinder- und Jugendarbeit vielerorts beschäftigt. Steigender Unterstützungsbedarf bei Kindern und Jugendlichen steht häufig begrenzten finanziellen Möglichkeiten gegenüber. Jugendhäuser und offene Treffpunkte übernehmen dabei mehr als reine Freizeitfunktionen. Sie können niedrigschwellige Ansprechpartner sein, Beteiligung ermöglichen und Kindern und Jugendlichen Räume bieten, in denen sie ohne schulischen Leistungsdruck Zeit verbringen können.
Der Aktionstag auf dem Marktplatz sollte diese Arbeit sichtbar machen. Das Jugendhaus hatte dafür bewusst den eigenen Standort verlassen und einen zentralen öffentlichen Platz gewählt. Die Veranstaltung war als «öffentliches Wohnzimmer» angekündigt worden, in dem nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch Erwachsene miteinander ins Gespräch kommen sollten.

