Ein Auto fährt mitten durch die Besucher eines Straßenfestes, erfasst einen Radfahrer und prallt anschließend gegen einen weiteren Wagen, der durch die Wucht des Aufpralls umkippt. Zahlreiche Menschen liegen verletzt am Boden, einige davon schwer. Was sich am Samstag in Oberasbach abspielte, war glücklicherweise kein tatsächliches Unglück, sondern das Szenario einer groß angelegten Einsatzübung von Feuerwehr, Rettungsdienst und weiteren Hilfsorganisationen.
Rund 25 Verletzte mussten bei dem angenommenen Unfall versorgt werden. Mehrere davon galten als schwer oder sogar lebensgefährlich verletzt. Für die Einsatzkräfte bedeutete das eine besondere Herausforderung: Innerhalb kurzer Zeit mussten die Verletzten gesichtet, nach der Schwere ihrer Verletzungen eingestuft und die weiteren Rettungsmaßnahmen koordiniert werden. Gleichzeitig galt es, Menschen aus den beteiligten Unfallfahrzeugen zu befreien.
Dem Übungsszenario zufolge hatte der Fahrer des Unfallwagens während der Fahrt einen medizinischen Notfall erlitten und dadurch die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren. Der Wagen geriet in eine Menschenansammlung auf einem fiktiven Straßenfest. Am Ende der Unfallfahrt erfasste er einen Radfahrer, der in der Windschutzscheibe hängen blieb, und kollidierte mit einem weiteren Auto. Dieses kippte auf die Seite.
Damit waren die Einsatzkräfte gleich mit mehreren schwierigen Aufgaben konfrontiert. Neben der medizinischen Versorgung zahlreicher Verletzter musste die Feuerwehr auch die technische Rettung aus einem Unfallfahrzeug übernehmen. Gerade bei einem solchen Massenanfall von Verletzten kommt es darauf an, dass Feuerwehr, Rettungsdienst und Einsatzleitung eng zusammenarbeiten.
An der Übung waren die Freiwillige Feuerwehr Oberasbach, das Bayerische Rote Kreuz (BRK) Oberasbach sowie weitere BRK-Einheiten aus Stein, Zirndorf und Fürth beteiligt. Das BRK Stein war für den Verbandplatz vorgesehen, an dem Verletzte medizinisch versorgt und für den weiteren Transport vorbereitet werden können.
Aus Zirndorf unterstützte die Unterstützungsgruppe Sanitätseinsatzleitung die Koordination der Rettungskräfte. Zur Einsatzleitung des BRK Fürth gehörten unter anderem ein Einsatzleiter Rettungsdienst, ein Organisatorischer Leiter und ein Leitender Notarzt. Auch die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) für die Stadt und den Landkreis Fürth, die Kreisbrandinspektion sowie die Polizeiinspektion Stein mit zwei Streifen waren eingebunden. Auch eine Abordnung der Stadt Oberasbach beobachtete die Übung.
Bei einem sogenannten Massenanfall von Notfallverletzten, kurz MAN, reichen die üblichen Abläufe eines einzelnen Rettungseinsatzes nicht mehr aus. Die Einsatzkräfte müssen zunächst feststellen, wer besonders dringend Hilfe benötigt und welche Patienten zunächst warten können. Gleichzeitig müssen ausreichend Personal, Rettungsmittel und Behandlungsmöglichkeiten organisiert werden.
Die Stadt Oberasbach hatte die gemeinsame Großübung bereits im September angekündigt. Im Mittelpunkt stand insbesondere die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Organisationen bei einem größeren Schadensereignis. Solche Einsatzlagen erfordern nicht nur medizinisches und technisches Können, sondern auch klare Kommunikationswege und eine funktionierende Einsatzleitung.
Die Erfahrungen aus solchen Übungen sollen helfen, bei einem tatsächlichen Unglück mit zahlreichen Verletzten möglichst schnell und abgestimmt handeln zu können.
Alle Foto: TK-Bilder/Thomas Klein

























