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Mordfall Marion Baier in Oberasbach: Gelber Porsche wieder im Fokus der Ermittler

11. Oktober 2026, 12:54 Uhr
Der Mordfall Marion Baier ist noch immer ungeklärt. Foto: Roland BeckDer Mordfall Marion Baier ist noch immer ungeklärt. Foto: Roland Beck

Mehr als 53 Jahre nach dem Mord an der zwölfjährigen Marion Baier in Oberasbach beschäftigt sich die Kriminalpolizei Fürth erneut intensiv mit einem auffälligen Fahrzeug. Ein gelber Porsche Targa mit Nürnberger Kennzeichen, der bereits 1974 in der Fernsehsendung «Aktenzeichen XY … ungelöst» eine Rolle spielte, könnte möglicherweise zur Aufklärung des Verbrechens beitragen.

Ein Zeuge will den Sportwagen in der Tatnacht im Bereich der Hainbergstraße in Oberasbach gesehen haben. Im Fahrzeug soll es zu einem Streit zwischen einem Mann und einem jungen Mädchen gekommen sein. Unklar ist bis heute, wer die Insassen waren und ob die Beobachtung tatsächlich mit dem Mord zusammenhängt.

Wie ein Polizeisprecher auf Nachfrage von Fürth Aktuell mitteilte, hatte die Spur bei der Wiederaufnahme der Ermittlungen zunächst keine besondere Priorität. Das hat sich inzwischen geändert. Bei der erneuten Durchsicht der alten Ermittlungsakten stießen die Kriminalbeamten auf detaillierte Aufzeichnungen zu dem Fahrzeug und den damaligen Überprüfungen.

Bereits in den 1970er-Jahren gingen die Ermittler dem Hinweis nach. Rund 30 Halter entsprechender Fahrzeuge sollen damals überprüft worden sein. Eine Verbindung zu dem Verbrechen ließ sich jedoch nicht nachweisen. Auch die Alibis der betreffenden Personen wurden untersucht.

Heute könnten moderne kriminaltechnische Verfahren neue Erkenntnisse liefern. Besonders hilfreich wäre aus Sicht der Ermittler ein DNA-Abgleich mit den damaligen Fahrzeughaltern. Solche Untersuchungen standen der Polizei 1973 noch nicht zur Verfügung.

Allerdings stellt der große zeitliche Abstand die Kriminalbeamten vor erhebliche Schwierigkeiten. Es ist ungewiss, wie viele der damals überprüften Personen noch leben. Unter bestimmten Voraussetzungen könnten auch DNA-Untersuchungen bei Angehörigen Hinweise liefern. Ob und in welchem Umfang solche Abgleiche möglich sind, ist offen.

Die Hoffnung der Ermittler beruht auf einer wichtigen Entdeckung: An der Kleidung von Marion Baier wurde eine männliche DNA-Spur gesichert, die auch im Zusammenhang mit dem Mord an Sonja Hurler in Kempten nachgewiesen wurde. Die 13-Jährige verschwand im Juli 1981 und wurde rund drei Monate später tot aufgefunden. Die Polizei geht aufgrund der Übereinstimmung davon aus, dass derselbe Täter für beide Verbrechen verantwortlich ist.

Marion Baier war am Abend des 1. Juli 1973 auf dem Fischerfest in Zirndorf gewesen. Gegen 20 Uhr wurde sie dort zuletzt von einer Schulfreundin gesehen. Am nächsten Morgen entdeckte ein Arbeiter ihre Leiche auf einem Grundstück im damaligen Neubaugebiet an der Hainbergstraße im Oberasbacher Ortsteil Kreutles. Das Mädchen war erschlagen worden.

Der gelbe Porsche gehörte bereits zu den auffälligen Beobachtungen, denen die Polizei vor mehr als fünf Jahrzehnten nachging. Das Fahrzeug soll neben dem Nürnberger Kennzeichen zusätzliche Frontscheinwerfer gehabt haben. Gerade solche Merkmale könnten helfen, Erinnerungen von damaligen Zeitzeugen oder Personen aus dem Umfeld früherer Fahrzeugbesitzer zu wecken.

Dass der Sportwagen nun wieder stärker berücksichtigt wird, bedeutet allerdings nicht, dass sein damaliger Fahrer der Täter ist. Die Polizei will vielmehr überprüfen, ob sich die historischen Ermittlungen mithilfe der inzwischen gesicherten DNA-Spur ergänzen oder bestätigen lassen.

Die Arbeitsgruppe «Hainberg» der Kriminalpolizei Fürth beschäftigt sich weiterhin mit dem ungeklärten Verbrechen. Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 0911 2112-3333 entgegen. Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat oder zur Festnahme des Täters führen, hat das Bayerische Landeskriminalamt eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt.

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