Noch ist sie in Fürth nicht angekommen. Wenige Kilometer weiter sieht die Lage bereits anders aus. In Langenzenn wurde im Juli ein Nest der Asiatischen Hornisse entdeckt. Es war der erste bestätigte Fund im Landkreis Fürth. Seitdem stellt sich auch in der Stadt zunehmend die Frage, wann die invasive Hornissenart die nächsten Gebiete erreicht. Fürth Aktuell hat bei Stadt und Landkreis nachgefragt, wie die Lage nach dem Sommer 2026 einzuschätzen ist.
Bislang gibt es zumindest für Fürth eine beruhigende Antwort: Im Stadtgebiet wurde noch keine Asiatische Hornisse sicher nachgewiesen. Auch ungeklärte Verdachtsmeldungen lagen der Stadt nicht vor. «Die Situation ist unverändert. Allerdings gehen bestätigte Meldungen immer näher an das Stadtgebiet heran», erklärt Markus Schmid vom Fürther Amt für Umwelt, Ordnung und Verbraucherschutz. Im Landkreis blieb das Nest in Langenzenn ebenfalls der einzige bestätigte Fund.
Ganz verschwinden dürfte das Thema damit allerdings nicht mehr. Sowohl Stadt als auch Landkreis gehen davon aus, dass weitere Nachweise folgen werden. Die Asiatische Hornisse hat sich in den vergangenen Jahren in Deutschland und Bayern zunehmend ausgebreitet.
Das Langenzenner Nest wurde nach seinem Fund im Juli nicht einfach vernichtet. Es kam zu Forschungszwecken an die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau nach Veitshöchheim.
Mehrere weitere vermeintliche Sichtungen im Landkreis stellten sich dagegen als Fehlalarm heraus. Nach Angaben der Unteren Naturschutzbehörde konnte anhand der eingeschickten Bilder festgestellt werden, dass es sich nicht um Asiatische Hornissen handelte.
Solche Verwechslungen sind keine Seltenheit. Gleichzeitig steigt die Zahl der tatsächlichen Nachweise in Bayern. 2022 wurde nach Angaben der LWG erstmals eine Asiatische Hornisse im Landkreis Main-Spessart dokumentiert. 2023 wurden fünf Nester gefunden, ein Jahr später 19 und 2025 bereits 33. Die Fachleute rechnen damit, dass sich die Art langfristig über ganz Bayern ausbreiten wird.
Auch für Fürth hält die Stadt ein dauerhaftes Fernbleiben deshalb für unwahrscheinlich. Die Nachweise rückten näher an das Stadtgebiet heran. Auffällig sei zudem, dass sich die Tiere offenbar entlang von Flusstälern ausbreiteten.
Die Asiatische Hornisse stammt ursprünglich aus Südostasien. In Europa wurde sie erstmals 2004 in Frankreich festgestellt, in Deutschland folgte der erste Nachweis zehn Jahre später. Seither hat sie sich weiter ausgebreitet. Das Bundesamt für Naturschutz beschreibt die Art inzwischen als in mehreren Bundesländern großräumig etabliert.
Problematisch ist die Art vor allem für die Imkerei. Asiatische Hornissen machen gezielt Jagd auf andere Insekten. Honigbienen können dabei einen erheblichen Teil ihrer Beute ausmachen. Besonders belastend ist für Bienenvölker, wenn Hornissen vor dem Flugloch warten. Die Bienen reduzieren dann ihre Sammelflüge, wodurch weniger Nahrung in den Stock gelangt.
Die Fürther Umweltbehörde hält deshalb bei starkem Befall auch Einbrüche einzelner Bienenvölker für möglich.
Nachdem die Asiatische Hornisse seit März 2025 in Deutschland als etabliert geführt wird, unterliegt sie keiner Bekämpfungspflicht mehr. Somit liegt die Zuständigkeit für die Bekämpfung der Asiatischen Hornisse nicht mehr bei den Unteren Naturschutzbehörden, wie es aus dem Landratsamt heißt. Entgegen der heimischen Europäischen Hornisse (lat. Vespa crabro) seien Asiatische Hornissen deutlich aggressiver und können Gift versprühen.
Deshalb sollte eine Bekämpfung bzw. Entfernung nur durch eine sachkundige Person geschehen, so der Rat von Markus Schmid vom Fürther Amt für Umwelt, Ordnung und Verbraucherschutz. Die Bekämpfung erfolgt in der Regel durch Biozidprodukte oder mit nicht-chemischen Maßnahmen wie beispielsweise das Absaugen der Hornissen und das anschließende Abnehmen und Einfrieren des Nestes zum Abtöten der Brut.
Wer eine auffällige Hornisse entdeckt, kann den Fund in Bayern über BeeWarned melden. Fotos spielen dabei eine entscheidende Rolle. Die Fachleute prüfen die Bilder und können so zunächst feststellen, ob tatsächlich eine Asiatische Hornisse zu sehen ist. Auch Nestfunde werden dort erfasst.

