In Langenzenn formiert sich zur kommenden Stadtratswahl eine neue kommunalpolitische Konstellation. Mit den „Unabhängigen Bürgern Langenzenns“ (UBLgz) und der Liste „Zukunft aktiv Langenzenn“ (ZaL) bewerben sich zwei parteilose Gruppierungen um die Zulassung zur Wahl.
Beide Gruppierungen haben jeweils 24 Kandidaten aufgestellt. Um zur Wahl zugelassen zu werden, benötigen sie jeweils 180 gültige Unterstützerunterschriften von wahlberechtigten Bürgern aus Langenzenn. Die entsprechenden Listen liegen derzeit im Rathaus Langenzenn aus und können während der regulären Öffnungszeiten unterzeichnet werden. Diese sind von Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr. Zusätzlich ist das Rathaus am Dienstag, 13. Januar, bis 20 Uhr geöffnet.
Nach eigenen Angaben verstehen sich beide Gruppierungen als unabhängige Alternativen jenseits klassischer Parteistrukturen. In ihren öffentlichen Stellungnahmen betonen sie zudem, dass sie sich bewusst als demokratischer Gegenpol zur AfD positionieren, die bei der anstehenden Wahl erstmals mit einer eigenen Stadtratsliste in Langenzenn antritt.
Angeführt wird die Liste der Unabhängigen Bürger Langenzenns von Florian Kesselring. Der 45-Jährige ist Familienvater, Betriebswirt mit Schwerpunkt Informatik und Geschäftsführer eines mittelständischen Handelsunternehmens. Unter dem Leitspruch «Mehr Wirtschaft. Mehr Einnahmen. Mehr Zukunft.» will Kesselring nach eigener Darstellung wirtschaftliche Vernunft stärker in kommunalpolitische Entscheidungen einbringen. Eine solide wirtschaftliche Basis sei aus seiner Sicht Voraussetzung dafür, dass eine Stadt Entwicklungsspielräume gewinnt und Investitionen in soziale, kulturelle und infrastrukturelle Bereiche möglich werden.
Kesselring grenzt sich zugleich von dem ab, was er als ideologisch geprägte Grabenkämpfe der vergangenen Jahre beschreibt. Sein politischer Anspruch sei Sachpolitik statt Lagerdenken. Das gemeinsame Arbeiten an tragfähigen Lösungen stehe im Vordergrund, nicht das Gegeneinander. Der Leitsatz «Für Lösungen, nicht für Lager» solle diesen Ansatz verdeutlichen.
Die zweite unabhängige Liste, Zukunft aktiv Langenzenn, wird von Anke Binder angeführt. Die 39-Jährige arbeitet als Erzieherin und leitet den offenen Ganztag in Langenzenn. Zusätzlich ist sie als systemische Beraterin qualifiziert und begleitet in ihrem beruflichen Alltag Kinder, Jugendliche und Familien in unterschiedlichen Lebenslagen. Der besonnene Umgang mit belastenden Situationen und Krisen gehöre dabei zu ihren zentralen Aufgaben.
Binder stellt insbesondere die Themen Kinderbetreuung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Care-Arbeit in den Mittelpunkt. Gute Betreuung bedeute aus ihrer Sicht nicht nur Organisation, sondern auch Orientierung, Entwicklung und Vertrauen. Verlässliche Strukturen seien entscheidend für Stabilität im Familienalltag. Diese Perspektive wolle sie nach eigenen Angaben unabhängig und verantwortungsvoll in die Arbeit des Stadtrats einbringen.
Die Frist zur Abgabe der notwendigen Unterschriften endet am Montag, 19. Januar 2026, um 12 Uhr. Bis zu diesem Zeitpunkt müssen die erforderlichen Unterstützungen vollständig vorliegen und geprüft sein. Ob beide Listen die formalen Hürden überwinden, wird sich in den kommenden Tagen zeigen.
5.7°C | Bedeckt 

