Ein erneuter Fall von Vandalismus beschäftigt derzeit die Marktgemeinde Wilhermsdorf im Landkreis Fürth. Unbekannte haben am Dienstag, den 27. Januar 2026, ein Feuer auf der beliebten Pumptrack-Anlage am Freizeitgelände gelegt. Erster Bürgermeister Uwe Emmert (CSU) bezifferte den entstandenen Sachschaden gegenüber „Fürth Aktuell“ auf rund 12.000 Euro. Der Vorfall löste in der Gemeinde Bestürzung aus und hat nun eine Debatte über verschärfte Sicherheitsvorkehrungen angestoßen.

Der Brand ereignete sich nach Angaben der Gemeinde am späten Dienstagnachmittag. Da Mitarbeiter des Bauhofs bis 16.30 Uhr auf dem angrenzenden Bolzplatz noch Schnee abgekippt hatten und zu diesem Zeitpunkt noch alles in Ordnung war, muss die Tat zwischen 16.30 Uhr und 17.15 Uhr verübt worden sein. Entdeckt wurde das Feuer gegen 17.30 Uhr. Die Freiwillige Feuerwehr Wilhermsdorf rückte an, um den Brand zu löschen.
Wie Uwe Emmert gegenüber unserer Redaktion erläuterte, nutzten die Täter die kreisrunden Lüftungslöcher der Anlage, um das Feuer im Inneren zu entfachen. Die Bahn selbst sei von außen nur schwer in Brand zu setzen. Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art. Bereits im Mai 2025 hatte es einen ähnlichen Brand auf dem Gelände gegeben.
Angesichts der wiederkehrenden Zerstörungswut denkt der Rathauschef nun laut über technische Schutzmaßnahmen nach. Emmert teilte mit, er sehe eine Videoüberwachung an diesem Ort als erforderlich an. Das Areal sei in der Vergangenheit immer wieder Schauplatz von Vandalismus gewesen. Der Bürgermeister berichtete von geschmolzenen Kunststoffbänken, Müllhinterlassenschaften und Konflikten zwischen Jugendlichen.
Konkrete Pläne für eine Installation von Kameras existieren noch nicht. Die Verwaltung werde das Thema jedoch sehr kurzfristig intern besprechen. Dabei sollen die rechtlichen Möglichkeiten geprüft und eine Beratung durch die Polizei in Anspruch genommen werden, so Emmert.

Die Überwachung des Geländes durch Personal gestaltet sich unterdessen schwierig. Zwar kündigte die Gemeinde an, über die Jugendarbeit öfter vor Ort Präsenz zu zeigen und auch die Polizei um verstärkte Kontrollen zu bitten. Emmert schätzt die Erfolgsaussichten solcher Maßnahmen jedoch als gering ein. Das Gelände sei so beschaffen, dass man jeden sofort kommen sehe und Täter schnell in alle Richtungen fliehen könnten.
Trotz des Ärgers soll die Anlage den Jugendlichen bald wieder zur Verfügung stehen. Die Gemeinde plant, die Schäden zügig zu beheben, damit der Pumptrack im Frühjahr wieder voll nutzbar ist. Um künftigen Brandstiftungen vorzubeugen, sollen die Lüftungslöcher im Zuge der Reparatur mit Drahtgittern verschlossen werden. Ein erstes Signal zur finanziellen Unterstützung der Instandsetzung sei bereits aus der Wilhermsdorfer Geschäftswelt eingegangen.
Die Reaktionen aus der Bevölkerung auf den Vorfall und die deutliche Kritik des Bürgermeisters in den sozialen Medien waren zahlreich. Viele Bürger zeigten sich fassungslos und verärgert über die sinnlose Zerstörung. Konkrete Hinweise auf die Täter gibt es laut Uwe Emmert bislang nicht, obwohl vereinzelt Meldungen über Jugendliche vor Ort eingingen.
Der neue Freizeit- und Naturerlebnisplatz samt Pumptrack an der Stelzenbachstraße war im Juni 2024 offiziell eingeweiht worden. Unterstützt wurde das Projekt mit einem Zuschuss in Höhe von 130.000 Euro aus dem EU-Fördertopf LEADER. Die Gesamtkosten wurden damals auf 320.000 Euro beziffert.
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