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AfD zieht in weitere Rathäuser ein: Die Ergebnisse der Kommunalwahl im Landkreis Fürth im Detail

9. März 2026
Stimmzettel und Wahlergebnisse: Die Kommunalwahl im Landkreis Fürth verschiebt die Mehrheiten in mehreren Städten und Gemeinden deutlich. (Foto: Symbolbild)Stimmzettel und Wahlergebnisse: Die Kommunalwahl im Landkreis Fürth verschiebt die Mehrheiten in mehreren Städten und Gemeinden deutlich. (Foto: Symbolbild)

Die Kommunalwahlen im Landkreis Fürth haben die politischen Machtverhältnisse in den Städten und Gemeinden spürbar verschoben. Während die Christlich-Soziale Union in vielen Orten stärkste Kraft bleibt, verzeichnet die Alternative für Deutschland bemerkenswerte Wahlerfolge und zieht in mehrere Stadt- und Gemeinderäte teils aus dem Stand in Fraktionsstärke ein. Auch lokale Wählergemeinschaften konnten beachtliche Ergebnisse erzielen und etablieren sich als starke Konkurrenz zu den klassischen Volksparteien. Auch Volt wird erstmals im Landkreis vertreten sein: In Zirndorf gelang der Partei der Einzug mit einem Sitz.

Ein genauer Blick auf die Ergebnisse vom 8. März 2026 zeigt eine deutliche Veränderung der Parteienlandschaft. Gewinner der Wahl sind teils die unabhängigen lokalen Wählergruppen, die das Parteienspektrum in den Rathäusern erweitern. Die Zirndofer Bürger Gemeinschaft holte aus dem Stand 27,4 Prozent und wird stärkste Kraft im Stadtrat. Die Aktiven Bürger Tuchenbach holten 63,2 Prozent der Stimmen. Die Interessengemeinschaft Tuchenbach verlor gleichzeitig 24,3 Prozentpunkte und landete bei 36,8 Prozent. In Obermichelbach feierte die Wählergemeinschaft Obermichelbach einen Erfolg und holte 33,4 Prozent. In Langenzenn sicherte sich die Unabhängige Bürgerliste Langenzenn auf Anhieb 6,8 Prozent der Stimmen.

Die AfD kann im Landkreis Fürth ebenfalls einen Erfolg verbuchen und zieht in weitere Rathäuser ein. In Cadolzburg erreichte die Partei aus dem Stand 13,3 Prozent der Stimmen und sichert sich damit drei Sitze im künftigen Marktgemeinderat. Ein ähnliches Bild zeigt sich in Langenzenn. Hier kam die AfD auf 11,1 Prozent und wird ebenfalls mit drei Mandatsträgern im Stadtrat vertreten sein. Erstmals wird die AfD auch in der Stadt Stein im Stadtrat mitmischen – nämlich mit drei Sitzen.

Auch in Oberasbach verbuchte die AfD zweistellige Ergebnisse. In Oberasbach verbesserte sich die Partei um 6,8 Prozentpunkte auf nun 11,5 Prozent, was drei Sitzen entspricht. In der Gemeinde Großhabersdorf gelang der Sprung in den Gemeinderat mit 7,6 Prozent und einem Mandat. In Zirndorf wird die AfD vier Sitze haben. In Orten wie Roßtal, Seukendorf oder Obermichelbach trat die Partei hingegen nicht an.

Die CSU behauptet ihre Rolle als dominierende kommunalpolitische Kraft im Landkreis, muss jedoch vereinzelt Federn lassen. In Seukendorf bauten die Christsozialen ihre Stellung mit einem Zuwachs von 6,1 Prozentpunkten auf 42,2 Prozent stark aus. Auch in Großhabersdorf legte die CSU um 4,7 Prozentpunkte auf 40,7 Prozent zu. Demgegenüber stehen Verluste in Oberasbach, wo die Partei 5,1 Prozentpunkte einbüßte und bei 30,2 Prozent landete. Ein identischer Verlust von 5,1 Prozentpunkten traf die CSU in Langenzenn, wo sie mit 29,5 Prozent dennoch stärkste Kraft blieb.

Für die SPD fielen die Wahlen gemischt aus. Ein herausragendes Ergebnis feierten die Sozialdemokraten in Roßtal. Dort legte die SPD gegen den landesweiten Trend um 6,6 Prozentpunkte zu und wurde mit 32,6 Prozent stärkste Fraktion. In den meisten anderen Kommunen musste die Partei jedoch leichte bis moderate Verluste hinnehmen. In Obermichelbach verlor die SPD 4,4 Prozentpunkte, in Stein waren es 4,1 Prozentpunkte.

Die Grünen verzeichneten punktuell starke Gewinne, etwa in Großhabersdorf mit einem Sprung auf 18,4 Prozent sowie in Obermichelbach mit 11,8 Prozent. In anderen Orten wie Oberasbach oder Roßtal mussten sie hingegen leichte Einbußen von ein bis zwei Prozentpunkten hinnehmen. Die Freien Wähler mussten in Langenzenn mit einem Minus von 8,7 Prozentpunkten eine herbe Niederlage einstecken, während sie in Cadolzburg 13,2 Prozent erreichten.

In Puschendorf behaupteten sich die Freien Wähler mit 30,8 Prozent und einem leichten Zuwachs von 1,0 Prozentpunkten, was ihnen vier Mandate sichert. Dicht dahinter folgt die CSU, die einen bemerkenswerten Sprung um 8,2 Prozentpunkte nach oben machte und mit 29,4 Prozent der Stimmen künftig ebenfalls vier Sitze im Gremium besetzen wird. Die SPD verbuchte einen leichten Rückgang von 1,3 Prozentpunkten, zieht aber mit 22,2 Prozent und drei Räten in den Gemeinderat ein. Auch die Grünen müssen ein kleines Minus von 1,0 Prozentpunkten hinnehmen und entsenden bei einem Ergebnis von 17,6 Prozent künftig drei Vertreter.

Die Wahlbeteiligung variierte stark zwischen den einzelnen Kommunen. Während in Tuchenbach beachtliche 80,2 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgaben, lag die Beteiligung in Stein bei lediglich 58,4 Prozent. In den meisten anderen Orten bewegte sich der Wert zwischen 64 und 75 Prozent.