Auf außerordentlich großes Interesse in der Bevölkerung stieß die Podiumsdiskussion mit allen sieben Bürgermeisterkandidaten in der Stadthalle Langenzenn. Mehrere Hundert Bürger nahmen an der Veranstaltung teil. Aufgrund der hohen Nachfrage mussten sogar rund 20 Interessierte abgewiesen werden.
Veranstaltet wurde die Podiumsdiskussion von der Gewerbevereinigung „Langenzenn Vision“. Die beiden stellvertretenden Vorsitzenden Michael Märkl und Michael Klotz organisierten die Veranstaltung und führten als Moderatoren durch die einzelnen Themenblöcke.
Auf dem Podium stellten sich Christian Ell (CSU), Melanie Plevka (SPD), Michael Kimberger (Bündnis 90/Die Grünen), Alfred Jäger (Freie Wähler), Jörg Bauereiß (AfD), Markus Vogel (FDP) sowie der amtierende Erste Bürgermeister Jürgen Habel (Initiative Zukunft Langenzenn) den Fragen.
Inhaltlich standen zentrale kommunalpolitische Themen im Fokus. Die Kandidaten erläuterten ihre Positionen zur Unterstützung und Finanzierung der Seniorenarbeit sowie zu verfügbaren Räumlichkeiten für Begegnungen und Vereine.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Situation im Schülerverkehr, insbesondere überfüllte Busse, sowie die zukünftige Sicherstellung der Ganztagsbetreuung an der Grundschule. Im Raum stand auch die Frage, wie das Vertrauen der Bürger in das Rathaus zurückgewonnen und die Verwaltung effizienter sowie transparenter gestaltet werden könne. Ideen wie Online-Übertragungen von Sitzungen oder die Freigabe von Sitzungsvorlagen über ein Bürgerinformationssystem waren im Gespräch.
Darüber hinaus äußerten sich die Kandidaten zu ihren Vorstellungen zur Belebung der Innenstadt, zum Umgang mit zunehmendem Leerstand und zum Rückgang der Gastronomie. Hier herrschte weitgehende Einigkeit, dass mit Projekten wie der ZennOase, dem Kulturhof, der Yogurteria oder der Spital-Sanierung bereits viel geleistet wurde, jedoch an weiteren Stellen angesetzt werden müsse, um die Besucherfrequenz in der Innenstadt weiter zu erhöhen.
Ein weiteres Thema war der seit Jahren geplante Hochwasserschutz. Dabei wurde der aktuelle Stand der Planungen des Wasserwirtschaftsamtes aufgezeigt, wobei die Bürgermeisterkandidaten unterschiedlicher Auffassung darüber waren, ob die Landesgartenschau hierfür Vorteile bringen würde.
Die Zukunft des Hallenbads oder eines Neubaus stand dann als Nächstes auf der Agenda. Einig waren sich hier alle Kandidaten, dass ohne Einbeziehung der Nachbarkommunen weder ein saniertes noch ein neu gebautes Bad finanziell geschultert und betrieben werden könne. Auch wurde gefordert, der Landkreis müsse sich daran finanziell beteiligen. Gemeinsames Ziel aller bleibe es, auch zukünftig eine Schwimmmöglichkeit in Langenzenn zu schaffen, so der Tenor.
Abschließend nahmen die Kandidaten Stellung zur geplanten Landesgartenschau und den damit verbundenen Chancen für die Stadt. In der Diskussion wurde deutlich, dass viele Fragen noch offen sind, da derzeit noch kein konkreter Umsetzungsplan vorliegt. Kritisiert wurde zudem, dass ohne Plan keine Kostenschätzung möglich sei und folglich Aussagen zu Förderungen sowie zur finanziellen Sinnhaftigkeit der Gartenschau derzeit kaum getroffen werden könnten. Zudem wurde auf die Abhängigkeit anderer Projekte, wie etwa des Hochwasserschutzes, hingewiesen.
Abgeschlossen wurde die knapp zweistündige Veranstaltung mit einem kurzen Plädoyer jedes Kandidaten, das teils auch einen Ausblick auf die kommenden Aufgaben und Ziele gab.
Die hohe Besucherzahl verdeutlichte das große Interesse der Bevölkerung an der anstehenden Bürgermeisterwahl und an den zukünftigen Weichenstellungen für Langenzenn.
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