Im Landkreis Fürth steht ein Wechsel bei der Unterbringung von Asylsuchenden an. Das Landratsamt hat im Langenzenner Gewerbegebiet Mühlsteig ein neues Gebäude angemietet, das in den kommenden Wochen bezogen wird. Im Gegenzug schließt die bisherige Einrichtung im Ortsteil Hardhof. Damit erfüllt der Landkreis weiterhin seine gesetzlichen Aufnahmequoten, ohne auf öffentliche Sportstätten zurückgreifen zu müssen.
Das neu angemietete Gebäude im Gewerbegebiet Mühlsteig ist vertraglich für eine Dauer von drei Jahren vorgesehen. Rein rechnerisch bietet die Immobilie Platz für bis zu 119 Personen. In der Praxis rechnen die Behörden jedoch bereits bei einer Auslastung von 80 Prozent mit einer Vollbelegung. Als Grund hierfür nennt das Landratsamt organisatorische Anforderungen bei der Raumverteilung sowie den benötigten Platz für den Sicherheitsdienst.
Der Einzug der ersten Bewohner ist ab der elften Kalenderwoche geplant. Die Belegung erfolgt schrittweise, wobei zunächst Menschen aus bereits bestehenden Einrichtungen verlegt werden. Dies betrifft vor allem die Geflüchteten, die derzeit noch in der Unterkunft Langenzenn-Hardhof leben. Dieser Standort wird nach dreijähriger Betriebszeit in den nächsten Wochen planmäßig und vollständig aufgelöst.
Über die Verlegung aus dem Hardhof hinausgehende Zuweisungen organisiert die Regierung von Mittelfranken. Aus welchen Herkunftsländern die künftigen Bewohner stammen werden, ist derzeit noch unklar. Es ist jedoch möglich, dass auch ukrainische Geflüchtete am Mühlsteig untergebracht werden, was mit aktuellen gesetzlichen Entwicklungen bezüglich ihres Aufenthaltsstatus zusammenhängt.
Um die Akzeptanz vor Ort zu fördern, wurden die direkten Nachbarn im Vorfeld über die Eröffnung der neuen Einrichtung informiert. Das Landratsamt lud die Anlieger zusammen mit Mitgliedern des Stadtrats und der Stadtverwaltung zu einer Besichtigung ein, bei der Vertreter der zuständigen Behörden für Fragen zur Verfügung standen. Auch im laufenden Betrieb soll ein Sicherheitsdienst auf dem Gelände präsent sein, der als direkter Ansprechpartner für die Bewohner und die Nachbarschaft dient. Die eigentliche Organisation und Verwaltung der Unterkunft übernimmt ein spezielles Team des Landratsamts.
Zusätzlich erhalten die untergebrachten Menschen Unterstützung durch die Caritas, welche eine professionelle Flüchtlingsberatung und Integrationshilfe anbietet. Freiwillige Helfer, die sich vor Ort einbringen möchten, werden ebenfalls unterstützt. Das Landratsamt stellt hauptamtliche Integrationslotsen zur Verfügung, die das Ehrenamt koordinieren und mit Rat und Tat bereitstehen. Wer helfen möchte, kann sich per E-Mail an integration@lra-fue.bayern.de oder telefonisch unter den Nummern 0911 9773 1202, 1216 sowie 1217 melden.
Hintergrund der Anmietung ist die staatliche Verpflichtung der Landkreise und kreisfreien Städte, bestimmte Quoten bei der Aufnahme von geflüchteten Menschen zu erfüllen. Die Verteilung der Personen steuert die Regierung von Mittelfranken. Die Verträge für die Immobilien schließt das staatliche Landratsamt im Namen des Freistaats Bayern ab, der auch die vollständigen Kosten für die Unterbringung trägt. Für die Verantwortlichen im Landkreis Fürth gibt es dabei eine klare Leitlinie: «Höchste Priorität hat für das Landratsamt Fürth nach wie vor, eine Belegung von Sporthallen für die Unterbringung Geflüchteter zu vermeiden und möglichst nicht in den freien Wohnungsmarkt einzugreifen».
14.7°C | Klarer Himmel 
