An sonnigen Tagen kann es am Schießanger voll werden. Auf acht Sportfeldern wird gespielt, daneben liegen Skateanlage und Grünflächen. Mehr als 200 Menschen gleichzeitig sind nach Einschätzung der Stadt durchaus möglich. Eine weitere öffentliche Toilette soll deshalb aber vorerst nicht entstehen. Die Verwaltung hält die Kosten für hoch und verweist zudem auf den besonderen Schutz der Landschaft. Mit ihrer Stellungnahme reagiert sie auf einen Antrag der AfD-Stadtratsfraktion, der am 30. September im Finanz- und Verwaltungsausschuss behandelt werden soll.
Die AfD hatte eine Reihe von Fragen zur Situation rund um die Freisportanlage gestellt. Dabei ging es um Besucherzahlen, mögliche Verunreinigungen, die Reinigung der Flächen, Kontrollen durch den Ordnungsdienst und die Kosten einer weiteren WC-Anlage. Beantragt wurden außerdem größere Müllbehälter, zusätzliche Hinweisschilder mit Toiletten-Piktogrammen sowie eine Überprüfung der Absperrpfosten im Bereich Lindenhain.
Eine konkrete Höchstzahl kann die Stadt für die Freisportanlage nicht nennen. Die Zahl der Nutzer hänge unter anderem von Wetter, Tageszeit und Wochentag ab. Gleichzeitig hält die Verwaltung eine Belegung mit mehr als 200 Menschen für realistisch. Die Anlage steht grundsätzlich allen Menschen offen. Einzelne Plätze können zudem für feste Zeiten reserviert werden.
2025 wurde die Anlage neu geordnet und von sieben auf acht Spielfelder erweitert. Die Flächen zwischen Friedhofsweg und Ludwigsbrücke gehören seit Jahrzehnten zum Fürther Sportangebot und werden sowohl von Freizeitgruppen als auch von Vereinen genutzt.
Die AfD hatte ihren Vorstoß unter anderem mit einem eigenen Ortstermin begründet. Nach Darstellung der Fraktion seien dabei Menschen beobachtet worden, die ihre Notdurft außerhalb einer Toilette verrichtet hätten. Außerdem berichtete sie von Geruchsbelästigungen und überfüllten Müllbehältern. Die Stadt selbst kommt auf Grundlage ihrer Erkenntnisse zu einer anderen Bewertung.
Das Grünflächenamt führt keine eigene Statistik über die Beseitigung menschlicher Notdurft. Solche Arbeiten würden unter dem allgemeinen Bereich Reinigung erfasst. Zugleich erklärt die Verwaltung, ihr lägen keine Erkenntnisse vor, wonach menschliche Ausscheidungen im Flussdreieck ein nennenswertes Problem darstellten.
Auch eine weitere öffentliche Toilette ist nach Einschätzung der Stadt derzeit keine realistische Lösung. Die Verwaltung verweist als Größenordnung auf die WC-Anlage am Kaiserplatz. Für Planung und Bau seien dort rund 300.000 Euro angefallen. Die laufenden Kosten für öffentliche Toiletten lagen in den vergangenen vier Jahren durchschnittlich bei etwa 13.500 Euro pro Jahr. 2025 stiegen sie unter anderem wegen höherer Kosten und Vandalismus auf rund 17.000 Euro. Weil der Schießanger im Landschaftsschutzgebiet liegt, könnten bei einem Neubau zusätzliche Anforderungen und Ausgleichsmaßnahmen hinzukommen.
Unabhängig davon entsteht am benachbarten Kunstrasenplatz derzeit ein neues Multifunktionsgebäude. Vorgesehen sind dort unter anderem Umkleiden und Sanitäranlagen für den Schul- und Vereinssport. Die Stadt rechnet mit einer Nutzung ab Herbst 2026. Das Projekt kostet knapp 2,4 Millionen Euro.
Der Schießanger und das angrenzende Umfeld gehören bereits seit August 2023 zu den Kontrollschwerpunkten des Kommunalen Ordnungsdienstes. Je nach verfügbarer Besetzung und Einsatzlage werde der Bereich nahezu täglich ein- bis zweimal bestreift. Sprachliche Schwierigkeiten hätten bei der Aufnahme von Personalien bislang keine nennenswerten Probleme verursacht.
Auch die Reinigung erfolgt nach festen Rhythmen. Rad- und Fußwege werden einmal pro Woche maschinell gesäubert, die Papierkörbe dreimal pro Woche geleert. Müll, der direkt neben den Behältern liegt, werde dabei ebenfalls eingesammelt. Eine Ausnahme ist der Weg zwischen Lindenhain und Skateanlage: Er gehört nicht zum regulären Reinigungszyklus des Grünflächenamts. Dort werden bestimmte Flächen nach Sichtkontrolle und bei Bedarf gereinigt.
An der Sportanlage stehen derzeit vier Behälter mit jeweils ungefähr 30 bis 40 Litern Volumen. Größere Papierkörbe könnten nach früheren Erfahrungen dazu führen, dass dort vermehrt Haus- oder anderer Fremdmüll entsorgt wird. Eine umfangreiche Beschilderung mit Piktogrammen sei wegen der Größe des Geländes und der zahlreichen Zugänge ebenfalls schwierig umzusetzen.
Nach dem Vorschlag der Verwaltung soll der Finanz- und Verwaltungsausschuss die Ausführungen am 30. September zur Kenntnis nehmen. Damit wäre der Antrag formal erledigt.

