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Teures Heizöl, leere Tanks: Für viele Haushalte in der Region Fürth wird es jetzt ernst

18. Oktober 2026, 11:15 Uhr
Hohe Heizölpreise und längere Lieferzeiten sorgen bei vielen Haushalten in Stadt und Landkreis Fürth für Zurückhaltung bei Bestellungen. (Foto: Rosa GmbH)Hohe Heizölpreise und längere Lieferzeiten sorgen bei vielen Haushalten in Stadt und Landkreis Fürth für Zurückhaltung bei Bestellungen. (Foto: Rosa GmbH)

Der Sommer wäre die Gelegenheit gewesen, den Heizöltank noch einmal günstig aufzufüllen. Doch viele Hausbesitzer in Stadt und Landkreis Fürth haben gewartet, in der Hoffnung, dass die Preise wieder sinken. Diese Hoffnung hat sich bislang nicht erfüllt. Jetzt beginnt die Heizsaison, die Tanks werden leerer und eine Bestellung kann schnell rund 5.000 Euro kosten. Für manche Haushalte stellt sich nicht mehr die Frage, ob sie Heizöl kaufen wollen, sondern wie viel sie sich gerade leisten können.

Beim Mineralölhändler Rosa in Zirndorf ist diese Entwicklung deutlich zu spüren. Geschäftsführer Christian Plöchinger berichtet gegenüber Fürth Aktuell, dass die Nachfrage nach den ruhigen Sommermonaten wieder gestiegen sei. Viele Kunden würden aber vorsichtiger einkaufen. Statt den Tank vollständig zu füllen, ließen sie sich nur so viel Heizöl liefern, wie sie für die kommenden Monate benötigen.

Der Grund liegt auf der Hand: Am 12. Oktober kostete ein Liter Heizöl bei Rosa knapp 1,70 Euro einschließlich Steuern. Eine Lieferung von 3.000 Litern hätte damit rund 5.100 Euro gekostet. Noch Mitte September hatte der Literpreis nach Angaben des Unternehmens sogar bei rund 1,80 Euro gelegen. So teuer sei Heizöl zuletzt 2022 gewesen.

Zwar haben die Preise anschließend etwas nachgegeben, günstig ist Heizöl deshalb aber noch lange nicht. Am 18. Oktober wurden in Bayern im Durchschnitt 168,29 Euro für 100 Liter verlangt, gerechnet für eine Bestellung über 3.000 Liter. Der bundesweite Durchschnitt lag bei 169,45 Euro. Je nach Lieferort, Händler und bestellter Menge können die Preise abweichen.

Die hohen Kosten verändern das Verhalten der Kunden. Wer im Sommer auf bessere Preise spekuliert hat, muss nun entscheiden, wie lange der vorhandene Vorrat noch reicht. Statt einer vollständigen Tankfüllung bestellen manche Haushalte zunächst beispielsweise nur 1.500 Liter.

Das senkt zwar die Rechnung, ist aber nicht unbedingt die günstigste Lösung. Größere Bestellungen kosten pro Liter meist weniger. Auch wer sich mit Nachbarn zu einer Sammelbestellung zusammenschließt, kann unter Umständen sparen.

Neben dem Preis spielt inzwischen auch die Lieferzeit eine Rolle. Rund drei Wochen müssen Kunden bei Rosa derzeit regulär auf ihren Heizölnachschub warten. Grund dafür ist die wieder deutlich höhere Auslastung der Lieferlogistik. Ein Mangel an Heizöl steckt nach Angaben des Unternehmens nicht dahinter.

«Von einem Versorgungsengpass kann nicht die Rede sein», stellt Plöchinger klar. Auch wenn die Nachfrage bei weiter sinkenden Temperaturen zunehmen und sich die Lieferzeit verlängern könnte, sei ausreichend Heizöl vorhanden. Kunden, deren Tanks bereits leer seien, versuche das Unternehmen so schnell wie möglich zu versorgen.

Die schwierige Frage bleibt der richtige Zeitpunkt für eine Bestellung. Eine verlässliche Vorhersage zur weiteren Preisentwicklung sei derzeit nicht möglich, erklärt Plöchinger. Internationale Entwicklungen und politische Nachrichten könnten die Preise schnell verändern.

Deshalb empfiehlt er, nicht allein auf einen möglichen Preisrückgang zu setzen. Wer genügend Heizöl bis ins neue Jahr habe, könne vorerst abwarten. Bei knappen Vorräten könne es dagegen sinnvoll sein, zunächst eine kleinere Menge zu bestellen. Damit sei die Heizung für die nächsten Monate versorgt, ohne dass sofort mehrere Tausend Euro für eine komplette Tankfüllung fällig werden.

Ob später tatsächlich günstiger nachgekauft werden kann, bleibt ungewiss. Eines hält Plöchinger aber für wichtig: «Es besteht aktuell kein Grund zu Hamsterkäufen oder Sorge vor einer fehlenden Versorgung.»

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