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Asbestfund verteuert Abriss der Zirndorfer Brücke – Hotel-Unterbringung von Anwohnern?

5. November 2026, 10:04 Uhr , , , ,
Der Abriss der Zirndorfer Brücke wird deutlich teurer (Foto: Roland Beck)Der Abriss der Zirndorfer Brücke wird deutlich teurer (Foto: Roland Beck)

Der geplante Abriss der Zirndorfer Brücke in Fürth wird deutlich teurer als ursprünglich angenommen. Bei Untersuchungen des Bauwerks wurde Asbest in sogenannten Abstandhaltern innerhalb der Betonkonstruktion entdeckt. Die Stadt rechnet deshalb vorläufig mit zusätzlichen Entsorgungskosten von 1,5 bis zwei Millionen Euro. Damit könnte der bisher veranschlagte Kostenrahmen von rund 8,5 Millionen Euro auf bis zu 10,5 Millionen Euro steigen.

Die Mehrkosten gehen aus einer aktuellen Beschlussvorlage des Fürther Tiefbauamts hervor. Zum Zeitpunkt der Projektgenehmigung waren noch nicht sämtliche Ergebnisse der Schadstoffuntersuchungen verfügbar. Die Analysen ergaben inzwischen, dass die im Beton verbauten Abstandhalter Asbest enthalten.

Obwohl das Abbruchmaterial aufgrund der festgestellten Asbestkonzentration zunächst als nicht gefährlicher Abfall eingestuft wird, gelten für seine Entsorgung erhöhte Anforderungen. Eine abschließende Bewertung ist erst während des Abrisses möglich. Dafür müssen Proben aus dem anfallenden Bauschutt entnommen und untersucht werden. Die tatsächlichen Entsorgungskosten stehen deshalb noch nicht fest.

Weitere finanzielle Belastungen könnten durch den erforderlichen Lärmschutz entstehen. Teile der Brücke müssen während mehrerer Wochenenden im Schichtbetrieb abgebrochen werden. Dabei sind auch Arbeiten in der Nacht vorgesehen.

Um die gesetzlichen Lärmgrenzwerte einzuhalten, sind entsprechende Schutzmaßnahmen notwendig. Sollten diese technisch nicht möglich oder wirtschaftlich unverhältnismäßig sein, könnten betroffene Anwohner vorübergehend in Hotels untergebracht werden. Als Orientierung dienen vergleichbare Bauprojekte anderer Kommunen, bei denen Übernachtungskosten von bis zu 80 Euro pro Person und Nacht gegen Nachweis erstattet werden.

Ob solche Hotelübernachtungen tatsächlich erforderlich werden und wie viele Anwohner betroffen sein könnten, ist derzeit offen. Das hängt vom gewählten Abbruchverfahren und dem darauf abgestimmten Lärmschutzkonzept ab. Erst nach der Beauftragung des Abbruchunternehmens sind genauere Aussagen möglich.

Am vorgesehenen Zeitplan hält die Stadt bislang fest. Die Arbeiten sollen spätestens Anfang Februar 2027 beginnen. Eine besondere Herausforderung ist der Brückenabschnitt über dem Main-Donau-Kanal. Dieser kann nur während einer festgelegten Schifffahrtssperre im Frühjahr entfernt werden. Der gesamte Rückbau soll spätestens im Oktober 2027 abgeschlossen sein.

Die Zirndorfer Brücke ist wegen ihres schlechten baulichen Zustands bereits seit Ende 2025 für den motorisierten Verkehr gesperrt. Auch die verbliebene Verbindung für Fußgänger und Radfahrer auf der Westseite wird mit Beginn winterlicher Witterungsverhältnisse endgültig geschlossen. Weil die Brücke nicht mehr mit Winterdienstfahrzeugen befahren werden darf, kann die Stadt dort keinen sicheren Winterdienst gewährleisten. Die bisherige Umleitungsstrecke wird erneut ausgeschildert.

Parallel zum Abriss wird über die künftige Verkehrsverbindung beraten. Untersucht wurden vier Möglichkeiten: ein ersatzloser Wegfall der Brücke, ein Neubau ausschließlich für Fußgänger und Radfahrer, eine gemeinsame Verbindung für Busse sowie Fußgänger und Radfahrer oder eine neue Brücke für sämtliche Verkehrsarten. Ein vollständiger Ersatzneubau nach bisherigem Vorbild könnte rund 40 Millionen Euro kosten.

Der Abriss des bestehenden Bauwerks ist unabhängig von dieser Entscheidung erforderlich. Die Stadt bereitet derzeit die Vergabe der Abbrucharbeiten vor. Auch die Verkehrsführung während der einzelnen Bauphasen wird noch abgestimmt. Sobald die Angebote ausgewertet und die weiteren Kosten geprüft sind, sollen die zuständigen politischen Gremien informiert werden.

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