Das Jugendbad Burgfarrnbach steht weiter vor einer ungewissen Zukunft. Nach der Einstellung des Badebetriebs hat die Stadt Fürth nun mehrere Möglichkeiten für das Gelände untersucht. Der Ausschuss für Schule, Bildung, Sport und Gesundheit wird dazu in seiner Sitzung am Donnerstag, 12. November, beraten und entscheiden.
Neben einer Sanierung und Wiedereröffnung kommen der Rückbau zu einer Grünfläche oder die Umgestaltung zu einem Wasserspielplatz infrage. Die Kosten unterscheiden sich erheblich. Aus finanzieller Sicht hält die Stadtverwaltung vor allem eine Wiese oder einen Spielplatz mit Matschbereich für tragbar. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus.
Seit rund 60 Jahren gehört das kleine Freibad zum Freizeitangebot in Burgfarrnbach. Es richtet sich an Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre und liegt hinter der Farrnbachschule. Doch die Besucherzahlen sind stark zurückgegangen, während die Kosten für den Betrieb gestiegen sind. Hinzu kommt ein erheblicher Sanierungsbedarf. Deshalb blieb das Bad in dieser Saison geschlossen.
Eine Wiedereröffnung wäre grundsätzlich möglich, allerdings teuer. Für die Sanierung des Bades und die Erneuerung des Zugangs veranschlagt die Stadt rund 405.000 Euro. Anschließend würden jährlich mindestens 65.000 Euro für Personal und Betrieb anfallen. Über einen Zeitraum von zehn Jahren summierten sich die Kosten damit auf etwa 1,055 Millionen Euro. Die infra fürth rechnet auch nach einer Modernisierung nicht mit wesentlich höheren Besucherzahlen.
Geprüft wurde außerdem, ob ein Verein das Jugendbad übernehmen könnte. Für die Stadt würden in diesem Fall lediglich die einmaligen Sanierungskosten anfallen. Ein interessierter Verein hat sich nach Klärung der umfangreichen Pflichten und des notwendigen Personalaufwands jedoch gegen eine Übernahme entschieden. Diese Möglichkeit wird deshalb nicht weiterverfolgt.
Deutlich günstiger wäre es, das Schwimmbad zurückzubauen und eine Grünfläche anzulegen. Die bisherigen Gebäude könnten als Lagerräume erhalten bleiben. Die Becken würden geöffnet und mit Erde verfüllt. Die entstehende Wiese könnte anschließend von der Öffentlichkeit oder der Schule genutzt werden. Für Rückbau und Aufbereitung der Flächen werden insgesamt rund 265.000 Euro veranschlagt. Noch günstiger wäre es, lediglich Gefahrenstellen zu beseitigen, das Gelände einzuzäunen und anschließend brachliegen zu lassen. Dafür wären etwa 50.000 Euro erforderlich.
Als Alternative zum Schwimmbad hat das Grünflächenamt drei unterschiedlich aufwendige Wasserspielplätze untersucht. Die einfachste Variante sieht einen rund 600 Quadratmeter großen Spielplatz mit Matschbereich vor. Über eine handbetriebene Pumpe könnten Kinder Wasser in Rinnen leiten, aufstauen und damit spielen. Einschließlich Rückbau, neuer Erschließung und laufender Kosten würde diese Lösung die Stadt über zehn Jahre rund 680.000 Euro kosten.
Eine größere Variante mit künstlichem Wasserlauf und einer Spielfläche von 800 Quadratmetern käme im gleichen Zeitraum auf etwa 825.000 Euro. Die aufwendigste Lösung umfasst zusätzlich ein 40 Zentimeter tiefes Planschbecken. Bei einer Gesamtfläche von 1.000 Quadratmetern würden die Kosten innerhalb von zehn Jahren auf rund 1,033 Millionen Euro steigen. Damit wäre diese Variante fast so teuer wie die Sanierung und der Weiterbetrieb des bisherigen Jugendbades.
Bei nahezu allen untersuchten Möglichkeiten müsste zudem der Zugang zum Gelände erneuert und barrierefrei gestaltet werden. Allein dafür sind rund 205.000 Euro vorgesehen. Die entsprechenden Kosten sind in den langfristigen Berechnungen der jeweiligen Varianten bereits berücksichtigt, soweit eine neue Erschließung erforderlich ist.
Die Stadtverwaltung sieht angesichts der angespannten Haushaltslage vor allem zwei realistische Lösungen: die Wiederherstellung einer Wiese oder einen kleineren Spielplatz mit Matschbereich. Letzterer wäre nach den Berechnungen bereits nach vier Jahren wirtschaftlicher als eine Sanierung mit anschließendem Badebetrieb. Der bisherige jährliche Zuschuss für das Jugendbad ist außerdem bereits Teil des städtischen Sparpakets.
Welche Zukunft das Gelände tatsächlich bekommt, muss die Politik entscheiden. Die vorliegenden Vorschläge bilden dafür die Grundlage. Fest steht bislang lediglich, dass eine Rückkehr zum bisherigen Badebetrieb langfristig die teuerste untersuchte Möglichkeit wäre.

