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Ein Lichtermeer wirkt nach: Über 18.500 Euro für die Kleinsten in Fürth

25. Januar 2026
Hunderte Kerzen brannten am 14. Dezember 2025 in der Kirche „Unsere Liebe Frau“ in Fürth beim „Worldwide Candle Lighting“ – der Erlös von 18.648,75 Euro unterstützt nun die Frühförderung der Lebenshilfe. Foto: LebenshilfeHunderte Kerzen brannten am 14. Dezember 2025 in der Kirche „Unsere Liebe Frau“ in Fürth beim „Worldwide Candle Lighting“ – der Erlös von 18.648,75 Euro unterstützt nun die Frühförderung der Lebenshilfe. Foto: Lebenshilfe

Wenn Trauer zu Tatkraft wird: Die Initiative „Worldwide Candle Lighting“ hat in Fürth nicht nur ein emotionales Zeichen gesetzt, sondern eine beachtliche Summe für die Lebenshilfe gesammelt. Der Erlös kommt nun Familien zugute, deren Start ins Leben von Hürden geprägt ist.

Es war ein kalter Abend am 14. Dezember 2025, als in der Kirche „Unsere Liebe Frau“ am Fürther Hallplatz Hunderte kleine Flammen entzündet wurden. Das weltweite Ritual, bei dem rund um den Erdball um 19 Uhr Kerzen für verstorbene Kinder brennen, entfaltete in der Kleeblattstadt eine besondere Wirkung. Wochen später verwandelt sich das symbolische Licht nun in konkrete Hilfe: Die Organisatoren konnten am 20. Januar 2026 eine Spendensumme von 18.648,75 Euro an die Frühförderung der Lebenshilfe Fürth übergeben.

Foto: Lebenshilfe Fürth

Die Initiative in Fürth, die seit Jahren von Dr. Roland Hanke koordiniert wird, hat sich über das reine Gedenken hinaus entwickelt. „Wir pflegen bewusst nicht nur eine Erinnerungskultur, sondern stellen die Fürsorge um Kinder in existenziell schwierigen Lebenssituationen in das Licht der Gesellschaft“, erklärte Hanke bei der Übergabe. Unterstützt wurde die Veranstaltung von einem breiten Bündnis aus Stadt und Landkreis, darunter das Klinikum Fürth, das Mütterzentrum und diverse Hospizdienste. Als Schirmherr fungierte Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung.

Martin Rassau, der als Hospizbotschafter die Moderation des Abends übernommen hatte, unterstrich die Bedeutung des Zusammenhalts in der Region. Mit dem Thema wolle man ein sichtbares Zeichen für Mitgefühl und Verantwortung in der Stadtgesellschaft setzen, so Rassau.

Der stattliche Betrag, der durch Zuwendungen von Privatpersonen, regionalen Firmen und der Manfred-Roth-Stiftung zusammenkam, fließt gezielt in Angebote für die Allerkleinsten. Im Fokus steht die Unterstützung von Familien mit früh- oder risikogeborenen Kindern. Nils Ortlieb, geschäftsführender Vorstand der Lebenshilfe Fürth, zeigte sich von der Atmosphäre des Gedenktages beeindruckt und dankte den Initiatoren für das Engagement. Solche Spenden seien essenziell, um laufende Kosten abzufedern und Angebote dauerhaft zu sichern, betonte Ortlieb.

Konkret profitieren zwei zentrale Projekte von der Zuwendung: die sogenannte „Schrei-Ambulanz“ und das Nachsorgeangebot „Harl.e.kin“. Während die Schrei-Ambulanz Eltern in hoch belastenden Situationen mit unruhigen Säuglingen begleitet, kümmert sich das Harl.e.kin-Projekt um den oft schwierigen Übergang von der Klinik in den häuslichen Alltag bei Frühgeburten. Beide Angebote zielen darauf ab, Eltern in Krisensituationen professionell zur Seite zu stehen und die Entwicklung der Kinder bestmöglich zu fördern.

Das „Worldwide Candle Lighting“ geht ursprünglich auf eine Initiative aus dem Jahr 1996 zurück und findet jährlich am zweiten Sonntag im Dezember statt. Es verbindet verwaiste Eltern weltweit durch ein Band aus Licht, das durch die verschiedenen Zeitzonen einmal um die Erde wandert. In Fürth hat sich dieser Tag nun auch als fester Anker für lokale Solidarität etabliert.