Wenn das Möbelhaus Flamme in Fürth Ende März 2026 für immer seine Türen schließt, öffnet die Geschäftsaufgabe Raum für völlig neue stadtplanerische Visionen. Das Areal in der Nähe der Bundesstraße 8 und öffentlicher Verkehrsmittel bietet aufgrund seiner Größe von 14.000 Quadratmetern Verkaufsfläche enormes Potenzial. Ein Vorschlag kommt nun von den Fürther Grünen: Die Partei möchte das Gelände nicht allein privaten Investoren überlassen.
Das Herzstück der Überlegungen der Grünen ist der wuchtige Klinkerbau auf dem Grundstück, der in den 1930er Jahren errichtet wurde. Seine Steine erzählen Fürther Industriegeschichte. Das Gebäude gehörte einst zu einer Flugmotorenfabrik am alten Industrieflughafen und diente dem Reichsluftfahrtministerium zeitweise als Lager. Genau in diesen geschichtsträchtigen Mauern sieht die Fraktion großen Spielraum für soziokulturelle Projekte. Die Stadtverwaltung wird aufgefordert, konkrete Wege aufzuzeigen, wie Fürth die Gestaltung des Areals steuern kann. Im Raum steht dabei auch ein direkter Ankauf durch die Kommune, um die historische Bausubstanz zu retten und dem Ort eine Funktion für die breite Stadtbevölkerung zu geben.
Fürths Wirtschaftsreferent Horst Müller äußerte sich am Mittwoch gegenüber «Fürth Aktuell» äußerst skeptisch zu diesen Vorschlägen. Er könne sich aktuell keine rein öffentliche Nutzung vorstellen. Das Areal sei riesig, und die Stadt müsste es im Zweifel komplett ankaufen. Einer Wohnbebauung hatte Müller schon in früheren Interviews eine klare Absage erteilt. Vielmehr favorisiere er an diesem Standort wieder eine klassische Gewerbeansiedlung.
Es müsse sich nun aber erst einmal zeigen, ob sich überhaupt ein Käufer für die Immobilie beziehungsweise das Areal finde. Klar ist aber: Flamme Möbel möchte das Gelände zeitnah verkaufen, wobei die aufgerufene Verkaufssumme bisher nicht öffentlich bekannt ist.
Aufgrund der verkehrsgünstigen Lage mit Anbindung an Bus, S-Bahn und U-Bahn sei das Gelände für die Allgemeinheit sehr interessant, meinen die Grünen. Es dränge sich deshalb «der Gedanke an eine öffentliche Nutzung auf». Am 9. März soll das Flamme-Areal Thema in der Sitzung des Wirtschafts- und Grundstücksausschusses sein.
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